Stimmen aus der Region Purkersdorf: „Der Lockdown kommt zu spät“

Stimmung innerhalb der Wirtschaft ist nicht gut. Bürgermeister hätten Maßnahmen zudem früher erwartet.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:18
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Neuerlich befindet sich das Land in einem Lockdown. Zahlreiche Geschäfte am Purkersdorfer Hauptplatz bleiben zumindest bis Mitte Dezember geschlossen.
Foto: NÖN Archiv/Ernst Jauck

In der Wirtschaftskammer-Außenstelle Purkersdorf liefen Freitagvormittag die Telefone heiß. Nach der Verkündung des vierten Lockdowns häuften sich bei den Gewerbetreibenden viele offene Fragen. In der Wirtschaftskammer versuchte man bei Unklarheiten zu helfen.

Fatale Situation „besonders für die Kleinbetriebe“

Die Stimmung sei nicht gut, so Außenstellen-Obmann Andreas Kirnberger. Der Handel habe sich bereits auf die Weihnachtszeit vorbereitet, die Lager seien voll, der Umsatz breche jetzt aber weg – und das zum zweiten Mal infolge.

Eine fatale Situation für alle Unternehmer, aber „besonders für die Kleinbetriebe“, sagt Kirnberger, der mit einem generellen Lockdown nicht gerechnet hatte. Für die Bürgermeister der Region kommen die Corona-Verschärfungen angesichts der ständig neuen Rekordzahlen bei den Neuinfektionen viel zu spät.

„Ich habe die Maßnahmen früher erwartet“, sagt zum Beispiel Michael Cech, Bürgermeister von Gablitz. Dieselbe Meinung teilt auch sein Amtskollege Johann Novomestsky aus Tullnerbach: „Sie haben es unterschätzt. Ich hoffe nur, dass wir bis Weihnachten alles halbwegs in den Griff bekommen.“

Auch für Pressbaums Stadtchef Josef Schmidl-Haberleitner war der Lockdown jetzt nicht mehr zu verhindern. Purkersdorfs Bürgermeister Stefan Steinbichler ist ebenso der Meinung, dass der Lockdown um mindestens eine Woche zu spät komme. „Ich finde auch, dass er härter sein sollte, so wie beim ersten Mal. Angesichts der hohen Zahl hier bei uns in Purkersdorf ist es gut, dass die Notbremse gezogen wurde“, meint er.

In Purkersdorf gab es zu Redaktionsschluss über 150 Infizierte. Auch im Rathaus hat man deshalb auf die aktuelle Situation reagiert. „Alle Mitarbeiter können im Homeoffice arbeiten, im Bauhof arbeiten wir im 2-Schicht-System. Außerdem werden von den Bauhofmitarbeitern aktuell nur die notwendigsten Arbeiten verrichtet“, erklärt der Stadtchef.

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