Rudi Dolezal : „Befürchte Zustände wie in Italien“. Rudi Dolezal ist seit einiger Zeit in Miami. Wie dort mit der Situation umgegangen wird, ist für ihn besorgniserregend.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 25. März 2020 (04:12)
Bis vor Kurzem ist Rudi Dolezal noch mit einer Atemmaske gelaufen, jetzt macht er nur noch in seiner Wohnung Sport.
Archive Productions

Seit über zwei Wochen ist der Purkersdorfer Filmemacher Rudi Dolezal jetzt in Miami, um an seinem Buch über Freddie Mercury zu schreiben, das noch heuer erscheinen wird. Derzeit hat er vor, in Amerika zu bleiben. „Die Rückreise wäre ein zu großes Risiko für mich, das ist im Moment keine Option“, sagt er im NÖN-Gespräch.

„Bis vor wenigen Tagen haben hier alle Urlaub gemacht. Es ist ja gerade Spring Break“

Dolezal hat sich Quarantäne auferlegt und verbringt seine gesamte Zeit in seiner Wohnung, mit Arbeit lenkt er sich ab. Besorgniserregend sind die Ereignisse für ihn schon. „Bis vor wenigen Tagen haben hier alle Urlaub gemacht. Es ist ja gerade Spring Break“, so Dolezal. Auch in großen Gruppen seien die Leute noch am Strand gesessen. Erst viel zu spät seien Maßnahmen gesetzt und Grenzen geschlossen worden. Hier sei viel versäumt worden.

Rudi Dolezal schreibt derzeit an seinem Buch über Queen-Sänger Freddie Mercury, das im Sommer erscheinen soll. Eine Lesung Anfang August ist bereits geplant. „Ob diese stattfinden wird, steht natürlich in den Sternen“, so Dolezal.
Archive Productions

„Daher befürchte ich auch Zustände wie in Italien. Die Dunkelziffer an erkrankten Personen wird vor allem hier in Miami sehr hoch sein“, zeigt sich Dolezal bestürzt. Jetzt sehe man die Gefahr, wenn so jemand wie Trump an der Macht ist, gibt er zu bedenken.

„Die Rückreise wäre ein zu großes Risiko für mich, das ist im Moment keine Option“,

In Österreich würde da vieles besser laufen, weil die Regierung die Auswirkungen des Coronavirus früh erkannt habe. „Ich bin täglich mit meinen beiden Söhnen Benny und Ruby in Kontakt, und sie erzählen mir, wie in Österreich mit der Situation umgegangen wird. Das würde ich mir für Amerika auch wünschen.“ Dass seine Söhne in dieser Zeit in Österreich sind, sei aber nicht leicht für ihn.

Fans schickten Schutzmasken

In den Supermärkten gab es beispielsweise kürzlich einen Run auf Desinfektionsmittel, Masken und Handschuhe. „Alle diese Produkte waren leergekauft – und das im Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, erzählt Dolezal. Er hat dann seinen Fans auf Instagram verzweifelt davon berichtet, und sie haben ihn mit Masken und Desinfektionsmittel versorgt. „Aus aller Welt haben mich Pakete mit diesen Produkten erreicht, das habe ich sehr lieb gefunden“, ist der Filmemacher gerührt.

Dolezal rät seinen Followern auch, weiterhin Sport zu treiben. „Auch, wenn ich jetzt nicht mehr draußen laufen gehe, mache ich Sport. Ich laufe in meiner Wohnung am Stand und mache Sit-ups“, erzählt er. Auf Zigaretten und Alkohol verzichtet er, „um einen klaren Kopf zu behalten“. Außerdem ist er an Sonntagen live auf Instagram zu sehen. „Da beantworte ich Fragen von Fans aus aller Welt“, so Dolezal, der hofft, die Leute damit ein bisschen von der derzeitigen Situation ablenken zu können.