Sieben Orden für die Narren. Drei Tage lang stand Pressbaum im Zeichen des bunten Treibens seiner Faschingsgilde.

Von Monika Närr. Erstellt am 25. Februar 2020 (15:08)
Strahlten über ihre unerwarteten Orden: die Waldfeen und Waldbeeren der Garde mit dem stellvertretenden Präsidenten des Bundes österreichischer Faschingsgilden Alfred Kamleitner (links), Duckhüttler-Präsident Richard Breier und Gardemutter Roswitha Hejda (rechts).
Regine Spielvogel

PRESSBAUM Begonnen hatte alles mit einem päpstlichen Segen von Hans Zima. Er zog im Kirchenornat zu Orgelklängen ein, zu Kirchengeläute aus und dazwischen erntete er Lachsalven mit seinen lateinisch-italienisch-portugiesischen Verballhornungen von Worten. Der Sinn wurde erfasst, der Unsinn erkannt, „De Bambini Hopsasa“ der Garde zugeordnet, mit „Padrone Cravallo“ Tom Niesner als Verantwortlicher für Ton- und Lichttechnik identifiziert. Danach regierten die Duckhüttler ein Faschingswochenende lang Pressbaum unter Patronanz des Waldfürstenpaares Cornelia Scheuhammer und Michael
Szokoll.

Heinz Rotter und Richard Breier philosophierten über das regierungsmäßig erteilte Fleischverbot 2026 im Gasthaus Mayer. Vlatka Kelava brillierte als Ehe- und Scheidungsberaterin gemeinsam mit dem schon traditionellen Bühnenehepaar Lisi Szerencsics und Hans Zima. Sein vielbeklatschtes Bühnendebüt als Kabarettist gab der Tullnerbacher Volksopernsänger Wolfgang Gratschmaier, der als letzter Indianer das Publikum in seinen Bann zog. Roland Mayer und sein Lehrling Benedikt Schober demonstrierten anhand einer Schreibmaschinen-Reparatur das Generationenproblem im Umgang mit moderner Technik. Einen legendären Abschluss und Vorschau auf die Sommersaison im Pressbaumer Bad zeigte das Männerballett, das seinen Tanz „Seniorenschwimmen“ erstmals unter der Leitung von Waldfürstin und Gardetänzerin Cornelia Scheuhammer einstudiert hatte.

BÖF zeichnet Duckhüttler aus

Am Geburtstag von Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner fand am Sonntag die dritte und letzte Gildensitzung statt. Als große Überraschung, eingefädelt von Vizepräsidentin und Bundeselferrätin Jutta Polzer, erhielt Duckhüttler-Präsident Richard „Richi“ Breier den Bundesverdienstorden verliehen. Der stellvertretende Präsident des Bundes österreichischer Faschingsgilden (BÖF) und Landespräsident der Sektion Niederösterreich Alfred Kamleitner zeichnete Breier für sein langjähriges und nachhaltiges Narrenengagement aus. Insgesamt war Kamleitner mit vollen Händen gekommen: Fünf Bühnenverdienstorden wurden an die Gildenmitglieder Vlatka Kelava, Peter Frigo, Rudi Schmied, Gottfried Grasl und Roland Mayer vergeben, einen sechsten erhielten die jungen Tänzerinnen der Garde.

Während die Orden daheim einen Ehrenplatz erhielten, bekam der Fasching am Dienstag sein legendäres Pressbaumer Ehrenbegräbnis mit dem Poldi-Verbrennen. Wie alljährlich bewegte sich der Fackelzug vom Rathaus zum Sportplatz und gab somit dem Fasching sein letztes Geleit.