Biobauernmarkt eröffnet in Tullnerbach. Im Mai startet in Tullnerbach ein neuer Bauernmarkt mit bio-zertifizierten regionalen Produzenten.

Von Nadja Büchler. Erstellt am 24. April 2021 (03:32)
Cornelia Böhm, Erlebnispsychologin und Alexander Falschlehner, Videomarketing-Spezialist für Genuss und Fermentista, setzten ihren Wunsch nach einem Biomarkt in Tullnerbach selbst um, und organisierten den neuen Markt in wochenlanger Arbeit. Am ersten Mai findet der Biomarkt zum ersten Mal statt. 
der Betrieb, der Betrieb

Der neue Markt findet im Innenhof des historischen Gemüse- und Gemischtwarenladens von 1861 in Tullnerbach statt. Ausschließlich bio-zertifizierte Produzenten, mit einem maximal 50 Kilometer entfernten Standort vom Marktplatz, verkaufen ihre Ware. Erlebnispsychologin Cornelia Böhm und Alexander Falschlehner, Spezialist für Videomarketing für Genuss und Fermentista, sind die engagierten Organisatoren des „Bio-Bauernmarkt Wienerwald“.

„Die Idee stand bereits vor zwei Jahren im Raum, jetzt wurde sie wieder aktuell, und wir begannen vor einigen Wochen mit der Umsetzung“, erzählt Böhm. Neben der Möglichkeit, biologische Lebensmittel aus der Region kaufen zu können, war für das Paar auch der Umweltgedanke (kurze Transportwege) ausschlaggebend. Den Markt sehen sie dafür als ideal an. 

Weiterhin Suche nach Partnern für Markt

Die Suche nach passenden Partnern gestaltete sich sehr arbeitsintensiv und ist auch noch nicht abgeschlossen. Über die Webseite „Bio Austria“ wurden Kontakte gefunden und durchtelefoniert. „Nicht alle Produzenten haben Interesse, an einem Markt mitzumachen. Vor allem, wenn sie selbst einen Abhof-Verkauf anbieten“, berichtet Böhm.

Um weitere Produzenten zu finden, stellten Böhm und Falschlehner ihr Projekt in den sozialen Medien vor, und baten um Tipps und Kontaktvorschläge. Das allgemeine Feedback zur Marktidee war sehr positiv und zahlreiche Kontaktvorschläge trudelten ein. Gesucht werden noch Hersteller von Milch- und Käseprodukten sowie Anbieter von Eingelegtem. Als Marktplatz ist vorerst nur der Innenhof angedacht. Dieser bietet neun Ständen Platz. Das Gebäude mit dem dazugehörigen Innenhof wurde 1861 erbaut und war seitdem immer wieder Standort von Geschäften.

Als „Betrieb“ kennt das Paar die Bezeichnung dieses Ortes von Falschlehners Urgroßonkel Rudolf Schwanzer, der das Gebäude bis in die 50er Jahre als Fleischerei betrieben hat. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Betrieb von Frau Anna als Gemischtwaren- und Gemüsehandel geführt. Im Laufe der Zeit wurde das historische Gebäude als Gemüsehändler, Zuckerbäcker, Kleinfuhrwerk, Flaschenbier-Hof, Strumpf- und Lederwarengeschäft, Fleischhauer und Selcher, Fotoatelier sowie Bio- und Eisladen geführt. Der 2014 ins Leben gerufene Eisladen ist vielen Menschen aus der Region noch heute als Pop-up-Laden in Erinnerung.

Ab ersten Mai bietet der geschichtsträchtige Ort nun Platz für den Bio-Bauernmarkt. Im Angebot gibt es Biogemüse, Biowein und Biosäfte, Produkte rund um die Elsbeere, Mehl und Getreide sowie Brot und Gebäck.

Im Mai Schwerpunkt auf Jungpflanzen-Verkauf

Im Mai steht das Angebot von Jungpflanzen im Mittelpunkt. „Das Gemüseangebot unterliegt dem saisonalen Angebot und wird in den nächsten Wochen größer werden“, unterstreicht Böhm das Konzept. Unter den Standlern finden sich sowohl altgediente Marktfahrer als auch Neulinge. „Ein Markt ist ein besonderer Ort, an dem auch das soziale Leben eine tragende Rolle spielt“, ist Böhm überzeugt.