Uniformen: Nett oder No-Go?. FPÖ forderte „einheitliche Schulkleidung“. Direktorinnen sehen keine Notwendigkeit.

Von Lisa-Maria Seidl. Erstellt am 21. September 2016 (05:18)
shutterstock/ Paul Michael Hughes

Der Vorschlag, an österreichischen Schulen Schuluniformen einzuführen, ist einer, der immer wieder auftaucht und kontroversiell diskutiert wird. Der neueste Vorstoß kam von der FPÖ, die eine solche Regelung an Schulen in der Steiermark ins Spiel brachte, mit dem entsprechenden Antrag im Landtagsausschuss allerdings abblitzte. Gefordert hatte man „einheitliche Schulkleidung“. Darunter verstehe man beispielsweise eine Hose und ein T-Shirt für Buben und ein Kleid für Mädchen. Die Auswahl der Garderobe würde dabei den Schulen obliegen.

"Schuluniformen haben keine Tradition"

Wäre eine solche Regelung auch bei uns denkbar? Irene Ille, Direktorin des BG/BRG Purkersdorf, berichtet: „Ich persönlich kenne beide Situationen, da ich früher auch am Sacré Coeur unterrichtet habe.“ Sie steht dem Thema ziemlich neuttral gegenüber: „Ich bin der Meinung, dass die Schuluniform in der heutigen Zeit und in unserer Region keine Tradition hat. Der ursprüngliche Sinn von Schuluniformen war es ja, dass Unterschiede zwischen Arm und Reich nicht sichtbar sind. Bei uns sind die Unterschiede heute nicht so groß.“ Kritisch steht dem Thema Margarethe Koncki-Polt, Direktorin der Purkersdorfer Mittelschule, gegenüber: „Ich glaube, dass man Schuluniformen heute gar nicht mehr einführen könnte. Mir persönlich bereitet alleine das Wort ‚Uniform‘ im Schulkontext Unbehagen, da ich es automatisch mit dem Militär verbinde.“

Darüber hinaus wird oft argumentiert, dass Schuluniformen das Gemeinschaftsgefühl stärken würden. Dazu meint die Gymdirektorin: „Schuluniformen sind nicht notwendig, um eine gemeinsame Identität zu stiften. Gerechtfertigt finde ich sie für Schulmannschaften bei sportlichen Events oder bei Chorauftritten, wenn es sich die Schulgemeinschaft leisten kann. Das ist aber eine Sponsorenfrage.“

„Nett ist ein einheitliches Schulleiberl für Auftritte“,

Denn davon, das Budget der Eltern zusätzlich zu belasten, hält Ille wenig. „Nett ist ein einheitliches Schulleiberl für Auftritte“, so die Direktorin. Ähnlich sieht dies Koncki-Polt: „Ich könnte mir vorstellen, einmal im Monat einheitliche Kleidung zu vereinbaren, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Dabei kann man die ganze Schulgemeinschaft, also auch Lehrer, einbeziehen. Möglich wäre dies auch für besondere Ereignisse, wie zum Schulschluss. Dazu könnten auch die Schüler selbst Ideen entwickeln.“

Dass durch die Einführung einer einheitlichen Schulkleidung schulfremde Personen leichter zu identifizieren wären, glauben beide Direktorinnen nicht: „Diese Argumentation hinkt, schließlich tragen nur die Schüler die Uniform, nicht die Erwachsenen“, so Ille. Koncki-Polt meint dagegen: „Nichts ist einfacher, als sich eine Uniform anzuziehen und plötzlich ‚dazu zu gehören‘. Man sieht dann nur mehr das Kleidungsstück und ordnet den Menschen zu. Dabei geht es immer um den Menschen dahinter.“

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