Trauer in Purkersdorf: „Ernst ist nicht ersetzbar“. NÖN-Mitarbeiter und Purkersdorfer Unikat Ernst Jauck ist im 64. Lebensjahr verstorben. Freunde, Weggefährten und Kollegen blicken auf eine gemeinsame Zeit zurück.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 07. September 2021 (05:47)
Ernst Jauck verstorben - Trauer in Purkersdorf: „Ernst ist nicht ersetzbar“
Ernst Jauck wäre am 6. November 64 Jahre alt geworden. Ein Begräbnistermin steht noch nicht fest.
privat bzw. Dmitriy Yermishin/Shutterstock.com (Hintergrund)

Große Trauer herrscht derzeit in Purkersdorf und in den Räumlichkeiten der NÖN-Redaktion: Ernst Jauck, langjähriger NÖN-Mitarbeiter, Purkersdorfer Unikat und begnadeter Musiker, ist vergangene Woche im 64. Lebensjahr verstorben. Er war jahrelang als Zollbeamter am Flughafen Wien tätig, ehe er sich 2019 in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedete. Seit einigen Jahren war er außerdem mit seiner Kamera tatkräftig für die NÖN Purkersdorf im Einsatz. Ernst Jauck hinterlässt einen Bruder und seine Mutter.

Freunde, Wegbegleiter und Kollegen blicken auf die gemeinsame Zeit mit Ernst Jauck zurück.

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Ernst Jauck wäre am 6. November 64 Jahre alt geworden. Ein Begräbnistermin steht noch nicht fest.
privat

Bereits seit seiner Kindheit war Ernst Jauck mit Helmut Tschellnig befreundet. Gemeinsam mit Andreas Tulach haben sie 1977 die Schüttelfrost Bluesband gegründet. „Ernst war zu Lebzeiten mein absolutes Lieblingsreisebüro. Ohne Ernst hätte ich keine Wüste der Welt jemals gesehen. Er hat generell bei Reisen immer alles bis ins kleinste Detail geplant. Mit ihm hat man getrost wegfahren können, er hat sich um alles gekümmert. Und er war für mich der absolute Musiksachverständige in Purkersdorf. Wenn man wissen wollte, wann, wo, wer, was gespielt hat, musste man nur Ernst fragen – er hat es gewusst. Er hinterlässt eine irre Lücke.“

Ein enger Freund von Ernst Jauck war Karl Takats . „Für mich kann man keine Lücken füllen, für mich ist nicht jeder Mensch irgendwie ersetzbar… und auf keinen Fall der „Bärtige“ Ernstl. Über zehn Jahre war er für mich Intimus mit gleicher Chemiemischung von Interessen, Plänen, Weltanschauung, Sorgen, Freuden… Klug, Ideenspender, witzig, ständig hungrig, extrem fürsorglich und soziale Kontakte waren sein Überlebensinhalt. Wir erlebten gemeinsam unvergessliche Griechenland-Urlaube, spontane Zugfahrten auf ein Hendl nach Salzburg, schnelles Einkehren in Györ oder den „Best-Friend-Bubenausflug“ nach Strasbourg. Ich habe diesen herzensguten und lieben Menschen Ernst Jauck vor Kurzem im Krankenhaus noch besuchen dürfen, optisch etwas verändert, im Innersten aber der Ernstl wie ich ihn kannte: die Tatsachen überblickend, etwas gelassen („passt scho“) und die ultimativ etwas schräge Aufforderung - „jetzt fahr ich mit dir nach Hause, mit dem Zug“. Seine letzten Worte beim Abschied: „Vergiss mich nicht!“ Dieser Bitte werde ich mein Leben lang Folge leisten! Jetzt weg, aber trotzdem immer da, auch als Foto auf einem prominenten Platzerl in seiner „Bühne“.

Der Wirt eines seiner verschiedenen „Wohnzimmer“, Niki Neunteufel vom Nikodemus in Purkersdorf, spricht von Ernst Jauck in höchsten Tönen. „Ernstl war maßgeblich an der Entwicklung Purkersdorfs beteiligt. Unter anderem durch ihn ist die Stadt das, was sie jetzt ist, nämlich eine Kulturstadt. Er war ein ganz leiser Motor hinter all den Aktivitäten. Ernsti war die gute Seele von Purkersdorf. Sein Tod ist ein gigantischer Verlust. Man sagt, jeder ist ersetzbar, aber Ernst ist definitiv nicht zu ersetzen. Ich bin stolz und dankbar, ihn kenngelernt zu haben.“

Auch in der Stadtgemeinde Purkersdorf hinterlässt Ernst Jauck eine tiefe Lücke. Elise Madl : „Der Tod von Ernst Jauck reißt ein tiefes Loch in die Purkersdorfer Kulturlandschaft. Als scharfer Beobachter mit einem guten Auge, hat er das Leben in unserer Stadt portraitiert und mit seinem trockenen Humor nicht selten treffend kommentiert. Seine Liebe zur Musik war so ehrlich wie er selbst und nicht nur als Gitarrist, sondern auch als großer Kenner wird er uns fehlen. Er hat sich nie in die erste Reihe gedrängt und war vielleicht gerade deshalb eine Schlüsselfigur in den Kulturinstitutionen Purkersdorfs. Vor allem aber haben jene, die ihn kannten, einen liebenswerten, tiefgründigen und verlässlichen Freund verloren. Er wird für uns unvergessen bleiben.“

In der Purkersdorfer NÖN-Redaktion wird Ernst Jauck nicht zu ersetzen sein. Martin Gruber-Dorninger , der bis 2019 Redaktionsleiter der Purkersdorfer NÖN war, blickt auf seine herzliche Art zurück. „Auf Ernstl war immer Verlass. Ein Anruf hat genügt und er hat sich für die NÖN auf sein E-Bike geschwungen. Seine beruhigende Art und sein herzliches Lachen wird in den Redaktionsräumen fehlen. Selbstverständlich auch seine Bilder und seine Erzählungen über die gute alte Zeit des Rock n‘ Roll. Danke für Deinen Einsatz, lieber Ernst. Und den vereinbarten Kaffee holen wir sicher noch nach.“

Während seiner Zeit bei der NÖN arbeitete Ernst Jauck mit insgesamt drei Redaktionsleitern zusammen. Eine davon war Birgit Kindler . „Ernst Jauck hat mich bei meinem Einstieg als Redaktionsleiterin in Purkersdorf sehr unterstützt. Durch seine besonnene und unaufdringliche Art habe ich mich in seiner Gegenwart sofort sehr wohl gefühlt und wir haben uns gleich von Beginn an bestens verstanden. Er war mir eine großartige Stütze und ein guter Ratgeber. Gemeinsam haben wir viele Termine absolviert – er natürlich immer mit seiner Kamera für die besten Fotos in der NÖN. Danach sind wir oft noch gemeinsam am Hauptplatz bei einem Kaffee gesessen. Unsere Gespräche werden mir sehr fehlen. Ohne ihn wird Purkersdorf nicht mehr dasselbe sein. Ich werde ihn sehr vermissen.“

Sehr unterstützt hat er auch Redaktionsleiterin, Melanie Baumgartner . „Ernst hat mich immer voll und ganz unterstützt. Selbst, wenn ich kurzfristig noch ein Foto brauchte, war er zur Stelle. Aber auch für einen Kaffee war er immer zu haben. Seine herzliche Art und sein ruhiges Wesen werden bei uns in der Redaktion sehr fehlen.“

Auch NÖN-Chefredakteur Daniel Lohninger findet lobende Worte. „Ernst Jauck war ein Purkersdorfer Original, das unvergessen bleiben wird. Die Leidenschaft, mit der er für die NÖN im Einsatz war, war einer der Bausteine für den Erfolg der Purkersdorfer NÖN-Ausgabe. Ernst Jauck wird uns aber nicht nur als Fotograf fehlen, sondern vor allem als großartiger Mensch.“