Gablitz

Erstellt am 01. August 2018, 04:58

von Marlene Trenker und Dolores Stuttner

Säbelrasseln bei der FPÖ. Neo-Obmann Andreas Kahler und Ex-Mitglied Thomas Wolff gehen nun auch rechtlich gegeneinander vor.

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Die Gablitzer FPÖ kommt einfach nicht zur Ruhe. Wurde zuletzt der aktuell gewählte Vorstand gesprengt, setzt sich nun der Streit mit Klageandrohungen fort.

Nachdem Ex-Obmann Karl-Heinz Riegl angekündigt hatte, bei der nächsten Wahl nicht mehr als Obmann zur Verfügung zu stehen, musste der Vorstand neu gewählt werden. Andreas Kahler übernahm das Zepter. Bald kam es zu Streitigkeiten, die den Ausschluss, oder Rücktritt – je nach Ansichtssache – von Vorstandsmitglied Thomas Wolff zur Folge hatte. Doch auch Susanne Rücker und Nora Holub kehrten der Orts-FPÖ den Rücken.

Strukturen als Hauptproblem?

„Ich bin nicht aus Solidarität zu Herrn Wolff zurückgetreten, sondern wegen der rigiden Strukturen innerhalb der Partei“, erklärt Rücker. Konkret ginge es um einen Stammtisch, der gegen den Willen von Rücker und Holub zu einem FPÖ-Stammtisch gemacht wurde. „Das hat einen guten Grund, denn leider ist es noch immer so, dass manche Leute berufliche Nachteile hätten, wenn sie an einer FPÖ-Veranstaltung teilnehmen und dies die Unternehmensleitung erfahren würde. Zudem wurden auch Fotos der Veranstaltung gegen unseren Willen auf der offiziellen Facebook-Seite der FPÖ veröffentlicht“, führt Rücker weiter aus.

Der zweite Streit-Schauplatz liegt bei Thomas Wolff, der die Öffentlichkeitsarbeit der Ortsgruppe über hatte. Ihm flatterte nun eine Klageandrohung ins Haus, und zwar mit einer Schadensersatzforderung von 46.000 Euro. Wolff soll dafür verantwortlich sein, dass eine Werbeeinschaltung für die Festschrift des Gablitzer Dorffestes nicht zustande gekommen ist.

"Die ganze Sache ist absurd"

„Meiner Meinung nach ist die ganze Sache absurd. Ich war zum Zeitpunkt, als die Freigabe der Vorlage für die Druckerei erfolgen sollte, nicht mehr Mitglied der Partei und somit nicht mehr dazu befugt, diesen Auftrag zu erteilen“, erzählt Thomas Wolff. Kahler habe selbst daran Schuld, dass die Druckerei den Auftrag nicht durchführte. Der Obmann habe es verabsäumt, rechtzeitig eine Vorlage zu liefern, woraufhin das Unternehmen den Auftrag stornierte.

„Wir haben Thomas Wolff damals gebeten, die Unterlagen an die Druckerei zu übermitteln“, entgegnet Andreas Kahler. Das sei dann aber nicht passiert. „Wir wollten die Sache dann in Ruhe klären, Wolff fiel aber weiter mit hetzerischen Postings auf, woraufhin er wegen parteischädigenden Verhaltens ausgeschlossen wurde“, so Kahler. Anstatt eine Einigung zu finden, erreicht der Streit nun eine weitere Stufe. Einer Unterlassensaufforderung von Thomas Wolff, welche sich auf die Verwendung seiner Fotos bezieht, folgte eine Unterlassensaufforderung durch die FPÖ Gablitz.

„Wolff hat uns mit Klage gedroht, falls wir das Foto veröffentlichen. Damit ergibt sich die Klagesumme von 46.000 Euro bei Fotorechten“, so Kahler weiter, der auch behauptet, dass für die FPÖ-Gablitz kein Interesse an einer Klage bestehe. „Wir behalten uns jedoch weitere Schritte vor, falls es so weiter geht“, so Kahler.