Manfred Hausleiter: Vom Manager zum Hippie. Manfred Hausleiter ist Drummer mit Herz und Seele. Früher traf man ihn nur im Anzug.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. Mai 2019 (09:47)
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„Meine Markenzeichen: mein Kapper,l das wie natürliches Botox wirkt“

Styleexpertin Martina Reuter traf im Bildungswerk in Gablitz Schlagzeuger und Vollblutmusiker Manfred Hausleiter zum Fashiontalk. „Warum gerade ich?“, war Manfred als erster Satz zu Martina.

Der 61-jährige gebürtige Langenlebaner, der seine Kindheit in Gablitz verbracht hat, hat einen auffälligen Style: bunt, immer mit Kapperl und lässigen Jeans. „Das war nicht immer so. Ich hatte eine lange Zeit in meinem Leben, indem ich ausschließlich Anzug und Krawatte trug. Ich habe es gehasst“, erzählt Manfred.

„In Businessmodehabe ich mich unwohl gefühlt. Nach Jahren im Büro hing ich den Anzug an den Nagel und tauschte Krawatte gegen Drumsticks.“ Manfred Hausleiter

Im Alter von 13 Jahren lernte er Musiker Erwin Kienast kennen, bis heute verbindet die Zwei eine innige und vor allem musikalische Freundschaft. „Durch ihn kam ich quasi zum Schlagzeug spielen. Ich habe Tag und Nacht geübt. Auf den Drums zu spielen ist mehr Gedächtnistraining. Das richtig cool ist“, erklärt Manfred Hausleitner.

Schnell wurde sein Talent erkannt, er spielte jahrelang als Haupt-Drummer in der Wolfgang Lindner Band im Musikantenstadl. „Es war eine coole Zeit, vor allem durfte ich anziehen, was ich wollte. Ich liebe die Farbe Orange, stehe total auf die Mode der 70er und auf den Hippie-Look. Dafür gehe ich in bestimmte Geschäfte in Wien. Wenn ich dann mal zuschlage, verfalle ich regelrecht in einen Kaufrausch. Kann schon passieren, dass ich mit zehn Sackerln dann heimkomme. Meine Lebensgefährtin findet das cool“, schmunzelt er.

„Dieser Job war zwar toll, ich war unter den Top Five Managern von Österreich, jedoch habe ich mich in Businessmode total unwohl gefühlt"

Manfred war nach Jahren in der Musik in der amerikanischen Botschaft tätig, danach fast 17 Jahre lang Geschäftsführer der Blumenversandfirma Fleurop. „Dieser Job war zwar toll, ich war unter den Top Five Managern von Österreich, jedoch habe ich mich in Businessmode total unwohl gefühlt. Jeden Tag das Gleiche, fast wie eine Uniform. Nach Jahren im Büro hing ich den Anzug an den Nagel und tauschte Krawatte gegen Drumsticks“, strahlt Hausleitner.

Der bunte Vogel mit der Kappe unterrichtet wöchentlich bis zu 60 Personen, jüngster Drummer ist 2,5 Jahre, älteste Schülerin 74 Jahre. „Ich trage immer meine Kappe, meine Schüler meinen, die macht mich jünger. Ehrlich gesagt finde ich, eine Kappe wirkt wie natürliche Face Lifting, meine Haut wirkt straffer mit der Mütze, bitte nicht lachen aber es ist so“, lacht Manfred Hausleitner.

„Fürs Schlagzeug ist man nie zu alt“

„Neben meinem Unterricht arbeite ich ständig an neuen Projekten. Besonders stolz bin ich auf ‚DrumtheBrain‘ ein Gedächtnis und Koordinationstraining, das in vielen Reha-Kliniken mittlerweile angewendet wird. Darauf bin ich sehr stolz. Weiters liebe ich lateinamerikanische Musik und After Work Sound. Bald gibts davon auch eigene Sounds, die ich komponiere,“ erklärt Manfred.

Im Juni 2019 sollte Manfred Hausleitner eigentlich in Pension gehen, doch fürs Schlagzeugspielen ist er nie zu alt. Die Drums sowie sein Kapperl sind sein Leben. Kostprobe gibts in Gablitz unter www.schlagwerk.eu oder am Gasblitzer Dorffest im Juni 2019. Lets Rock!