Marcel Ostertag: „Machen das Beste aus der Krise“. Designer Marcel Ostertag erzählt Martina Reuter, wie er mit der Situation umgeht und was er trotzdem genießt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. April 2020 (03:45)
NÖN-Style-Expertin Martina Reuter und Designer Marcel Ostertag auf einem Bild, das noch vor den Ausgangsbeschrränkungen und Maßnahmen der Coronakrise entstanden ist.
Reuter

Der Fashiontalk geht weiter - und zwar online. NÖN-Style-Expertin Martina Reuter traf sich vorm Laptop mit dem Berliner Designer Marcel Ostertag. Vorteil der neuen Art, Interviews zu führen: „Man bekommt einen Einblick ins private Reich der Promis“, meint Martina Reuter.

Marcel Ostertag ist seit vielen Jahren einer der Top-Designer in Deutschland. Zu Österreich hat er eine sehr enge Bindung. „Ich war in Wien in der Schule, habe viele Jahre dort gelebt. Ich liebe diese Stadt, die Umgebung. Im September letzten Jahres habe ich die Vienna Fashion Week eröffnet. Das war super“, schwärmt der Wahlberliner.

Seine Mode ist weltweit begehrt, als einziger deutscher Designer ist er auch bei der Modewoche in New York dabei. „Das war immer toll. USA ist ein ganz anderer Markt. Wir haben für diese eine Show monatelang gearbeitet, jedes Mal ein Nervenkitzel“, berichtet er.

„Wir kochen jeden Tag, essen mehr, nehmen vielleicht auch bisschen zu, aber so lange es uns gut geht ist doch alles ok

Letztes Jahr wurde Marcel 40 Jahre alt, seit über 13 Jahren ist er Designer. Privat ist er glücklicher den je, seit Dezember 2019 ist Marcel verheiratet mit Markus, der jetzt auch Ostertag mit Nachnamen heißt. „Wir kennen uns seit zwölf Jahren, sind seit neun Monaten ein Paar und schon verheiratet“, erzählt Marcel, der die Zeit in der Altbauwohnung genießt. Die Decke fällt ihm nicht auf den Kopf. „Wir kochen jeden Tag, essen mehr, nehmen vielleicht auch bisschen zu, aber so lange es uns gut geht ist doch alles ok“, lacht er.

Viele Designer kämpfen gerade ums Überleben: „Die Krise hat alle getroffen, aber wir machen das Beste daraus, denken um. Ich produziere meine Mode in Deutschland, das war mir immer schon wichtig. Man zahlt mehr, weiß aber dafür, dass sie fair gefertigt wurde. Wir müssen alle umdenken und überlegen was man sich kauft und warum vieles so günstig ist“, so Marcel.

Die Krise hat für ihn auch was Positives: „Ich habe immer auf der Überholspur gelebt, war dauernd im Flieger. Im Moment mag ich es auch sehr, entschleunigt zu sein. Heißt aber nicht dass ich weniger kreativ bin.“