Region Purkersdorf: Mit Corona fällt Fasten schwer. Bekannte Gesichter pausieren heuer zum Teil beim Fasten. Für Pfarrer König geht es aber nicht nur um den Verzicht.

Von Kristina Veraszto und Nadja Büchler. Erstellt am 17. Februar 2021 (03:51)
Mit dem 17. Februar beginnt die Fastenzeit 2021. Die meisten Menschen verzichten auf Alkohol, Süßigkeiten, Rauchen und Fleisch.
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Die Fastenzeit hat begonnen. Kein Alkohol, keine Süßigkeiten oder kein übertriebener Internet-Konsum: Viele versuchen in der Zeit vor Ostern, 40 Tage ohne ein Laster auszukommen. Aber in der Coronazeit fällt es schwer, auf etwas zu verzichten, wie man der NÖN erzählt.

Joni Madden, Clemens Schaller, Markus Richter, Gernot Rudle und Marcus König (v.l.).
privat/ Büchler

Sängerin Joni Madden und ihr Ehemann Andy Cutic aus Pressbaum haben, als ihre Kinder noch klein waren, die Fastenzeit eingehalten, um als gutes Vorbild voranzugehen. „Da haben wir auf vieles verzichtet, zum Beispiel auf Alkohol“, erzählt sie. In den vergangenen Jahren und besonders jetzt in der Coronazeit, sei die Situation aber anders: „Wir müssen schon auf so vieles verzichten. Das ist die längste Zeit in meiner Karriere, wo ich keine Bühne habe. Das ist unser Ausgleich, da schmeckt die Schokolade umso süßer“, scherzt die Sängerin, die hofft, bald wieder auftreten zu können.

„Manchmal muss man sich etwas Gutes tun, und aufs Verzichten verzichten.“ Kabarettist Gernot Rudle

Joni Madden, Clemens Schaller, Markus Richter, Gernot Rudle und Marcus König (v.l.).
privat/ Büchler

Auch Markus Richter, Intendant des Theaters 82er Haus in Gablitz, hat in den vergangenen Jahren die Fastenzeit zum Anlass genommen, auf Süßigkeiten und Alkohol zu verzichten. „Dieses Jahr werde ich pausieren, ich faste bereits fast ein Jahr, was meine Bühnentätigkeit betrifft“, sagt Richter. Nach drei Lockdowns meint er aber auch: „Mehr Bewegung zu machen würde mir persönlich nicht schaden, das gebe ich gerne zu.“

Joni Madden, Clemens Schaller, Markus Richter, Gernot Rudle und Marcus König (v.l.).
privat/ Büchler

Im Leben des Purkersdorfer Pianisten und Sänger Clemens Schaller wirkt sich die Fastenzeit auch nicht besonders aus. „Wir alle bewegen uns ständig zwischen Selbstdisziplin und Unmäßigkeit. Auch in einem künstlerischen Kontext muss ich mich ständig fragen, ob ich mich auf einen kreativen Prozess einlasse oder meine mir zur Verfügung stehenden Fertigkeiten ordne“, sagt Schaller. Er gönnt sich regelmäßig Pausen von Zucker, Alkohol und Kohlenhydraten.

Joni Madden, Clemens Schaller, Markus Richter, Gernot Rudle und Marcus König (v.l.).
privat/ Büchler

Kabarettist Gerold Rudle hat angesichts der Lage beschlossen, heuer hauptsächlich Nachrichten zu fasten. Nicht generell, aber die täglichen Informationen mit ihren Machtspielchen und gegenseitigen Anfeindungen. „Da schaue ich lieber Fußball oder Liebesfilme“, bekräftigt Rudle seinen Verzicht. Zum Fasten zählt für Rudle auch das Reduzieren von Gewohnheiten. Zum Beispiel beim Äußern von Meinungen. „Ich muss nicht überall meinen Senf dazugeben oder etwas erwidern, weil ich glaube, es besser zu wissen. Es gibt auch ein mentales Fasten, nicht nur ein lukullisches“, ist der Kabarettist überzeugt. Er und Monica Weinzettl sind seit über einem Jahr Veganer. Als solche haben sie sich bewusst entschieden, ganzjährig auf gewisse Lebensmittel zu verzichten. „Beim Essen lasse ich mich ungern von äußeren Umständen leiten, da höre ich lieber auf meinen Körper“, erklärt Rudle. Seit dem Ausbruch von Corona ist er aber auch überzeugt: „Manchmal muss man sich etwas Gutes tun, und aufs Verzichten verzichten.“

Joni Madden, Clemens Schaller, Markus Richter, Gernot Rudle und Marcus König (v.l.).
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Marcus König, Pfarrer in Purkersdorf, Wolfsgraben und Tullnerbach hat Verständnis dafür, dass viele heuer die Fastenzeit anders sehen, als in den Jahren zuvor. Der Geistliche appelliert aber daran, das Fasten nicht nur als eine Zeit des Verzichts zu sehen, sondern auch als Vorbereitung für das Osterfest. „Es geht nicht nur um das körperliche Fasten, sondern auch um das Beten, Gott näher zu erleben und auch darum, kurz innezuhalten und sich zu fragen: Was brauche ich und was brauche ich nicht?“, sagt König. Gerade in der Coronazeit sei es wichtig, sich seinem Nächsten zuzuwenden, „sei es eine Familie in Not oder ein Nachbar der Hilfe braucht“, erklärt der Pfarrer.

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