Purkersdorf soll zur Fahrradstadt werden. Ortsgruppe will Radwegenetz ausbauen und die Zahl der Abstellständer ausbauen und die vorhandenen sicherer gestalten.

Von Birgit Kindler und Marlene Trenker. Erstellt am 24. Juli 2019 (04:18)
Trenker
Über 25 Personen waren beim ersten Treffen der Radlobby, initiiert von Philipp Eisingerich (8. v. l.).

Vor einigen Jahren gab es die Idee zu einem flächendeckenden Radnetz in der gesamten Region, das alle Orte miteinander verbinden soll. Noch dauert das Projekt aber an. In den einzelnen Orten gibt es ein paar Initiativen und erste Maßnahmen.

Purkersdorf hat jetzt eine Radlobby. Gleich beim ersten Treffen wurde die Ortsgruppe Purkersdorf mit Philipp Eisingerich als Obmann gegründet und die größten Probleme in der Stadt angesprochen. „Die Anbindung an die Nachbargemeinden, wie Wien, Gablitz oder den Wienerwaldsee, ist nicht gut und auch Fahrradständer fehlen häufig“, erklärt Eisingerich.

Er setzt sich für die Verbesserung des Radwegenetzes ein, „weil ich selbst begeisterter Radfahrer bin und mit dem Rad nach Wien pendle.“ Die Ärgernisse seien schließlich so groß gewesen, dass er sich für Veränderungen stark machen will. „Es gab nicht einen großen Auslöser, sondern eher die Summe der Vorkommnisse.“

„Diese sind entweder nicht in ausreichender Anzahl vorhanden oder ungeeignet das Fahrrad sicher abzusperren.“ Philipp Eisingerich über Abstellplätze in der Stadt

Eisingerich hat nun ein erklärtes Ziel: „Purkersdorf soll eine Fahrradstadt werden.“ Eine Infrastruktur soll Platz und Raum für sicheres Radfahren bieten. Mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation zeigte er die einzelnen Problemzonen der Stadt. „Wir haben in Purkersdorf dringend Nachholbedarf – vor allem wenn man die Situation mit Gemeinden wie zum Beispiel Tulln vergleicht“, meinte Eisingerich im NÖN-Gespräch.

Rad soll zum Alltagsverkehrsmittel werden

Beim ersten Treffen der Lobby wurde auch sichtbar, dass nicht nur mangelnde Radwege oder Abstellplätze zum Problem werden können. Das Konfliktpotenzial unter allen Verkehrsteilnehmern gehört auch dazu. So machte eine Anrainerin des Christkindlwaldes auf das Verhalten diverser Radfahrer aufmerksam.

Eisingerich betonte, dass nur durch ein gemeinsames Zusammenarbeiten ein problemloses Miteinander möglich ist. Auch er hat immer wieder Begegnungen vor allem mit Fußgängern auf gemischten Wegen, die für Radfahrer und Fußgänger gedacht sind.

„Viele Fußgänger nehmen keine Rücksicht, und die gespannte Leine verläuft quer über den gesamten Weg. Das ist auch ein Gefahrenpotenzial“, erzählt Eisingerich von seinen Erfahrungen. Gemischte Wege sind daher ebenfalls ein Problem.

„Viele Fußgänger nehmen keine Rücksicht"

Beim Treffen waren rund 25 Personen dabei, die ihr Interesse bekundeten und Lösungsvorschläge erarbeiten möchten. Besprochen wurden gleich die Fahrrad-Abstellmöglichkeiten. „Diese sind entweder nicht in ausreichender Anzahl vorhanden oder ungeeignet, das Fahrrad sicher abzusperren, wie zum Beispiel an den Bahnhöfen, beim Wienerwaldbad, am Hauptplatz, bei Supermärkten oder auch bei den Schulen und beim Sportplatz“, meint Eisingerich. Hier könnten rasch und ohne großen Aufwand Verbesserungen umgesetzt werden.

Positiv sei für ihn, dass auch die Politik Interesse an der Radlobby gezeigt habe. „Zum Baustopp gibt es eine Arbeitsgruppe und hier wurden wir zur Mitarbeit eingeladen“, freut sich der neue Obmann.

Das nächste Treffen der Radlobby ist für August geplant, im September sollen dann alle Radwege abgefahren werden. Interessierte können sich an purkersdorf@radlobby.at wenden.

Umfrage beendet

  • Ist das Angebot für Radfahrer in der Region ausreichend?