Spargel wird mit Liebe geerntet. Der Verein „Gablitz hilft“ erntet, verpackt und verteilt zweimal wöchentlich Spargel gegen freiwillige Spenden.

Von Monika Närr. Erstellt am 08. Mai 2020 (03:43)
Asylwerber aus Gablitz und Purkersdorf unterstützen den Böheimkirchner Bauern Michael Strohmayer ehrenamtlich. Pro Woche ernten sie 250kg Spargel und verpacken diesen vor Ort.
Verein „Gablitz hilft“.

„Seit Februar wollen unsere Asylwerber als Erntehelfer aktiv werden. Das staatliche Kontingent für sie war aber leider schon erfüllt“, so Astrid Wessely vom Verein „Gablitz hilft“.

Nun hat dieser mit dem heimischen Spargelbauern Michael Strohmayer aus Böheimkirchen eine Kooperation geschlossen. Aufgrund der geringen Nachfrage aus der Gastronomie wäre eines seiner Felder heuer nicht abgeerntet worden. Der Verein übernahm das Feld zum Selbstkostenpreis – somit hat der Bauer zumindest keinen Verlust – und erntet den grünen Spargel. „Grüner Spargel wird nur abgeschnitten, das kann jeder, der mag, dazu braucht es weder Fachkräfte noch eine Einschulung“, erläutert die engagierte Architektin Wessely. 250 Kilo werden pro Woche nach Gablitz zum Verteilen gebracht.

Die Zusammenarbeit entstand durch Zufall, zwei Personen aus dem Verein kannten Michael Strohmayer und so ergab sich eine Win-Win-Situation für den Spargelbauer und die helfenden Flüchtlinge. „Da die Gastronomie als Abnehmer momentan ausfällt, geht unser Frühlingsgemüse heuer nur in den Handel und wird ab Hof verkauft. Und da wir zu wenige Erntekräfte haben, wäre uns ein Feld ausgewachsen. Es ist sehr sinnvoll, dass dieses nun von den Helfern abgeerntet und für den guten Zweck gegen eine Spende abgegeben wird“, freut sich Strohmayer.

„Vielleicht möchten ja manche ein kleines Spargelfestessen machen, nachdem wir nun wieder zusammenkommen dürfen

Die Erntehelfer sind junge erwachsene Asylwerber aus Gablitz und Purkersdorf, die seit 2015 vom Verein begleitet werden. Vom Schneiden des Spargels über das Verpacken und das Verteilen werden alle Tätigkeiten ehrenamtlich ausgeführt. Das Stangengemüse ist nur mit Humus gedüngt und herbizidfrei. Der Spargel aus den westlichen Ausläufern des Wienerwaldes ist jeweils Dienstagabend und Sonntagvormittag gegen eine freiwillige Spende zu bekommen. Diese kann auch steuerlich abgesetzt werden und kommt ausschließlich der Arbeit mit Geflüchteten in der Region zugute. Größere Mengen werden in der Region auch zugestellt. „Vielleicht möchten ja manche ein kleines Spargelfestessen machen, nachdem wir nun wieder zusammenkommen dürfen“, so Wessely.