Pliosaurier-Zahn wird jetzt ausgestellt. Der Gablitzer Paläontologe hat einen besonderen Fund gemacht, im Naturhistorischen Museum ist dieser zu sehen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. Februar 2020 (03:57)
Der Pliosaurier-Zahn und sein Entdecker Alexander Lukeneder im Naturhistorischen Museum.
NHM Wien, Christina Rittmannsperger

Den Zahn eines Pliosauriers entdeckte der Gablitzer Paläontologe Alexander Lukeneder vom Naturhistorischen Museum in Wien bei einer Grabung in Ebensee im Raum Oberösterreich, die NÖN berichtete.

Ab sofort kann man sich diesen Zahn anschauen – und zwar im Saal 8 des Naturhistorischen Museum im Rahmen einer Sonderpräsentation an der Längswand. Ergänzt wird diese mit Informationen zur Entdeckung und zur Erforschung des Zahnes, sowie mit multimedialen Inhalten und Animationen des Pliosauriers und seines Lebensumfeldes im Meer. Eineinhalb Zentimeter ist der Zahn groß. Es ist der erste Nachweis eines Pliosauriers im gesamten Alpenraum, und überhaupt erst der zweite aus der unteren Kreidezeit weltweit.

„Der 1,5 cm große Saurierzahn ist die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen, also in diesem Fall der Zahn im Gesteinshaufen,“ freut sich der Gablitzer. Aufgrund der Seltenheit und besonderen Form des Fundes habe sich die Suche nach dem Besitzer des Zahnes extrem kompliziert gestaltet. Gemeinsam mit seinem Kollegen Nikolay Zverkov von der Russischen Akademie der Wissenschaften konnte Lukeneder den Zahn identifizieren.

„Der 1,5 cm große Saurierzahn ist die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen, also in diesem Fall der Zahn im Gesteinshaufen“

Im internen Kreis wird der Saurier auch „Pliosaurier austriacus“, also österreichischer Pliosaurier genannt. Gelebt haben diese Meeresreptilien im Urmeer. Sie hatten 60 bis 100 spitze, krokodilartige Zähne im Maul ihres zwei bis drei Meter langen Schädels. „Vergleichbar sind sie mit den Mosasauriern aus den Jurassic-World-Filmen“, berichtet Lukeneder. Wissenschaftlich gesehen ist er ein Vertreter der Thalassophonea. „Etwas martialisch als ‚Mörder der Meere‘ zu übersetzen“, so der Wissenschafter.

Zur Erforschung wurden moderne Methoden der Mikrotomographie sowie der Rasterelektronen-Mikroskopie angewendet, um das Fossil exakt beschreiben zu können. Die Mikrotomographie des Zahnes wurde am Naturhistorischen Museum Wien durch Gerhard Weber und Martin Dockner vom Vienna Micro-CT Lab der Universität Wien durchgeführt.