Wegen 4.000 Euro wurde eigene Mutter bedroht. 25-Jähriger hat seiner Mutter gedroht, weil er 4.000 Euro von ihr haben wollte. Richter verhängt bedingte Strafe.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 24. Januar 2020 (03:33)
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APA (Symbolbild)

„Ich kenne Sie“, schreit ein 25-Jähriger vor Prozessbeginn durch das St. Pöltner Landesgericht. Von Richter Andreas Beneder setzt es eine Schelte: „Ich erwarte mir einen respektvolleren Umgang. Reißen Sie sich zusammen.“

Angeklagt ist der Mann wegen Erpressung. Er wollte, dass ihm seine Mutter 4.000 Euro überweist und hat ihr gedroht. „Ich bringe euch alle um, ich brauche Geld“, hat er durchs Telefon gerufen. Die Tat gibt der bislang Unbescholtene zwar zu, will sich an den Anruf selbst aber nicht mehr erinnern können.

Alkoholisiert und auf Kokain will er gewesen sein. Die Polizei konnte später immer noch
1,4 Promille Alkohol im Blut feststellen. „Ich brauche eine Therapie, ich war sogar für einige Monate in Kalksburg“, sagt der Angeklagte, der meint, eigentlich ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter und seinen Geschwistern zu haben. „Ich wurde verwöhnt – mit einem goldenen Löffel geboren“, meint der 25-Jährige. Probleme habe er mit seinem Stiefvater und er befinde sich nach eigenen Angaben in einer sehr schwierigen Lebenslage.

„Ich verdiene meine Strafe“, sagt der Angeklagte vor der Urteilsverkündung zum Richter. Richter Beneder verhängt eine bedingte Strafe von zehn Monaten sowie drei Jahre Probezeit wegen Erpressung. „Könnte ich ins Gefängnis?“, fragt der Angeklagte den Richter. Dieser verneint.

Angefressen verlässt der 25-Jährige den Gerichtssaal. Das Urteil ist rechtskräftig.