Sensationeller Einblick in Trias-Zeit. Gablitzer Paläontologe Alexander Lukeneder analysierte fossilen Kot. Ergebnisse enthüllen Lebensweise in der Trias-Zeit.

Von Red. Purkersdorf. Erstellt am 04. Dezember 2020 (05:22)

Einblick in die Lebensweise von Tieren vor 220 Millionen Jahren konnten der Gablitzer Paläontologe Alexander Lukeneder und seine polnischen Kollegen Mariusz Salamon und Dawid Surmik durch die Analyse von fossilem Kot und hochgewürgten Nahrungsresten (Speiballen) erlangen.

In einem Forschungsprojekt des Naturhistorischen Museums Wien und der Schlesischen Universität in Katowice sei es erstmals gelungen, Wirbeltier-Exkremente aus der Triaszeit der Nördlichen Kalkalpen Meeresfischen zuzuordnen, berichten die Forscher im Fachjournal „Scientific Reports“.

Mit verschiedensten Methoden analysierten Lukeneder und seine Kollegen 220 Millionen Jahre alten fossilen Kot sowie Speiballen aus den Reingrabener Schiefern Niederösterreichs. Im fossilen Erbrochenen fanden sich hunderte zerbissene Schalen von Beute-Ammoniten und Armhäkchen von Tintenfischen. Diese konnten vom Räuber nicht verdaut werden und wurden wieder ausgewürgt. Der Hauptteil der Funde ist aber fossiler Kot. „Frei nach dem Motto ‚Zeige mir deinen Kot und ich sage dir, wer du bist‘ kamen wir zu der Erkenntnis, dass die Speiballen von Acrodus, einem 1-Meter großen Meeresfisch der Triaszeit, produziert wurden. Es handelt sich dabei um einen haiähnlichen Knorpelfisch, der Ammoniten und Tintenfische jagte“, so Lukeneder. Die Funde legen nahe, dass das Fressen hartschaliger Tiere sich erst in der Triaszeit durchsetzte und damit die Ökosysteme revolutionierte. Das Museum zeigt die fossilen Fische und deren Exkremente nach der coronabedingten Schließung im Saal 8.