Erstellt am 20. Januar 2015, 15:24

von Christoph Hornstein

„Game over“ für NÖ?. Kleines Glücksspiel / Für Wien sind Automaten-Hallen seit Jahresbeginn Geschichte. Jetzt weichen Spieler nach NÖ aus. „Liste Baum & Grüne“ fordern auch für NÖ Automatenverbot.

Die Wiener kommen: Seit dem Automatenverbot in Wien stehen Spieler vor dem Purkersdorfer Admiral-Lokal Schlange. LIB&Grüne fordern auch für Niederösterreich ein Aus für das »Kleine Glücksspiel«.  |  NOEN, Trenker

Seit Jahresbeginn heißt es „Rien ne va plus“ für das sogenannte „Kleine Glücksspiel“ in Wien. Für etwa 1.500 Automaten des Großkonzerns Novomatic blinkt es nun „Game over“. Sie müssen entweder entfernt oder außer Betrieb gesetzt werden, und zwar so, dass eine kurzfristige Inbetriebnahme unmöglich gemacht wird.

Die Finanzpolizei ist laut ORF-Sendung „Report“ eifrig dabei, Anzeigen nachzugehen und das neue Gesetz zu exekutieren. Für die zum Großteil süchtigen Nutzer der Automaten kein Grund, ihrer Spiellust nicht trotzdem nachzugehen. Sie weichen nach Niederösterreich aus. Auch nach Purkersdorf. Vor dem Admiral-Wettbüro stehen die Wiener Schlange.

Fritz Kaufmann, Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft der NÖ Wirtschaftskammer, hält nichts von diesem Verbot. „Dadurch wird das Gegenteil erreicht, nämlich eine Verdrängung in die Illegalität und in den Online-Spielmarkt.“ Da sei die Niederösterreich-Lösung schon besser. Durch den ausschließlichen Betrieb in Spiellokalen gäbe es keinen Wildwuchs und keine einzelnen Automaten mehr.

Schlögl soll beim Landeshauptmann aktiv werden

Nach Berichten in der ORF-Sendung „Report“ stehen die Leute vor dem Purkersdorfer Admiral-Spiellokal in der Wienerstraße Schlange, nachdem Novomatic die früheren Wiener Kunden mit Adressen auf Admiral-Lokale jenseits der Wiener Grenzen hinweist und sogar mit einem Taxigutschein lockt.

Für Josef Baum, Obmann der Liste Baum, ein untragbarer Zustand. Er fordert Bürgermeister Karl Schlögl, der bei Eröffnung des Admiral-Lokals in der Wienerstraße nicht nur Bürgermeister, sondern auch Aufsichtsrat bei Novomatic war, auf, „im Sinne vieler betroffener Spielsüchtiger beim Landeshauptmann aktiv zu werden und wie in Wien auch für NÖ das Aus für das ’Kleine Glücksspiel‘ zu erreichen.“

Bürgermeister Karl Schlögl darauf: „Ich bin gerne bereit, dem Landeshauptmann bei nächster Gelegenheit die Wünsche und Sorgen der Liste Baum zu übermitteln.“

Kleines Glücksspiel

In Österreich ist das Glücksspiel streng geregelt. Die Rahmenbedingungen gibt das Glücksspielgesetz (GSpG) vor.
2010 wurde das Gesetz novelliert – und das Automatenglücksspiel neu aufgestellt.
Die Bundesländer können selbst entscheiden, ob sie landesrechtliche Bewilligungen erteilen oder nicht.
In der Stadt Wien fasste man den Beschluss, die bis Ende 2014 gültigen Berechtigungen mit Jahresende auslaufen zu lassen.
Jetzt weichen Spieler nach Niederösterreich aus.