Region Purkersdorf: Regionale Pflanzen sind beliebt. Wer sich eine Oase schaffen will, sollte auf Standortgegebenheiten achten. Heimische Stauden werden verstärkt gekauft.

Von Nadja Büchler und Kristina Veraszto. Erstellt am 31. März 2021 (03:23)
Musiker Franz Alexander Langer hat im ersten Lockdown das Garteln für sich entdeckt.
Nadja Büchler, Nadja Büchler

Derzeit sollte man so wenig wie möglich sein Haus verlassen. Raus in den Garten zu gehen, ist aber jederzeit erlaubt. Manche haben dadurch sogar ein neues Hobby für sich entdeckt, wie der Pressbaumer Musiker und Produzent Franz Alexander Langer.

Er hat im ersten Lockdown mit dem Garteln angefangen. Begonnen hat Langer mit einem Hochbeet. Mittlerweile sind es drei und für heuer ist zusätzlich ein kleiner Bauerngarten geplant. Als leidenschaftlicher Koch stand der Anbau von Gemüse an erster Stelle. Neben dem selbst gezogenen Gemüse gibt es auch einige Obstbäume, Holunder, Himbeeren, Brombeeren und Wildkräuter im Garten. Langer hat die Corona-bedingte Freizeit für intensive Recherchen genutzt und sich mithilfe einiger Gartenbücher und themenspezifischer Youtube-Kanälen über das Gärtnern im Einklang mit der Natur informiert.

„Es werden viele Pflanzen gekauft, die für den eigenen Garten gar nicht geeignet sind.“ Gartengestalter Mario Hofferer

„Mit dem Garteln hat sich für uns eine neue Welt aufgetan. Der Gemüseanbau ist ein Familienprojekt geworden, denn auch meine Kinder sind mit Feuereifer dabei“, erzählt der Musiker. „In der Gartensaison überprüfen die beiden täglich das Wachstum der Pflanzen und helfen bei der Pflege und der Ernte.“ Langer und seiner Frau ist es wichtig, ihren Kindern einen Bezug zur Herkunft der Lebensmittel mitzugeben. Wenn die Ernte gut ausfällt, wird der Überschuss an Gemüse eingelegt. Auch das traditionelle Haltbarmachen für den Winter war Neuland für die Familie. Für die Zukunft überlegt Langer, aus den hauseigenen Äpfeln Most herzustellen. „Momentan steht für uns der Nutzgarten an erster Stelle. Ich freue mich aber genauso über jede Blume, die bei uns im Garten wächst“, erklärt der Pressbaumer.

Dass immer mehr Menschen sich zuhause eine grüne Oase zaubern möchten, bleibt auch im Fachhandel nicht unbemerkt. Der Pressbaumer Gartengestalter Michael Pischinger hat seit letztem Jahr viel mehr zu tun. Mit Beginn der Pandemie hat sich die Anzahl seiner Kunden deutlich erhöht. „Viele Gartenbesitzer wollen es sich zuhause schön und gemütlich machen, da Urlaubsreisen zur Zeit nicht so leicht möglich sind. Gefragt sind vor allem Terrassen und Pools inklusive einer Gestaltung der umliegenden Gartenbereiche“, berichtet Pischinger. Generell geht der Trend hin zu heimischen Stauden und Sträuchern, ebenso erfreuen sich Obstbäume neuer Beliebtheit. Die Krise hat auch bei der Gartengestaltung das Bewusstsein für regionale Pflanzen gestärkt.

Gartenbesitzer achten auch auf die Tierwelt

Viele Gartenbesitzer achten bei der Auswahl der Pflanzen auf ihren Nutzen für Vögel, Schmetterlinge und Insekten. Ansonsten steht die Pflegeleichtigkeit im Vordergrund.

Die Verwendung von Rasenrobotern sieht Pischinger kritisch. „Grundstücke werden in immer kleinere Parzellen geteilt. Dadurch sind sie in den meisten Fällen eben und werden gerne mittels Rasenrobotern gemäht. Fauna und Flora haben dabei das Nachsehen“, erklärt Pischinger. Er selbst mag es gerne natürlich und lässt in seinem Garten „wilde“ Zonen zu. Für spezielle Garten-Ideen ist Mario Hofferer in Mauerbach die richtige Adresse, wie er im NÖN-Gespräch erklärt: „Ich habe Kunden, die Pflanzen wollen, die etwas ungewöhnlicher sind.“ Eine verstärkte Nachfrage gebe es bei Lagerströmien, kleineren Bambusarten und bei Rosen, wobei die englische Rose die Kunden am meisten überzeugt. „Was auch schwer kommt, ist die Feige“, sagt Hofferer, der zwar merkt, dass sich mehr Menschen ihrem Garten widmen, diese würden aber eher in den Baumarkt fahren, um Blumen zu kaufen.

„Jeder der seinen Garten auf Vordermann bringen möchte, muss sich die Frage stellen: ,Was will ich überhaupt?‘. Es werden viele Pflanzen gekauft, die für den eigenen Garten gar nicht geeignet sind“, so Hofferer. Er empfiehlt allen, sich vorab zu informieren, welche Bedingungen im eigenen Garten herrschen. Und wichtig sei auch, für die Zukunft zu planen. Die Farbe einer Blume könne man in der nächsten Saison nicht einfach ändern. Die eigene grüne Oase, sollte so gestaltet sein, dass sie einem auch im nächsten Jahr gefällt. „Nur irgendwelchen Gartentrends zu folgen, macht keinen Sinn“, sagt Hofferer.

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