Tullnerbacher Traditions-Betrieb schließt seine Pforten. Eine Ära geht zu Ende: Der Gasthof Schödl hat nun endgültig geschlossen. Weggefährten schwelgen zum Abschied in Erinnerungen.

Von Marlene Trenker. Erstellt am 07. Oktober 2017 (04:38)
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Heinz Svejda und Elfriede Ecker-Schödl haben viele Erinnerungen an das Gasthaus.
NOEN, Trenker

Nun ist es vorbei. Der „Gasthof zur Post“ hat endgültig geschlossen. Die Familie Schödl hat das Gasthaus im Jahr 1972 übernommen und wurde bis zum Schluss von Gerda Schödl geführt.

Bei einem „Restlessen“ trafen Wegbegleiter und Stammgäste noch einmal zusammen, um Abschied zu nehmen.

Schöne Reise in die Vergangenheit

Einige Gäste erinnerten sich dabei zurück an die Vergangenheit. Elfriede Ecker-Schödl weiß noch von noch von der Zeit, als das Gasthaus „Kiesling“ hieß: „Nach dem Krieg kam die Tanzschule Mühlsiegl regelmäßig aus Wien nach Tullnerbach. Die Jugendlichen konnten im Ort Tanzen lernen“. Die Pfarrjugend hat immer Theater gespielt und die Feuerwehr, damals noch Untertullnerbach, veranstaltete zahlreiche Bälle im Gasthaus. „Mein Vater war bei der Feuerwehr und ich habe immer geholfen den Saal zu schmücken“, erinnert sich Ecker-Schödl.

Bis in die 1970er Jahre war auch eine Disko im Haus beheimatet. „Jeden Samstag standen bis zu 100 Mopeds beim Gasthaus. Lange Zeit war es der einzige Ort zum Fortgehen für die Jugendlichen“, erzählt Elisabeth Barisits. Die Disko war auch ein Ort zum Kennenlernen. „Es gibt viele Paare in Tullnerbach, die sich dort gefunden haben“, sagt Barisits.

Auch für Heinz Svejda, Ehrenkommandant der Feuerwehr Tullnerbach, war das Gasthaus ein zentraler Punkt seines Lebens. „Ich habe von Anfang an auch in der Küche mitgeholfen. Mit den Schödl-Töchtern habe ich gemeinsam Aufgabe gemacht“, erzählt Svejda. Heinz Svejda war 20 Jahre lang Feuerwehrkommandant. „Ich habe die vielen Feuerwehrfeste besonders gut in Erinnerung“, erinnert sich Svejda.

Gute Erinnerungen an den Gasthof Schödl 

Nun wird das Haus ausgeräumt. Es gibt noch einen Flohmarkt, um den letzten Rest los zu werden. Dann wird das Haus an der Hauptstraße 5 geschliffen. „An dieser Stelle werden dann 28 neue Wohnungen entstehen“, sagt Bürgermeister Johann Novomestsky.

„Wir bedanken uns bei der Familie Schödl für die jahrelange Unterstützung“, sagt Heinz Svejda abschließend.