Cipak hat jetzt eigene Liste in Purkersdorf. Ehemaliger FPÖ-Mandatar tritt mit Hans Christian Jägersberger für „Wir in Purkersdorf“ an.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 16. Oktober 2019 (04:33)
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Martin Cipak und Hans Christian Jägersberger wollen ein Mandat bei der Wahl holen. „Unser Traum wären natürlich zwei“, sagen die beiden.

Die Gerüchteküche brodelte schon länger – jetzt ist es fix: Martin Cipak wird bei der kommenden Gemeinderatswahl mit seiner eigenen Liste „Wir in Purkersdorf“ antreten. „Nach langem Hin- und Her habe ich mich dazu entschlossen, den Schritt zu wagen. Ich bin der Meinung, dass man einiges in Purkersdorf anders gestalten kann, vieles rennt gut, aber manches wurde sträflich vernachlässigt“, sagt Cipak im NÖN-Gespräch.

Dazu zählt für ihn zum Beispiel die Wohnsituation. „In Purkersdorf kann sich kaum jemand mehr eine eigene Wohnung leisten. Die sind einfach absurd teuer“, sagt Cipak. Vor allem die jungen Familien würden sich daher entschließen, aus der Wienerwaldstadt wegzuziehen und Richtung Tullnerfeld abzuwandern. „Ziel ist es zu schauen, dass Purkersdorf leistbare Gemeindewohnungen auf die Welt bringt. Wir fordern sozialen Wohnbau mit adäquaten Mieten“, meint Cipak.

Weil sich viele Menschen das Wohnen in Purkersdorf nicht mehr leisten können und daher wegziehen, fehlen bei Freiwilligen-Organisationen, wie Feuerwehr und ASBÖ oft Menschen, die sich engagieren. Das bestätigt auch Hans Christian Jägersberger, der hinter Cipak auf Platz zwei kandiert und beim ASBÖ hilft. „Meine Tochter wollte ausziehen, aber das ist fast nicht möglich, weil die Mieten einfach viel zu hoch sind“.

„Wir fordern sozialen Wohnbau mit adäquaten Mieten.“ Martin Cipak

Ebenfalls ein Thema der Bürgerliste wird die Ausweitung der Kernzone 100 im Gemeinderatswahlkampf sein. „Die soll bis ins Purkersdorfer Zentrum führen. Denn für zwei Stationen nach Purkersdorf bezahlt man 44 Euro pro Monat. Deshalb fahren auch viele nach Wien – obwohl alle Parkplätze überfüllt sind“, sagt der Purkersdorfer. Auch der Umbau des Bahnhofes Unterpurkersdorf ist ihm ein Anliegen.

„Hier sollen Bürgerbefragungen und regelmäßige Stammtische stattfinden. Ich könnte mir auch vorstellen, dort einen Gemeindebau hinzustellen“, sagt Cipak. Wichtig sei ihm, dass das Projekt nach dem Bahnhofsumbau gut durchdacht wird. „Ein neues Einkaufszentrum dorthinstellen, wenn vier Kilometer weiter das Auhof-Center ist, ist nicht sinnvoll“, ist der Purkersdorfer überzeugt.

Neben diesen Hauptthemen will Cipak aber auch für die Errichtung einer Hundezone kämpfen. „Wenn eine Ortschaft wie Breitenfurt das schafft, dann muss es doch in Purkersdorf auch möglich sein“, meint Cipak. Die Wienerwaldstadt dürfe hier kein Schlusslicht sein.

„Wenn eine Ortschaft wie Breitenfurt das schafft, dann muss es doch in Purkersdorf auch möglich sein“

Cipak ist seit 2015 im Gemeinderat, damals kandidierte er für die FPÖ. Er trat aber vor eineinhalb Jahren aus der Partei aus. Zusammengespielt haben dafür mehrere Mosaiksteinchen. „Aus Fehlern lernt man“, weiß er heute und berichtet, dass es auch Gespräche mit anderen Parteien gab, die sich vorstellen konnten, dass Cipak für sie ins Rennen geht. „Aber mit der eigenen Liste bin ich offen und freit und kann gute Vorschläge unterstützen, egal von wem sie kommen“, sagt der Purkersdorfer, der als Bestatter im Außendienst arbeitet.