NÖN-Wahldiskussion in der Bühne Purerksdorf. Die Vertreter der Parteien legten ihre Standpunkte zu den brisanten Themen in der Stadt dar.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 22. Januar 2020 (03:14)
Josef Baum (Spitzenkandidat Liste Baum und Grüne), Zoran Kovacevic (FPÖ, Platz zwei), Andreas Kirnberger (Spitzenkandidat ÖVP), Martin Cipak (Spitzenkandidat Bürgerliste „Wir in Purkersdorf“), Christoph Angerer (NEOS, Platz vier) sowie Stefan Steinbichler (Spitzenkandidat SPÖ) diskutierten mit NÖN-Redaktionsleiterin Birgit Kindler über aktuelle Themen in Purkersdorf.
Ernst Jauck

Zur NÖN-Wahldiskussion mit den Kandidaten aller antretenden Parteien lud die Purkersdorfer NÖN in die Bühne. Auffällig: Es diskutierten nur Männer auf der Bühne. Von SPÖ, ÖVP, Liste Baum und Grüne sowie Bürgerliste „Wir in Purkersdorf“ waren es jeweils die Spitzenkandidaten Stefan Steinbichler, Andreas Kirnberger, Josef Baum und Martin Cipak. Bei den NEOS sprang Christoph Angerer für den verletzten Spitzenkandidaten Gerald Pistracher ein, und statt Alfred Tauber für die FPÖ Zoran Kovacevic (Platz zwei).

NEOS-Gemeinderat Christoph Angerer wies darauf hin, dass man auf der Liste bei neun Kanidaten vier Frauen habe. „Das ist okay, kann immer mehr sein“, so Angerer. Martin Cipak von der Bürgerliste „Wir in Purkersdorf“ meinte, dass er mit Hans Christian Jägersberger die Liste gegründet habe und gerne mehr Frauen auf der Liste gehabt hätte: „Es hat sich aber niemand gefunden. Derzeit kandidiert eine Frau auf Platz drei.“

Andreas Kirnberger (ÖVP) informierte, dass vor fünf Jahren ein neuer, junger Vorstand gegründet wurde. „Mit Barbara Posch vorne auf der Liste sind wir gut auf gestellt“, ist Kirnberger überzeugt. Zoran Kovacevic (FPÖ) berichtete, dass in der Partei Frauen und Männer gleichgestellt seien. Josef Baum (Liste Baum und Grüne) betonte, dass auf der Liste die Plätze zwei bis vier von Frauen besetzt seien. „Ich bin mir sicher, dass wir eine starke, weiblich geprägte Fraktion haben werden.“

Stefan Steinbichler (SPÖ) meinte, dass die Plätze bis 21 Personen seien, die sich im Gemeinderat befinden. „Unsere Frauen sind nicht üppigst vertreten. Aber wir haben Powerfrauen, die vieles leisten.“

Zusammenarbeit von Bürgern und Experten

Zu Beginn wurde das vorherrschende Thema Raumordnung, die neu entwickelt werden soll, besprochen. Wesentlichster Bestandteil für Kirnberger (ÖVP), ist die Zusammenarbeit von Bürgern und der Expertenkommission „Diese Idee haben wir eingebracht“, so Kirnberger.

Für Zoran Kovacevic (FPÖ) ist es wichtig, dass keine Bauten mehr entstehen, die nicht nach Purkersdorf passen. Hier seien Bürger und Experten notwendig, um eine Reglementierung zu schaffen. Josef Baum (Liste Baum und Grüne) freut sich, dass die größeren Parteien die Idee zur Bausperre aufgenommen hätten. Er will durchsetzen, dass die Firmen mit klaren Vorgaben beauftragt werden, „im Sinne der Klimapolitik“. Wichtig sei es, konkret zu wissen, wo man hinwill. Seiner Meinung nach, seien einige Flächen falsch gewidmet.

Martin Cipak (Bürgerliste) wies darauf hin, dass es zur Bausperre einen einstimmigen Beschluss im Gemeinderat gegeben habe. Ihm sei es wichtig, auch mit Bürgerbeteiligung schnell zu arbeiten – und auch, was das Thema Nachhaltigkeit betrifft.

Einen langfristigen Plan wollen die NEOS entwerfen. „Dann muss man schauen, welche Maßnahmen und Mittel man dazu braucht“, so Angerer. Gebremst habe ihn in seiner Euphorie aber, dass alles so lange dauern würde. „Den Drive vermisse ich“, meint er.

Steinbichler (SPÖ) informierte, dass es bei der Bausperre Grundregeln geben würde, die eingehalten werden müssten. „Städteplaner arbeiten nach einem gewissen Schema. Alle Blickpunkte werden beachtet“, so Steinbichler, der gewisse Gebiete einzeln beleuchten will. Zur Raumordnung wird auch ein Verkehrskonzept entwickelt. Baum forderte, dass bei den Radwegen eine Revolution notwendig sei. Derzeit seien nur „Alibi-Geschichten“ passiert. Fuß- und Radwege und Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel sind ihm ein Anliegen. „Es erfordert Mut von der Gemeinde, diesen Weg zu gehen“, meint Baum, der auch kritisiert, dass die ÖVP Parkplätze und den Ausbau der Radwege fordert. „Das geht sich nicht aus“, sagt Baum. „Wenn man will, dann schon“, gibt Kirnberger (ÖVP) zurück, seiner Meinung nach sollen Öffi-Angebote und Radwegenetz erweitert werden. Eine gute Planung sei wichtig.

Steinbichler betont, dass man zwar Kleinigkeiten in Purkersdorf bewegen könne, aber auch überregional denken müsse und die umliegenden Gemeinden einbeziehen.

Das sah auch Cipak (Bürgerliste) so: „Die Umsetzung wird nicht einfach, aber wir müssen einen guten Konsens finden, mit Land und Gemeinden.“

Bus, Radwege und Sicherheit

Kovacevic (FPÖ) geht es vordergründig um die Purkersdorfer, die er beim Verkehrskonzept einbeziehen will. Hier seien neben Radwegen auch Busstationen wichtig. Auch die Verkehrssicherheit ist ihm ein Anliegen, seiner Meinung nach würde es zu wenige Schutzwege geben.

Angerer (NEOS) fordert einen Radweg für entlegene Gebiete, wie die Baunzen sowie für Sagberg eine S-Bahn-Station. Außerdem könnte er sich ein Taxi-Modell wie in Eichgraben vorstellen.

Für den Bahnhof Unterpurkersdorf haben die Parteien einige Visionen. Ein Schulstandort wurde von allen Parteien genannt. Auch leistbares Wohnen sit dort ein Thema, , ebenso wie ein Wirtschaftsstandort, die Verlegung des Jugendzentrums sowie eine Kinderbetreuungseinrichtung.

Leistbares Wohnen – beispielsweise auch die Schaffung von Gemeindewohnungen – sowie notwendige Infrastruktur mit ausreichend Hort- und Kindergartenplätzen soll angegangen werden, um gerade junge Familien in Purkersdorf halten zu können. Dabei waren sich die Parteien großteils einig. Angerer (NEOS) kritisierte allerdings, dass man keine großen Pläne machen könne, da die Budgetsituation das nicht zulassen würde.

Steinbichler (SPÖ) wies darauf hin, dass man in wichtige Projekte sehr wohl investieren könne.