Ein Zentrum für alle in Mauerbach: Debatte im Gemeindeat

In der Schlossparkhalle soll Generationenzentrum entstehen. Der SPÖ ist Vertrag zu unklar formuliert, ÖVP sieht in Kritik Schikane.

Erstellt am 29. Dezember 2021 | 05:39
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Michael Strozer kann die Kritik der SPÖ nicht nachvollziehen.
Foto: ÖVP

Um das Freizeit- und Sozialangebot in Mauerbach auszubauen, soll ein neues Generationenzentrum in der Schlossparkhalle entstehen. Dafür konnte der Vorsitzende des Sozialausschusses, ÖVP-Gemeinderat Michael Strozer, den in Mauerbach ansässigen Verein „Menschengarten“ als Betreiber gewinnen.

Das Angebot umfasst etwa die Schaffung eines Demenz-Cafés oder den Ausbau bereits bestehender Angebote, wie Elternbildung, Erste-Hilfe-Kurse, Babytreffs, Familiencafés sowie Gesundheits- und Bildungsangebote. Es soll aber auch um Jugendangebote, die jetzt ausgearbeitet werden, erweitert werden. Außerdem soll die Zusammenarbeit mit den in der Gemeinde tätigen Vereinen und Organisationen ausgebaut werden.

„Vertrag klingt gut, sagt aber nichts aus“

Das Modell läuft vorerst bis Ende des Schuljahres und wird dann vom Sozialausschuss evaluiert. Außerdem wird das Angebot laufend mit dem Menschengarten regelmäßig überprüft und ausgewertet.

Scharfe Kritik an dem Projekt gibt es von der SPÖ. Die Mandatare kritisieren, dass zu viele Begriffe und Formulierungen unklar formuliert sind. „Der Vertrag klingt gut, sagt aber nichts aus“, meint SPÖ-Gemeinderat Wolfgang Beran. Ihm fehle es außerdem an konkreten Vorstellungen und einem Konzept. „Wir haben das Gefühl, dass da von der Gemeinde keine konkrete Vorstellung da ist. Was wollen wir damit erreichen, wie soll das aussehen, welche Zielgruppe wird angesprochen?“

Außerdem befürchtet Beran eine Ungleichbehandlung der anderen in Mauerbach tätigen Vereine, die bei Benutzung der Schlossparkhalle Miete bezahlen. „Das ‚Umetikettieren‘ der Angebote vom Menschengarten im Abtausch gegen einen Gemeindezuschuss ist unseriös“, kritisiert Beran weiter.

Die SPÖ-Mandatare hätten sich für eine erneute Behandlung im Sozialausschuss ausgesprochen, der Antrag wurde aber abgelehnt.

„Ein Projekt der Gemeinde“

Strozer kann die Kritik nicht nachvollziehen. „Das Generationenzentrum ist ein Projekt der Gemeinde. Die Verantwortlichen des Menschengartens organisieren und setzen das breite Angebot um, weil sie das professionell können und die Erfahrung haben. Das wäre mit zusätzlichen Angestellten in der Gemeinde gar nicht möglich“, meint Strozer.

Er sieht die Kritik der SPÖ in erster Linie als Schikane. „Die SPÖ gönnt uns keinen Erfolg im Sozialbereich. Mit der Forderung nach Konzepten und zusätzlichen Sitzungen soll das Projekt so lange zerredet werden, bis es vom Tisch ist.“

Auch von den Grünen gab es Kritik. „Diese war nicht unberechtigt. Ihnen war etwa die Länge der Beauftragung zu lange. Das haben wir schließlich im Zuge eines Abänderungsantrags geändert“, erklärt Strozer.

Das Generationenzentrum wurde schließlich mit den Stimmen von ÖVP und Grünen beschlossen. Die Angebote sollen mit Anfang des Jahres starten. Eine Übersicht der Angebote gibt es auf www.mauerbach.gv.at und www.menschengarten.at .