Monica Weinzettl: Kreatives Multitalent und Realistin. Monica Weinzettl ist ein kreatives Multitalent und Realistin. Neben der beruflichen Neuorientierung ist ihr Tierschutz wichtig.

Von Nadja Büchler. Erstellt am 29. Januar 2020 (04:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Monica Weinzettl lebt seit vielen Jahren in Purkersdorf. Ein wichtiger Treffpunkt für sie und ihren Mann Gerold Rudle ist das Shakespeare Pub. Dort haben sie auch geheiratet.
Nadja Büchler

Die Rolle von Österreichs berühmtester Sekretärin, Frau Knackal, ist nur ein kleiner Ausschnitt ihrer beruflichen Bandbreite. Monica Weinzettl stand auf der Bühne, drehte für Film und Fernsehen, sie schrieb für Zeitungen und ein eigenes Buch. Als Möbel-Designerin betrieb die Purkersdorferin die „Kastlwerkstatt“ und sorgte als Personal-Trainerin für eine gute Figur ihrer Kunden. Die gebürtige Wienerin zog mit 13 Jahren nach Gablitz und vier Jahre später nach Purkersdorf.

Schon als Schülerin im Sacre Coeur Pressbaum war ihr klar, sie wollte Schauspielerin werden. Sie nahm neben Andrea Händler, Roland Düringer und Alfred Dorfer Privatunterricht bei Herwig Seeböck. Ihre Bühnenpräsenz startete sie mit Frau Knackal im Stück „Mahlzeit“ der Kabarettgruppe „Schlabarett“.

NÖN: Sie hatten den Wunsch Schauspielerin zu werden. War der Weg als Kabarettistin vorgezeichnet?
Monica Weinzettl: Nein. Ich wollte klassische Schauspielerin am Burgtheater werden. Doch nach der zweiten Rolle war mir klar, viel Interpretationsspielraum habe ich beim Texte Lernen nicht. Das war nichts für mich. Beim Kabarett habe ich mir am Anfang nicht zugetraut, dass ich lustig bin. Die Rolle der Frau Knackal hat mir da sehr geholfen. Bei ihr konnte ich mich hinter dem Plastikbusen und der blonden Perücke gut verstecken. Ein Kostüm hilft einem Schauspieler immer.

Die Sitcom „MA 2412“ ist die Verfilmung des letzten Programms der Gruppe Schlabarett mit Roland Düringer und Alfred Dorfer. Wie kam es zur ORF Produktion?
Wir haben das Programm eineinhalb Jahre gespielt. Kathrin Zechner, damalige ORF Programmdirektorin, hat das Stück gesehen und die Idee geboren, daraus eine Sitcom zu machen. Aber Gerhard Zeiler, der damalige ORF-Chef, wollte das nicht umsetzen. Er fand es nicht lustig. Erst viel später konnte sie ihn überzeugen und wir haben begonnen zu drehen.

Was haben Sie in der Zwischenzeit gemacht?
Das Schauspiel-Business ist sehr hart und man braucht eine dicke Haut - die ich eigentlich nicht habe. Ich wusste niemanden, mit dem ich gemeinsam auf der Bühne stehen wollte. Roland Düringer und Alfred Dorfer hatten bereits mit ihren Solo-Programmen begonnen, und ich wollte nicht mehr kämpfen. Ich habe mich nie in etwas verbissen, sondern einfach etwas anderes gemacht. Das Leben ist so kurz und es gibt so viel zu entdecken.
Ich habe drei Trainer-Ausbildungen gemacht und habe damit Personal-Training angeboten. Irgendwann ist das Magazin „News“ auf mich aufmerksam geworden und hat einen Bericht über mich gebracht. Danach ging es recht schnell. Ich musste Trainer aufnehmen, da ich die große Nachfrage nicht alleine bewältigen konnte, und habe somit eine Traineragentur aufgebaut. Diese habe ich bald übergeben, da ich beruflich wieder einen anderen Weg eingeschlagen habe.

Ich habe mich nie in etwas verbissen, sondern einfach etwas anderes gemacht

Wie ist es weitergegangen?
Ich habe immer schon gerne geschrieben und habe das für die Kurier-Beilage „Freizeit“, das Magazin „Beauty“ und den Reitwagen gemacht. Ich war Co-Autorin von Alfred Worm für das Sachbuch „Mein Gesundheitsplan - das 365 Tage Prinzip“ und habe ein eigenes Buch „Workaut - Bedienungsanleitung für ihren Körper“ geschrieben.

„Der Reitwagen“ ist ein Magazin für Motorradfahrer. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Ich wurde angefragt, ob ich bereit wäre für ein Fotoshooting auf einem Motorrad. Die Burschen wussten, dass ich fahren kann. Der weibliche Anteil der Leser war im Aufschwung und man wollte darauf reagieren. Ich durfte dann auch die Artikel dazu schreiben. Sieben Jahre war ich dabei und wurde zu Motorrad-Tests auf der ganzen Welt geschickt. Es war eine spannende Zeit. Allein deshalb, weil dieser Bereich dermaßen Männer besetzt ist und ich mich jedes Mal wieder beweisen musste. Oft haben die anderen Testfahrer geglaubt, ich bin als Begleitung dabei.

Ist Kabarett heute noch zeitgemäß?
Ich glaube, das klassische Nummern-Kabarett fällt bereits in den Bereich „Old School“.Wir wollen noch ein Programm schreiben und aufführen. Die Art der Präsentation wollen wir zeitgemäßer gestalten. Darüber hinaus wollen wir uns beruflich breiter aufstellen. Das soll aber nicht heißen, dass wir nie wieder auf einer Bühne stehen werden. Aber Gerold hat Gefallen an der Moderation gefunden, und ich tauche gerade in die Welt von Instagram ein.

Das eigene Heim und den Garten schöner und gemütlicher zu machen, ist eine Passion von mir

Mit der „Weltverschönerin“ sind sie auf Facebook und Instagram vertreten. Um welchen Inhalt geht es?
Ich hab einige Jahre Möbel angemalt, beklebt und neu gestaltet. Die Möbel sind so gut angekommen, dass sich daraus eine Geschäftsidee entwickelt hat und Gerold und ich haben die „Kastlwerkstatt“ gegründet. Wir hatten ein Geschäft in Purkersdorf und eines in Wien. Nach zwei Jahren war uns die Doppelbelastung aus Geschäft und Kabarett zu viel. Das eigene Heim und den Garten schöner und gemütlicher zu machen, ist eine Passion von mir. So kam mir die Idee, mein Wissen und meine Ideen online zu verbreiten. Seitdem gibt es meine Webseite, die vor allem über Instagram befüllt wird. Ich beschäftige mich gerade sehr intensiv mit dem Thema Social Media und bin dabei, mich neu aufzustellen. Zukünftig möchte ich es schaffen, damit Geld zu lukrieren.

Monica Weinzettl und Gerold Rudle mit einem Foto aus ihrem zehnten Programm „zum X-ten Mal“.
Manfred Halwax

Sie sind Botschafterin des Wiener Tierschutzvereins. Ist ihnen sichtbares Engagement wichtig?
Mir persönlich ist die Sichtbarkeit nicht wichtig. Aber für die Sache schon. Ich lebe schon seit vielen Jahren vegetarisch. Ich will nicht, dass ein Tier wegen mir sterben muss. Der Wiener Tierschutzverein ist gänzlich auf private Spenden angewiesen. Im Herbst 2019 habe ich eine Kabarett-Benefiz-Gala organisiert. Wir konnten an dem Abend 25.000 Euro für den Tierschutzverein aufstellen. Solche Aktionen sind wichtig.

Sie bemühen sich um einen Lebensstil, in dem Umwelt- und Tierschutz eine Rolle spielen. Wie setzen Sie das um?
Es geht vor allem um Achtsamkeit. Zu überlegen, wo kommt mein Essen her, was kaufe ich ein, wie verhalte ich mich meinen Mitmenschen, den Tieren und der Umwelt gegenüber. Wir wollen nicht mehr Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sein. Gerold und ich probieren die vegane Ernährung aus. Ansonsten wollen wir ein angemessenes, ökologisches Leben führen - in dem Maße, in dem es möglich ist.