Maria Landau: „Jede Perle ist ein Unikat“. Maria Landau hat sich 2011 als Künstlerin selbstständig gemacht. In ihrem Gablitzer Atelier in der Leopold-Schober-Gasse fertigt sie aus Glas Schmuckstücke, Figuren und Schlüsselanhänger.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 30. April 2021 (03:43)
2011 machte sich die Gablitzerin Maria Landau als Glasperlen-Künstlerin selbstständig. Ihr Atelier hat sie sich in ihrem Keller eingerichtet.
privat, privat

Vor zehn Jahren hat Maria Landau ihren Job als Chefsekretärin an den Nagel gehängt, um sich ihren Traum erfüllen zu können, als Künstlerin zu arbeiten. Sie richtete sich im Keller ihres Hauses in der Leopold-Schober-Gasse eine Werkstatt ein und begann unter dem Label „Grenzenlos Kreativ“ handgemachte Glasperlen herzustellen. „Ich habe es als Hobby begonnen und dann ist es ausgeartet“, lächelt Landau im NÖN-Gespräch.

2006 sah sie einer Perlendreherin bei der Arbeit zu. Die Gablitzerin war fasziniert davon, wie zähflüssig ein harter Glasstab werden kann, wenn man ihn nur lange genug in eine offene Flamme hält. „Ich finde es spannend. Es gibt so viele Möglichkeiten und Materialien, die man zusätzlich zum Glas noch einarbeiten kann. Es macht mir nach wie vor viel Spaß“, sagt Landau. Sie besuchte Kurse, um das alte Handwerk des Glasperlendrehens zu erlernen. Und nach einiger Zeit wollte die Künstlerin den Schmuck und die Figuren nicht nur herstellen, sondern auch verkaufen.

„Es hat mich einfach interessiert auf einem Kunsthandwerksmarkt auszustellen“, erzählt die Gablitzerin, die damals auch begann, ihre Stunden als Sekretärin zu reduzieren. Die ersten Jahre versuchte Landau, als nebenberufliche Künstlerin tätig zu sein. Schnell wurde ihr aber klar, dass das Glasperlendrehen sie wirklich erfüllte. „Es war sehr gut überlegt. Es müssen einfach einige Sachen passen, sonst kann das sehr schnell in die falsche Richtung gehen. Ich würde mich nicht trauen, von heute auf morgen einen 40-Stunden-Job einfach hinzuwerfen. Bei mir war der Vorteil, dass ich langsam hineinwachsen konnte, weil ich es die ersten Jahre nebenberuflich gemacht habe“, erklärt die Glasperlen-Künstlerin.

Detailarbeiten machen am meisten Spaß

Am liebsten hat Landau es, wenn sie Figürliches formen kann. Kleine Würmer, Marienkäfer oder witzige Figuren aus Comics: Die Detailarbeit macht der Gablitzerin am meisten Spaß. „Jede Perle ist ein Unikat“, sagt Landau, die gerne Kundenwünsche umsetzt, sich aber auch Inspirationen aus ihrem Umfeld holt: „Ich habe zum Beispiel aktuell süße, kleine und nicht ansteckende Coronaviren. Ich sehe sie als Erinnerungsstück. Sie sollen ein Zeichen dafür sein, dass wir alles schaffen und es auch gemeinsam durchstehen können.“

Wie lang sie für eine Perle braucht, kann Landau nur schwer abschätzen. Die Fertigstellung eines Produktes hänge zum Beispiel von der Größe und den Materialien ab. „Man kann im Prinzip sagen, der reine Fertigungsvorgang kann zwischen zehn Minuten und zwei Stunden dauern. Ich habe mir aber abgewöhnt, auf die Uhr zu schauen, gerade wenn ich neue Techniken ausprobiere. Mir ist wichtiger, dass das Ergebnis passt und ich Zeit in das Produkt gesteckt habe, als dass ich mir selbst Druck mache. Man muss nur jede Perle in einem Stück fertigmachen“, erklärt Landau.

Auch kleine lächelnde Coronaviren können aus Glas hergestellt werden.
NOEN

Ein Highlight im Jahr ist für die Künstlerin normalerweise der Adventmarkt vor der Wiener Karlskirche. Dieser fällt aber seit Corona aus. „Es ist eine wahnsinnig schwierige Zeit, auch für Kunsthandwerker und Selbstständige. Bei den letzten Märkten im letzten Jahr hat man gemerkt: Die Corona-Situation wirkt sich immens aus, es war nicht mehr das unbeschwerte Flanieren, das es vorher war“, erzählt Landau, die von den Markt-Umsätzen oft mehrere Monate leben kann. Um den Verlust zu kompensieren, startete die Künstlerin mithilfe ihres Mannes einen Online-Shop, der gut ankam. Nichtsdestotrotz freut sich Landau, wenn wieder Märkte stattfinden können. „Ich stehe jedes Jahr fünf Wochen vor der Karlskirche am Adventmarkt und das ist eine intensive aber auch sehr schöne Zeit, weil man viele Leute aus der ganzen Welt kennenlernt. Und ich finde es besonders schön, wenn ich weiß, dass mein Schmuck in Kalifornien oder Mexiko getragen wird. Das erfüllt mich mit Stolz“, so die Gablitzerin.

Tag der offenen Tür steht bevor

Wer Maria Landaus Kunst hautnah erleben will, kann in die Landesgalerie Krems fahren, wo einzelne Stücke gekauft werden können oder die Tage der offenen Tür besuchen. Diese finden am 29. und 30. Mai von 14 bis 18 Uhr in der Leopold-Schober-Gasse statt. Nähere Informationen dazu gibt es unter www.grenzenlos-kreativ.at oder unter 0699/170 911 32.