Neuer Saal soll Treffpunkt in Gablitz werden. Bürgermeister Cech will sich für Bau eines multifunktionalen Saals einsetzen. Grüne fordern runden Tisch und Volksbefragung.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 04. März 2021 (03:51)
Auf den Grundstücken der Kongregation, die die Gemeinde pachten würde, soll das neue Ortszentrum entstehen. Bürgermeister Michael Cech plant neben einem neuen Hauptplatz auch einen Veranstaltungssaal.
Veraszto

ÖVP-Bürgermeister Michael Cech.
privat

Die Pläne für das neue Ortszentrum werden wieder konkreter: Die Übersiedlung des Gemeindeamtes ist vom Tisch. Statt der einst geplanten 800 Quadratmeter großen Festhalle kann sich ÖVP-Bürgermeister Michael Cech nun vorstellen, einen kleineren Veranstaltungssaal zu bauen.

Zuletzt ließ der Ortschef prüfen, ob das Gemeindeamt ins Zentrum übersiedeln könnte. Cech hätte sich ein dank Gastronomie und Hauptplatz stark frequentiertes Ortszentrum vorstellen können. Die Räumlichkeiten des derzeitigen Gemeindeamtes in der Linzer Straße hätten danach für eine Hort-Erweiterung genützt werden können. Doch die Überlegung stellt sich nach einer Überprüfung des Gebäudes durch einen Bausachverständigen des Landes als zu teuer heraus.

„Bei diesem Großprojekt braucht es volle Transparenz und die bestmögliche Einbindung aller.“ Gottfried Lamers (Grüne)

Nun will sich der Bürgermeister für den Bau des bereits vorgeschlagenen multifunktionalen Saals im Ortszentrum einsetzen und diese Variante mit dem Gemeinderat besprechen. Wie bereits berichtet, könnte der verkleinerte Veranstaltungsraum auch als Gemeinderatssitzungs-und Trauungssaal fungieren. „Es gab seitens des Gablitzer Architekten Thomas Kreiner dazu auch eine interessante Idee, diesen Saal mit einer Glasfront in Richtung des neuen Hauptplatzes zu öffnen. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass ein solcher Saal von circa 300 Quadratmetern viele Vereine für Sport und Bewegung aufnehmen könnte“, erklärt Cech. So wäre auch die Festhalle von etwaigen Sportkursen entlastet und stehe nur mehr der Schule als Turnsaal zur Verfügung oder könnte als Veranstaltungsstätte für bis zu 400 Personen verwendet werden.

Glashalle soll parallel zum Saal saniert werden

Parallel dazu soll auch die Glashalle saniert werden, damit kleinere Events dort stattfinden können. „Die Glashalle hat jetzt als Corona-Teststation bewiesen, dass sie durch Größe, Lage an der B1 und mit ausreichend Parkplätzen eine wichtige Infrastruktur ist. Ich bin absolut dafür, dass wir die Glashalle sanieren“, betont der Ortschef.

Die Erweiterung des Horts ist bei dieser Variante über der Festhalle geplant. Außer, es ergibt sich eine Kooperation mit der Stadtgemeinde Purkersdorf, erklärt Cech: „Die Purkersdorfer Volksschule platzt aus allen Nähten und braucht ein neues Gebäude. Dazu habe ich mit Bürgermeister Stefan Steinbichler eine neue Option abgestimmt. Purkersdorf denkt daran, in diesem neuen Gebäude eine Ganztagsschule aufzubauen. Ich würde beim derzeitigen Bevölkerungswachstum in Gablitz davon ausgehen, dass in einer gemeinsamen Ganztagsschule dann ein bis zwei Klassen aus Gablitz befüllt werden würden.“ Damit sei eine Hort-Erweiterung nicht dringend notwendig, so der Ortschef.

Für den Bürgermeister hätten diese Zentrumspläne einen klaren Vorteil: Die Umsetzungen könnten in Etappen durchgeführt werden, damit auch das Gemeindebudget nicht auf einmal belastet wird. „Mein Ziel ist, dass wir noch im März eine Entscheidung treffen, wie wir das Zentrum entwickeln wollen“, sagt Cech.

Grüne-Gemeinderat Gottfried Lamers.
privat

Kritik zum Vorgehen des Ortschefs hagelt es aber vonseiten der Grünen: „Es ist unseriös, dass die ÖVP in diversen Medien seit Wochen erneut groß über neue Pläne im Ortszentrum schwärmt, diese dann selbst revidiert und nun wieder andere Pläne verkündet, obwohl bisher keinerlei Grundlage im Gemeinderat diskutiert wurde. Bei diesem Großprojekt braucht es volle Transparenz und die bestmögliche Einbindung aller“, betont Gottfried Lamers, Gemeinderat und Fraktionssprecher der Grünen.

Er fordert einen runden Tisch und eine offene Diskussion. Außerdem machen sich die Grünen für eine Volksbefragung stark. „Unabhängig davon, wie man zu dem Projekt steht, die konkrete Umsetzung sollte nicht ohne ausreichend Zustimmung aus der Bevölkerung in Angriff genommen werden“, sagt Lamers und verweist auf die Gemeinde Wolfgraben, die 2019 ebenfalls die Bürger zur Gestaltung des Ortszentrums befragt hat. Wenn man sich im Frühjahr auf Pläne einigt, könnte die Befragung im Sommer stattfinden, so der Gemeinderat. Und nicht zuletzt müsse die Finanzierung geklärt werden.

„Unabhängig davon, wie man zu dem Projekt steht, die konkrete Umsetzung sollte nicht ohne ausreichend Zustimmung aus der Bevölkerung in Angriff genommen werden“

Bürgermeister Cech versteht die Kritik der Grünen nicht: „Ich finde es sehr schade, dass die Grünen genau das tun, was sie mir fälschlicherweise vorwerfen, nämlich nur über die Medien zu kommunizieren. Mich hat kein einziger Grüner irgendetwas zum Thema Zentrum gefragt.“ Zur Volksbefragung sagt der Ortschef: „Wenn es schließlich mehrere finanzierbare Varianten gibt, dann kann ich mir eine Befragung der Bevölkerung sehr gut vorstellen.“