Jugendarbeit in neuer Form in Purkersdorf. SPÖ-Bürgermeister Steinbichler möchte Jugendarbeit mit weniger Budget als im Vorjahr neu aufstellen.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 13. Januar 2021 (03:48)
SPÖ-Bürgermeister Steinbichler möchte Respect nicht mehr unterstützen.
Rainer Fried

Der Purkersdorfer Jugendverein Respect war in den letzten Monaten immer wieder Thema. Wie SPÖ-Bürgermeister Stefan Steinbichler mitteilte, soll die Jugendarbeit in Purkersdorf 2021 neu aufgestellt werden. „Respect soll in der bisherigen Form von uns nicht mehr unterstützt werden“, informiert der Stadtchef.

Sein Wunsch ist es, junge Purkersdorfer, die sich bereits mit Jugendlichen beruflich auseinandergesetzt haben, für die Jugendarbeit in der Stadt einzusetzen. Zudem sollen keine Politiker mehr direkt involviert sein. „Wir sammeln derzeit Ideen, um ein komplett neues Konzept aufstellen zu können“, erklärt Steinbichler. Um ein neues Konzept bemüht ist auch der für Jugendarbeit zuständige ÖVP-Stadtrat Albrecht Oppitz. Ob und inwieweit eine Zusammenarbeit mit Respect fortgeführt wird, kann er derzeit aber noch nicht sagen. „Solange es keine bessere Alternative gibt, sind wir an diesen Verein gebunden“, erklärt Oppitz.

Auflagen wurden umgesetzt

Grundsätzlich wurden einige Auflagen, die dem Verein gesetzt wurden – wie etwa die Gehaltskürzung beim Geschäftsführer – umgesetzt. „Weil es sich bereits im Herbst des Vorjahres abgezeichnet hat, hat der Verein begonnen, die Strukturen umzustellen“, erzählt der Jugendstadtrat, der zugleich auch als Kassier im Vorstand des Jugendvereins Respect tätig ist. Es gab einen Vorstandsbeschluss, bei der Geschäftsführung finanziell einzusparen, was auch umgehend umgesetzt wurde. Um Kosten einzusparen, wurde zudem der zweite Standort in der Kaiser Josef-Straße 8 mit Jahresende aufgelassen. „Da der Mietvertrag ausläuft, haben wir beschlossen, das Kulturhaus in der Kaiser Josef-Straße 49 zu einem Jugendtreff auszubauen“, so Oppitz.

Jugendstadtrat Oppitz setzt sich für professionelle Jugendarbeit ein.
NOEN, privat

Auch die Einsparungen vonseiten der Stadtgemeinde erschweren die finanzielle Situation. Für die Jugendarbeit wurden im Voranschlag 40.000 Euro budgetiert – um 20.000 Euro weniger als im vergangenen Jahr. „Ich habe mich für eine Förderung eingesetzt, aufgrund der finanziellen Gegebenheiten ist eine entsprechend hohe Förderung aber leider nicht möglich“, bedauert Oppitz.

Grundsätzlich wird sich der Jugendausschuss jetzt damit beschäftigen, wie die Jugendarbeit in Purkersdorf künftig aussehen soll. „Wesentliche Fragen werden etwa sein: Wo sollen die Schwerpunkte liegen? Mit welchen Maßnahmen kann präventiv gegen Vandalismus und Gewalt vorgegangen werden?“, sagt Oppitz. Robert Eder, Respect-Geschäftsführer, hofft, dass die Zusammenarbeit weiter fortgesetzt wird. „Wir möchten im Februar am neuen Standort unser Jugendzentrum eröffnen“, sagt Eder.