Erstellt am 13. Juni 2018, 03:33

von Martin Gruber-Dorninger

Privat ist nicht gleich privat. Martin Gruber-Dorninger über das bedenkliche Bild eines Polizisten.

Ein Mann aus der Region Purkersdorf postet auf Facebook ein Bild eines Modellfliegers mit Hakenkreuzen darauf. Er wird angezeigt, das Verfahren aber kurze Zeit danach eingestellt. Wenige Monate später ein weiteres Posting von ihm mit einem Bild, das vier Männer der Wehrmacht zeigt, die eine Wohnung stürmen. Darunter steht „Hausbesuche vom Fachmann seit 1933“.

Das kann wohl nur für jene Menschen lustig sein, die den Nationalsozialismus verharmlosen und sich über das Schicksal der Opfer lustig machen. Nun ist der Mann auch noch bei der Polizei in Wien und führt womöglich „Hausbesuche“ berufsbedingt auch höchstpersönlich durch. Da kann man die als
Privatperson geposteten Ansichten nur mehr schwer von der Arbeit trennen. Denn schließlich ist die Polizei ausführende Gewalt und hat, wie Justitia bei der Judikative selbst, blind gegenüber jeglichen Vorurteilen zu sein.

Wenn das schon mehrfach nicht der Fall war, wäre hier nicht nur Nachhilfeunterricht in Geschichte, sondern auch vom Arbeitgeber angebracht.