Die Qualirunden waren zu viel. Claus Stumpfer über Pratamas Extraklasse im Badminton und Wildcardplätze „daheim“.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 27. Februar 2019 (02:17)

Bei den Austrian Open in Wien hat Pressbaums Legionär Adi Pratama gezeigt, dass er unter den Spielern in Österreichs Bundesliga das Maß aller Dinge ist. Als einziger bringt der Indonesier das Format mit, internationale Klasseathleten einigermaßen zu fordern. Der ÖBV muss dankbar sein, dass der ASV Pressbaum diesen Spieler im Land hält, sodass er als Sparring-Trainer den Talenten im Wiener Trainingszentrum zur Verfügung steht. Pratama ist die einzige Orientierungsmarke zur internationalen Klasse für unsere Spieler. Das Ausscheiden von Luka Wraber, der österreichischen Nummer eins, gleich in Runde eins, spricht Bände über das derzeitige spielerische Niveau im Land.

Dass Pratama bei diesem hochklassigen Turnier in der Wiener Stadthalle bis ins Viertelfinale einziehen konnte, war fantastisch. Allerdings stellt sich die Frage, was noch alles möglich gewesen wäre, hätte er eine Wildcard erhalten, um sich die kräftezehrenden Qualifikationsrunden zu ersparen.

Denn es war der Substanzverlust, der Pratama gegen den jungen Chinesen Liu Haichao keine Chance ließ. Dass das Ausnahmetalent Haichao dann selbst im dritten Satz des Finales die Kräfte verlassen haben, zeigt deutlich, wie die Qualirunden in einem solchen Topturnier nachwirken.