Polzer garantiert Bodenhaftung. Über regionale Fußballklubs mit starken Frauen und Pressbaums Idealbesetzung.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 22. Januar 2020 (01:32)

Frauen an der Spitze von Fußballklubs der Region sind nicht neu. Christine Rieger hat den SV Gablitz in ruhiges Fahrwasser manövriert. Auch Rosemarie Lintner galt beim FC Purkersdorf als allmächtig. Anders als Rieger wollte die „Kassierin“ hoch hinaus — und scheiterte!

Dass Polzer aus dem SV Pressbaum einen „FC Hollywood“ macht, ist aber nicht zu erwarten. Sie weiß um dessen bodenständige Tradition. Nie hat man Landesliga-Luft geatmet, nie wurde mit Regional- oder gar Bundesliga geliebäugelt. Vorteil: Die Fallhöhe ist selbst bei einem Crash niedrig.

Die Gefahr, dass der Klub keinen neuen Vorstand finden würde, bestand daher auch nie. Ein schuldenfreier Klub, den die Gemeinde unterstützt und der gute Nachwuchsarbeit macht: Was soll da schon schief gehen?

Jutta Polzer ist als Integrationsfigur erste Wahl. Man fragt sich: Warum hat das so lange gedauert? Nun, Polzer selbst hatte im NÖN-Gespräch ihre Obfrauschaft im September ausgeschlossen. Unvereinbar mit dem Vorsitz im Ausschuss für Vereine, den sie eben „geerbt“ hatte, wäre das, meinte die Gemeinderätin. Gut, dass am Wochenende gewählt wird, die Gemeindeagenden danach neu gemischt werden. Gut für den Klub, den Polzer kennt, wie ihre Westentasche. Und dass Frauen bei Klubs Krisen managen können, hat bereits Rieger bewiesen.