Open-Air war eine Sternstunde in Purkersdorf. Wetter, Stimmung und die großartigen Künstler trugen zur tollen Veranstaltung bei.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 04. September 2019 (04:30)
Ernst Jauck
Opus trat erstmals ohne Sänger Herwig Rüdisser auf, dafür unterstützten STS-Legende Schiffkowitz, Paul Pfleger und Boris Bukowski. Genesungswünsche wurden an den Sänger geschickt.

Besser hätte man sich das große Österreich-Konzert am Hauptplatz nicht wünschen können und das, obwohl die Vorzeichen aufgrund einiger Krankheiten gar nicht gut standen. Opus-Sänger Herwig Rüdisser musste wegen einer Herz-Operation absagen, Ulli Bäer hatte eine Leisten-OP hinter sich und Wolfgang Ambros benötigt Krücken zum Gehen.

„Ich bin unglaublich glücklich, dass wir diesen Abend so hinbekommen haben. Es hat viel zusammen gespielt, die Stimmung und das Wetter waren perfekt. Manchmal hat man Glück. Es war ein großer Tag für die Stadt“, freut sich Organisator Niki Neunteufel. Nach wenigen Stunden Schlaf hat er gleich am Hauptplatz seine Kontrollrunde gedreht. „Zum Glück gab es keine Schäden, und ich bin auch immer wahnsinnig erleichtert, wenn ich vom Samariterbund höre, dass es keine Einsätze gab.“

„Er ist einfach der König vom Wienerwald“

Die Veranstaltung sei für ihn eines der Highlights in den vergangenen knapp zwei Jahrzehnten gewesen, in denen er den Open-Air-Sommer organisiert. „Das Konzert war eine der Sternstunden – die Künstler haben großartig zusammen gespielt. Sie mögen sich auch untereinander. Spontan kann ich mich nur an den gemeinsamen Auftritt von Fendrich und Ambros erinnern, der auch ähnlich toll gewesen ist“, ist Neunteufel begeistert. Immer, wenn Wolfgang Ambros in seiner alten Heimat spielt, ist der Hauptplatz zum Bersten voll – und so war es auch diesmal. „Er ist einfach der König vom Wienerwald. Die Leute lieben ihn und Wolfgang bedeutet das auch sehr viel“, weiß Neunteufel.

Schon um 19.51 Uhr – also kurz vor Konzertbeginn mussten bereits die ersten Zugänge zum Hauptplatz gesperrt werden. „Ich bin begeistert, dass so viele Menschen nach Purkersdorf gekommen sind. Insgesamt waren sechs von acht Zugängen geschlossen“, so Bürgermeister Stefan Steinbichler. „Wir haben das bewilligte Besucher-Kontingent von 6.000 voll ausgereizt“, ergänzt Vizebürgermeister Viktor Weinzinger.

„Ich bin begeistert, dass so viele Menschen nach Purkersdorf gekommen sind"

Und die vielen Besucher durften sich auf ein Hitfeuerwerk freuen. Schon beim Auftritt von Susan Blake, die mit Country-Musik einheizte, herrschte ausgelassene Stimmung. Danach gab es ein zweistündiges Hitfeuerwerk mit den größten Austropop-Hits. Den Anfang machte die Opus-Band, die erstmals seit 41 Jahren ohne ihren Sänger auf der Bühne stand. Dafür bekam sie Unterstützung von Boris Bukowski und STS-Legende Schiffkowitz sowie Paul Pfleger, Sohn von Ewald Pfleger und alle schickten Genesungswünsche an Herwig Rüdisser ins Krankenhaus. Neben „Kokain“, „Überdosis Gfühl“, „Fürstenfeld“ und „Flying High“ durfte natürlich auch „Live is Life“ nicht fehlen.

Weiter ging es mit Wolfgang Ambros und Wir 4. Der perfekte Einstieg gelang mit „Zwickt‘s mi“, „Vü schena is des G’fühl“ und „Da Hofa“, bei dem jeder Besucher mitsang – ebenso wie bei „Schifoan“, das auf keinen Fall fehlen durfte.

Gänsehaut-Feeling kam dann bei den Zugaben auf: Als bei „Für immer jung“ Schiffkowitz Ambros umarmt und gemeinsam mit Bukowski der Refrain angestimmt wird. Da geriet das obligatorische „I am from Austria“ fast in den Hintergrund.