Wirbel um Ortszentrum in Gablitz. Unausgereifte Verträge seien laut Grünen mit Kongregation und Bundesforsten beschlossen worden. Bürgermeister: „Haben jetzt die Chance für ein Zentrum.“

Von Birgit Kindler. Erstellt am 14. Juli 2019 (03:25)
Shutterstock/Denis Kuvaev
Symbolbild

Heftig diskutiert wurden die Änderungen von Flächenwidmungsplan und Bebauungsplan mit Kongregation und Bundesforsten für das geplante Ortszentrum.

Als unausgereift bezeichnet der geschäftsführende Grünen-Gemeinderat Gottfried Lamers die Verträge zum neuen Ortszentrum, die in der jüngsten Gemeinderatssitzung mehrheitlich von VP, SP und FP beschlossen wurden. Viele Fragen seien offengeblieben. „Während sich die Gemeinde im Vertrag mit den Bundesforsten zu einer Grundstücksumwidmung, der Infrastrukturerrichtung und sogar einer Pönale verpflichtet, ist im Vertrag wieder nicht geregelt, was die Bevölkerung überhaupt davon hat und was am neuen Ortszentrum entstehen soll“, so Lamers.

„Die Grünen haben scheinbar mehr Zeit für die Presse- als für die Gemeindearbeit.“ Michael Cech VP-Bürgermeister

Beim Vertrag mit der Kongregation sei ein Großteil der Formulierungen äußerst unkonkret und damit offen für viele Interpretationen. Beispielsweise seien die Themen Kindergartengruppen und Veranstaltungshalle nicht genau geregelt. „Die Gemeinde verpflichtet sich zu einem 50-jährigen Pachtvertrag, obwohl noch keine Details feststehen, geschweige denn die finanzielle Machbarkeit überprüft wurde.“ Ohne Wissen über Kosten und Gebäudedetails einen derartigen Vertrag einzugehen, sei ein Desaster und höchst riskant. In Workshops hätten Gablitzer ihre Wünsche klar gemacht, über die sei aber erneut drübergefahren worden.

„Die Grünen haben scheinbar mehr Zeit für die Presse- als für die Gemeindearbeit“, meint VP-Bürgermeister Michael Cech als Reaktion auf die Vorwürfe. Seit 50 Jahren wolle man in Gablitz ein Ortszentrum, „das bekommen wir jetzt, das ist unsere Chance“. Bundesforste und Kongregation seien jahrzehntelange Partner der Gemeinde, die sich auf die Gemeinde verlassen.

„Eine Million Euro wurde beispielsweise in den Hochwasserschutz investiert“, berichtet Cech. Als Gemeinde würde man nur den Festsaal errichten, der voraussichtlich cirka 3,5 Millionen Euro kosten werde.

Die Planung für das neue Ortszentrum soll 2020 geschehen, Ende 2020 könnte dann der Spatenstich über die Bühne gehen.