Gablitzerin feiert Premiere als „Sissy“ in Jennersdorf

Erstellt am 30. Juli 2022 | 04:52
Lesezeit: 4 Min
Valerie Luksch aus Gablitz spielt demnächst die junge Kaiserin „Sissy“ bei jOpera Jennersdorf. Seit Kindertagen ist die Bühne ihr Zuhause.
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Nicht nur der neue Sissy-Film Corsage begeistert derzeit Fans der berühmten Habsburger Kaiserin. Ab kommender Woche ist das Leben der blutjungen Wittelsbacherin bis zu ihrer Eheschließung auch auf der burgenländischen Bühne in Schloss Tabor zu sehen. Die Hauptrolle verkörpert die Gablitzerin Valerie Luksch, die im vorigen Sommer als Maria im Musical West Side Story bei den Seefestspielen Mörbisch brillierte.

„Alles begann mit einem Zeitungsausschnitt, der mein Leben veränderte.“

Als weibliche Hauptfigur fühlte sie sich „in einer ganz speziellen Blase und Hype. Es war ein Sommer und eine Stimmung, die ich niemals vergessen werde“, strahlt Luksch. Sie lernte dafür spanischen Akzent und ließ sich von ihrem Vater berichten, welche Totenstille im Publikum herrschte, als sie als gebrochene Maria um ihren erschossenen Tony schrie.

Im heurigen Sommer geht es lustiger und unbeschwerter zu. Das Multitalent freut sich, in der Verwechslungskomödie Sissy Operettenlieder, für die ihre Stimme ausgebildet wurde, zu singen.

„Alles begann mit einem Zeitungsausschnitt, der mein Leben veränderte. 2005 zeigte mir meine Großmutter, dass es ein Vorsingen an der Volksoper für die Gründung eines Kinderchors gibt“, erinnert sich Valerie Luksch. Wenige Monate später stand sie im Winterkostüm in der Oper „Der Evangelimann“ auf der Bühne und konnte gar nicht fassen, wie glücklich sie war.

„So vergingen die ersten Jahre an der Volksoper, ich wirkte in vielen Produktionen mit und immer mehr wurde mir klar, dass ich nie wieder etwas anderes machen möchte“, erzählt Luksch. Und spricht auch über den Preis einer Künstler-Kindheit: „Ich verpasste viele Kinder-Geburtstage. Für die zahlreichen Fehlstunden in der Schule musste ich gute Noten schreiben. Oft lernte ich auch hinter der Bühne“, erinnert sie sich.

Parallel dazu nahm sie Ballettunterricht an der Staatsoper und lernte Klavierspielen, wofür sie im Laufe der Jahre wiederholt ausgezeichnet wurde. Nach ihrem Studium an der Theaterakademie August Everding in München gastierte sie mehrfach am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz sowie dem Theater St.Gallen, wo sie im Musical On the Town ihren Lebensgefährten Boris Pfeifer kennenlernte.

Zweimal wurde sie als beste Nachwuchskünstlerin beim Österreichischen Musiktheaterpreis nominiert. 2018 für die Rolle der Chava im Musical Anatevka beim Operettensommer Kufstein, 2019 für die der Magnolia in Show Boat am Stadttheater Baden. Es folgten weitere Engagements, wie die Rolle der Tuptim im Musical The King and I, Kathy Selden im Musical Singin´ in the Rain und Irene Molloy im Musical Hello Dolly.

Dahinter stand immer Fleiß, harte Arbeit, Pünktlichkeit, Entbehrlichkeit, Konzentration, Disziplin und Präzision. „Wenn dann die Zuschauer nimmer zum Klatschen aufhören und man immer wieder zum Verneigen auf die Bühne kommt, dann fühlt sich so ein geschuftetes und geschultes Künstlerherz so richtig wohl“, lacht Luksch.

Gesangsunterricht mit 14 Jahren

Mit 14 nahm sie zusätzlich privaten klassischen Gesangsunterricht, die Stunden finanzierte sie mit dem selbst verdienten Geld aus der Volksoper. „Da ich parallel immer viel und gerne getanzt habe, kristallisierte sich bald heraus, dass mich die Kombination aus Gesang und Tanz besonders reizt, weshalb ich mit dem Gedanken zu spielen begann, Musicaldarstellerin zu werden“, erzählt sie weiter.

Anschließend resümiert sie: „Ich werde das Gefühl, nach zwei Jahren Corona-bedingtem Berufsverbot vor mehr als 6.000 Zuschauern `Tonight´ zu singen, niemals vergessen - es war letzten Sommer unbeschreiblich in Mörbisch.“

Und blickt freudig in die nächsten Wochen: „Umso schöner ist es für mich, heuer erneut im sonnigen Burgenland arbeiten zu dürfen. Ich freue mich unheimlich auf die Rolle der Sissy, auf die Musik von Fritz Kreisler mit Gänsehaut-Effekt und auf viele tolle weitere Momente auf Schloss Tabor.“

Im Herbst geht es dann für Valerie Luksch zurück nach München, in der Rolle der Lucy im Musical Dracula. Boris Pfeifer spielt parallel am Raimundtheater in Rebecca. „Da werde ich Online-Dating mit dem eigenen Partner machen“, lacht sie sonnig.

Seit drei Jahren genießt sie mit ihm ihre Homebase am Waldrand, die Spaziergänge mit Hund Chip und die Lebensqualität ihres Gartens am Hauersteig. Und ab und zu, wie in Kindertagen, ein kleines Konzert in familiärem Rahmen mit ihrem Bruder Nikolaus, der im klassischen Bereich als Tonmeister arbeitet und ein sehr talentierter Geiger ist.

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