Nach Lockdown: „Öffnung ist wie eine Neugeburt“. Die Bühne Purkersdorf sperrt am 28. Mai mit „Saxofour“ die Türen wieder auf. Gefeiert wird das mit einer Weltpremiere.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:25)
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„Hurra, wir dürfen wieder aufsperren!“ – nach mehr als sechs Monaten „Winterschlaf“ überwiegt die Freude bei Karl Takats und Werner Deimel von der Bühne Purkersdorf, die Veranstaltungsstätte für Besucher wieder öffnen zu dürfen. Der NÖN gaben die beiden einen Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen und einen Rückblick, wie sie die Zeit des kulturellen Stillstands verbracht haben.

Noch ist die Bühne in der Bühne Purkersdorf leer. Bühnen-Chef Karl Takats und sein Co Werner Deimel freuen sich, ihren Besuchern ein umfangreiches Programm bieten zu können.
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NÖN: Wie geht es Ihnen damit, nach so langer Zeit wieder aufzusperren?
Karl Takats: Wir freuen uns sehr, dass wir wieder öffnen dürfen. Die Bühne begleitet uns mittlerweile schon seit zehn Jahren als zweites Wohnzimmer und wir sind doch ständig da, weil wir hier unsere Büros haben. Jedes Mal, wenn wir hineingegangen sind, wurden wir mit der tristen Leere konfrontiert. Die Öffnung der Bühne ist für uns wie eine Neugeburt, eine schöne Perspektive.

Werner Deimel: Ich würde am liebsten schon Tische und Sessel aufstellen, aber es ist noch nicht geputzt. Der große Generalputz steht uns in den nächsten Tagen noch bevor.

Haben Sie damit gerechnet, Mitte Mai wieder aufsperren zu können?
Takats: Ich habe mir gedacht, dass wir vor dem Sommer nicht öffnen werden, irgendwann im Herbst vielleicht. Dass das jetzt stattfindet, unter den Umständen, wie es ist, ist gut für die Bühne und für uns alle. Ich hoffe nur, dass sich nicht bald wieder herausstellt, dass es eine schlechte Idee war, dass wir so früh aufgesperrt haben und dann wieder geschlossen wird.

Ich würde am liebsten schon Tische und Sessel aufstellen, aber es ist noch nicht geputzt

Wie haben Sie die Zeit während des Lockdowns verbracht?
Takats: Die administrativen Jobs laufen natürlich weiter. Im Hintergrund ist trotzdem viel Arbeit, da ändert sich im Grunde genommen nichts. Das Umorganisieren etwa ist trotzdem zu tun. Es hat Bands gegeben, die mussten wir mehrmals verschieben. Während des Lockdowns gab es auch Videodrehs in der Bühne.

Deimel: Es war toll zu sehen, wie etwa das Theater Purkersdorf da war und manche Tische plötzlich woanders gestanden sind – es hat sich etwas bewegt, es war wieder Leben in der Bühne. Bevor wir jetzt aufsperren, geht es darum, wieder die ganzen Einkäufe zu machen, schauen, dass auch alles da ist, was wir für den ersten Tag brauchen. Die Menschen sollen wieder zu ihren kulinarischen Genüssen kommen. Wir reduzieren außerdem das Speisenangebot, gehen aber davon aus, dass bei zugewiesenen Sitzplätzen eine Konsumation möglich ist.

Wie ist es Ihnen finanziell in den letzten Wochen und Monaten ergangen?
Takats: Die Gemeinde hat uns glücklicherweise nicht fallen lassen. Das war eine wirklich immense Unterstützung. Es hat eine Zusicherung gegeben, gleich zu Beginn der Pandemie und sie haben das wirklich eingehalten und uns nicht im finanziellen Regen stehen lassen. Das finde ich super, weil immerhin nennen wir uns alle Kulturstadt Purkersdorf. Zudem erhielten wir finanzielle Unterstützung durch den NPO-Fond, der Vereinen unter die Arme greift sowie vom Land Niederösterreich. Ohne die Unterstützung wären wir seit mindestens einem halben Jahr zu. Es sind einfach keine Einnahmen da.

Die Menschen sollen wieder zu ihren kulinarischen Genüssen kommen

Mit welchem Programm wird die Bühne nach sechs Monaten Stillstand wieder öffnen?
Deimel: Am 28. Mai geht es los mit Saxofour. Und das gleich mit einem Jubiläum und einer Weltpremiere. Das Quartett feiert sein 30-jähriges Jubiläum bei uns in der Bühne, und das erstmals zu sechst – Bass und Schlagzeug sind mit dabei. Das gab es bei der Band noch nie - sondern erstmals bei uns in der Bühne.

Takats: Das ist wie eine Art Testballon, weil wir bis dato noch keine offizielle Verordnung haben, die uns genau sagt, was wir dürfen, wie viel, unter welchen Umständen, etc. Also das gleiche Szenario wie letztes Jahr, als wir wieder begonnen haben, aber es wird alles ein bissl anders.

Worauf bereiten Sie sich konkret vor?
Takats: Wir rechnen mit einem nicht so großen Ansturm. Auch deswegen, weil seit rund sieben Monaten die Verunsicherung da ist, ob etwas aufsperren kann oder nicht und unter welchen Umständen. Die Leute haben nach wie vor Angst vor der Ansteckung. Für uns stellen sich noch viele Fragen, wie etwa, wie wir QR-Codes kontrollieren sollen.

Deimel: Was für die Menschen auch noch erschwerend hinzukommt, ist, dass sie vermutlich während des gesamten Konzerts die Masken aufhaben werden und vorher noch testen gehen müssen. Viele werden das nicht wollen.

Wir werden alle Sicherheitsmaßnahmen penibelst einhalten

Mit welchen Maßnahmen werden die Besucher rechnen müssen?
Takats: Wir werden alle Sicherheitsmaßnahmen penibelst einhalten. Wir haben zwar noch keine Verordnung, wissen aber schon in etwa, was auf uns zukommen wird. Auf jeden Fall wird es eine Obergrenze von 100 Besuchern geben. Außerdem wird es am Eingang drei Stufen geben. Die erste Stufe ist die Kontrolle, ob der Besucher geimpft oder getestet ist, beziehungsweise erkrankt war. Danach kommt er weiter zum Werner.

Deimel : Bei mir an der Kassa wird kontrolliert, ob der Besucher eine Karte hat. Hier erfolgt anschließend auch die Platzzuweisung. Danach kommt das Eintragen in die Liste mit Kontaktdaten. Erst dann geht es mit der Maske zum Tisch. An der Bar wird es wieder das Einbahnsystem geben. Eine Konsumation wird nur am Platz erlaubt sein.

Was passiert bei einer Absage oder Verschiebung des Konzerts?
Takats: Die Leute bekommen ihr Geld zurück oder die Karte gilt für den verschobenen Termin. Das hat in den letzten Monaten sehr gut funktioniert.

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