Region Wienerwald: Fragen an die Spitzen-Kandidaten

Erstellt am 24. Jänner 2023 | 22:17
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Foto: VPNÖ, Herbert Käfer, FPNÖ, Dusek, NEOS, MFG, privat
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Braucht die Region S-Bahn, O-Bus oder beides?

Doris Schmidl (VPNÖ): Die Region kann sich bereits auf ein engmaschiges Öffi-Netz verlassen. Mit der vorgestellten Regio S-Bahn wird weiter ausgebaut. Auch künftig wird es einen vernünftigen Mobilitätsmix brauchen. Dafür werden wir uns auch in Zukunft einsetzen. Beim Busangebot muss der gesamte Bezirk profitieren.

Kathrin Schindele (SPÖ):  Beides. Der Öffi-Ausbau muss endlich umgesetzt werden. St. Pölten muss, als prosperierendes Herz Niederösterreichs, aus allen Landesteilen gut und unkompliziert erreichbar sein.

Martin Antauer (FPÖ): Beides. Der Öffi-Ausbau muss endlich umgesetzt werden. St. Pölten muss, als prosperierendes Herz Niederösterreichs, aus allen Landesteilen gut und unkompliziert erreichbar sein.

Fabian Schindelegger (Grüne): Was die Region endlich braucht, sind gut ausgebaute Bus- und Bahnverbindungen, vor allem auch am Wochenende und in der Nacht – und dafür machen wir Grüne uns seit Jahren stark.

Niko Formanek (NEOS): Zumindest eine der beiden Optionen.

Herbert Wit (MFG): Die Region benötigt sicherlich ein sehr gutes und ausbaufähiges öffentliches Verkehrsnetz. Dieses sollte mit Bahn und Bus bewerkstelligt werden. Vor allem ist es erforderlich, dass die einzelnen Linien aufeinander abgestimmt sind, um lange Wartezeiten zu vermeiden.

Christiane Maringer (KPÖ): Es braucht beides, und zwar rasch. In der Stadt ist dringend eine Verdichtung der LUP-Takte nötig!

Braucht es eine S 34?

Doris Schmidl (VPNÖ): Um Bodenverbrauch und Verkehrsentlastung unter einen Hut zu bringen, haben sich Land und Bund zu Recht auf eine Redimensionierung des Projektes geeinigt. Wichtig ist, dass Landwirte entsprechende Ersatzgründe bekommen.

Kathrin Schindele (SPÖ): Die Stadt und auch die Anrainer und Anrainerinnen brauchen Entlastung auf der einzigen Nord-Süd-Verbindung der Stadt. Bis heute gibt es keine Informationen über die groß angekündigte Alternative zur S 34 seitens der Verkehrsministerin.

Martin Antauer (FPÖ): Da das Verkehrsnetz in St. Pölten für das Wachstum nicht mehr ausreicht und ständige umweltschädliche Staus die Folge sind, wäre eine Ostvariante für Pendler optimal. Hier müsste weit weniger versiegelt werden.

Fabian Schindelegger (Grüne): Nein, im Gegenteil: Statt unsere Natur mit der dreckigen und veralteten Asphaltwüste S 34 zu zerstören, müssen wir das Geld in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investieren.

Niko Formanek (NEOS): Nein!

Herbert Wit (MFG): Keine Antwort

Christiane Maringer (KPÖ): Nein, das Geld ist sinnvoller in den öffentlichen Verkehr investiert. Ein Ausbau und die kostenfreie Nutzung der Öffis helfen den Menschen finanziell und der Umwelt.

Braucht St. Pölten eine Volluniversität?

Doris Schmidl (VPNÖ): St. Pölten hat sich in den vergangenen Jahren zu einem hervorragenden FH- und Uni-Standort entwickelt. In den letzten 20 Jahren ist hier viel weitergegangen – ich verstehe, dass es den Wunsch nach einer Volluniversität gibt.

Kathrin Schindele (SPÖ): Ja, denn schon jetzt ziehen viele zum Studieren nach Wien. Mit ihnen verlässt auch Know-how Niederösterreich – deshalb braucht es eine öffentliche Volluniversität mit Sitz in St. Pölten.

Martin Antauer (FPÖ): In Österreich gibt es sechs Volluniversitäten in den größeren Bundesländern, bedauerlicherweise keine im flächenmäßig größten NÖ. Das führt seit Jahrzehnten zu einer Abwanderung von gut gebildeten, jungen Menschen nach Wien.

Fabian Schindelegger (Grüne):  Uns ist wichtig, dass öffentlich finanzierte Studienplätze ausgebaut werden. Eine Volluniversität scheint jedoch eher ein SPÖ-Prestigeprojekt zu sein als tatsächlich notwendig.

Niko Formanek (NEOS):  Nein!

Herbert Wit (MFG): Das lässt sich so einfach nicht beantworten. Aber wenn ich mir die derzeitige Situation von Uni-Absolventen ansehe, dann muss man feststellen, dass viele keine adäquate Anstellung bekommen und daher den Beruf wechseln müssen.

Christiane Maringer (KPÖ):  Macht Sinn, wir sind aber nur dafür, wenn es eine öffentliche ist, die zudem den ganzen Zentralraum einbezieht. Also dass etwa die Unterbringung der Studenten nicht einseitig in St. Pölten die Mietpreise in die Höhe treibt.

Braucht es mehr Windräder, PV-Anlagen, Wasserkraft etc. in der Region, um leistbaren Strom zu gewährleisten?

Doris Schmidl (VPNÖ): Der Ausbau von PV-Anlagen ist voll im Gange, Windräder werden re-powert, damit die bestehenden Anlagen mehr Leistung bringen. Natürlich werden einzelne Standorte dazukommen. Bereits jetzt ist Niederösterreich Vorreiter, wenn es um erneuerbare Energie geht.

Kathrin Schindele (SPÖ): Erneuerbare Energieformen sind die Zukunft. Viele Gemeinden leisten hier Großartiges. St. Pölten zum Beispiel ist Sonnenmeister und Windkrafthauptstadt. Der weitere Ausbau von erneuerbaren Energieformen ist unbedingt notwendig.

Martin Antauer (FPÖ): Prinzipiell heiße ich erneuerbare Energien gut, derzeit ist es aber nicht möglich, ganz NÖ damit zu versorgen. Es bräuchte zigtausende Windräder, um den Bedarf im Land abzudecken. Hier stellt sich die Frage, ob wir das in unserem Landschaftsbild haben wollen. Deshalb sollte „Fracking“ angedacht werden.

Fabian Schindelegger (Grüne): Wir müssen raus aus Öl und Gas und rein in die erneuerbare Zukunft. Unabhängigkeit und Klimaneutralität gelingen uns nur, wenn wir ambitioniert Windkraft und PV-Anlagen ausbauen.

Niko Formanek (NEOS): Natürlich! Ja!

Herbert Wit (MFG): Aus meiner Sicht ist eine umfassende preiswerte Stromversorgung nur dann möglich, wenn es ein Konzept für herkömmliche Stromerzeugung und erneuerbare Energie gibt. Windräder sind keine Lösung, PV auch nur bedingt. Wenn kein Wind und keine Sonne, dann auch kein Strom.

Christiane Maringer (KPÖ): Um die Klimaziele zu erreichen, ja. Beim Ausbau müssen aber Umweltschutzkriterien mitbeachtet werden. Also PV-Anlagen zuerst auf bereits versiegelten Flächen: auf großen Dächern, über Parkplätzen und so weiter.

Was erwarten Sie sich für ein Ergebnis im Wahlkreis?

Doris Schmidl (VPNÖ): Unser Ziel ist es, eine blau-rote Koalition zu verhindern – damit Johanna Mikl-Leitner weiterhin unsere Landeshauptfrau bleibt. Dazu wollen wir einen möglichst großen Beitrag liefern.

Kathrin Schindele (SPÖ): Ich hoffe, dass viele Menschen zur Wahl gehen und die Absolute der Mehrheitspartei fällt. Besonders freuen würde es mich natürlich, wenn viele Menschen der Sozialdemokratie, mir, das Vertrauen schenken.

Martin Antauer (FPÖ): Ich führe täglich zahlreiche Bürgergespräche. Die Stimmung ist gut, die Zeichen stehen auf Veränderung. Das Ergebnis steht jedoch erst am Wahltag fest. Eine prozentuelle Angabe wäre reine Spekulation.

Fabian Schindelegger (Grüne): Wir nehmen aus den zahlreichen Begegnungen im Wahlkampf viel positives Feedback mit. Ich hoffe auf ein starkes Ergebnis für die Grünen und damit für den Klimaschutz.

Niko Formanek (NEOS): Ich hoffe auf ein gutes Ergebnis für die Menschen im Land und vor allem die zukünftigen Generationen.

Herbert Wit (MFG): Wir erwarten, dass die Wahl ohne Manipulationen abläuft, und hoffen, dass wir genug Stimmen erhalten, um in den Landtag einzuziehen, um dort die Meinungen und Wünsche der Bürger zu vertreten unter dem Motto „Gemeinsam für NÖ“.

Christiane Maringer (KPÖ): Für uns ist jede Stimme ein Gewinn, weil sie unterstreicht, dass die Menschen für ein solidarisches Miteinander, für dauerhaft soziale Verbesserungen sind. In dem Sinne bleiben wir auch nach der Wahl dran.

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