Purkersdorfer Bezirksgericht: Bouhafa folgt Hoch als Vorsteherin

Claudia Bouhafa ist neue Leiterin des Purkersdorfer Bezirksgerichts. In kommenden Wochen soll digitaler Akt umgesetzt werden.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:36
Lesezeit: 2 Min
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Claudia Bouhafa ist seit 3. Jänner neue Vorsteherin des Bezirksgerichts Purkersdorf.
Foto: Melanie Baumgartner

Seit 3. Jänner 2021 hat das Bezirksgericht Purkersdorf eine neue Vorsteherin. Claudia Bouhafa folgt auf Dennis Hoch, der Ende 2021 als Vorsteher ans Bezirksgericht Neulengbach gewechselt ist, die NÖN berichtete:

Bouhafa war davor 21 Jahren am Bezirksgericht Leopoldstadt in Wien tätig. Den Wechsel nach Purkersdorf beschreibt sie als „nette Abwechslung“.

„Der Weg von meinem Wohnort nach Purkersdorf ist fast kürzer als in den zweiten Bezirk. Außerdem ist das Gericht hier kleiner, bei 20 Richtern in Wien ist jeder für einen Teilbereich zuständig. Diese Aufteilung ist hier eigentlich nicht möglich“, erzählt die neue Vorsteherin im NÖN-Gespräch. Das schätzt sie auch im Hinblick auf die Ausbildung von Rechtspraktikanten, die einen umfassenden Einblick erhalten.

Generell schätzt sie den ländlichen Charakter des Bezirksgerichts Purkersdorf. „Es ist schön, wenn man aus dem Fenster in einen Garten schaut und nicht in einen Innenhof.“ Aber nicht nur hinsichtlich der Umgebung gibt es Unterschiede, sondern auch bei den zu verhandelnden Themen. „Nachbarschaftsstreitigkeiten sind am Land häufiger als in der Stadt. Dazu zählen etwa Belästigungen durch Licht- und Geräuschemissionen oder auch Belästigung durch Grillen. Aber auch Hecken und Thujen können ein großer Streitpunkt sein“, erzählt die Vorsteherin.

Streitigkeiten enden deshalb nicht selten vor Gericht. Für Bouhafa ist es dann wichtig, jeder Partei genügend Raum zu geben, um die eigene Position darstellen zu können. „Man kann von einer guten Verhandlung sprechen, wenn ausreichend Klarheit über alle Dinge geschaffen wurde“, meint sie.

Verwaltung, Austausch und Verhandlungen

Die Aufgaben eines Vorstehers sind vielfältig – aber sowohl in der Stadt, als auch am Land ähnlich. Dazu zählt nicht nur die Verwaltung, sondern auch der Austausch mit den Mitarbeitern des Bezirksgerichts. Außerdem stehen Verhandlungen an der Tagesordnung von Bouhafa.

„Drei Tage in der Woche wird verhandelt. Dazwischen kümmere ich mich um die Büroarbeit sowie um die Aufgaben und Probleme der Mitarbeiter des Gerichts“, schildert Bouhafa in Kürze ihren Berufsalltag.

Aktuell arbeitet sie die seit November liegen gebliebenen Akten und Fälle auf. „Da mein Vorgänger das Bezirksgericht mit November verlassen hat, wurden seither nur die notwendigsten Dinge erledigt. Das arbeite ich jetzt auf“, erklärt Bouhafa.

Ziel für die nahe Zukunft ist es, den Einstieg in die Digitalisierung und Etablierung des digitalen Akts zu bewältigen. „Ich arbeite bereits seit einem Jahr mit dem digitalen Akt, hier in Purkersdorf beginnt die Umstellung erst“, schildert sie. Die Einschulung der Mitarbeiter soll bereits kommende Woche beginnen.

Auch ein persönliches Ziel hat sich Bouhafa gesteckt: „Ich möchte das ländliche Gebiet kennenlernen und hier heimisch werden.“