Region Purkersdorf: Nur Schule von zuhause. Schließung der Volksschulen überraschte Direktoren. Bundesregierung versprach Betreuung für alle Kinder. Wie sich zeigt, wird das Angebot mehr genutzt, als erwartet.

Von Melanie Baumgartner, Kristina Veraszto und Christine Hell. Update am 25. November 2020 (19:51)
Der Unterricht in der Mittelschule in Pressbaum findet seit Dienstag von Zuhause aus statt. Eine Betreuung für die Kinder ist aber vorhanden.
NÖN

Seit Dienstag gelten im Bildungsbereich verschärfte Lockdown-Regeln: Jetzt sind auch die Pflichtschüler im Fernunterricht. Eine Entscheidung, die nach langen öffentlichen Debatten für die Volksschul-Direktoren doch überraschend kam, wie ein NÖN-Rundruf zeigt. „Ich habe damit gerechnet, dass die AHS-Unterstufen und die Mittelstufe geschlossen werden, aber nicht die Primärstufe. Ich habe bis zuletzt gehofft, dass diese offenbleibt“, sagt Christa Walzel, Direktorin der Volksschule Tullnerbach. Die Bundesregierung versprach am Samstag aber Betreuung für all jene, die eine brauchen. Und das Angebot wird gerne angenommen: In Tullnerbach sind derzeit 40 Kinder für die Betreuung angemeldet, wobei nicht alle Schüler jeden Tag kommen, wie Walzel erklärt: „Manche sind nur zwei Tage in der Woche da.“

„Ich war guter Dinge, dass die Volksschulen offenbleiben“

In Purkersdorf ist die Nachfrage noch höher: 80 von 400 Kindern werden jeden Vormittag je nach Stundenplan in der Schule sein. Direktorin Manuela Dundler-Strasser ist davon ausgegangen, dass mehr Eltern das Betreuungsangebot in Anspruch nehmen werden, als noch im Frühjahr, mit 80 Anmeldungen hätte sie aber nicht gerechnet. Generell kam für sie die Einstellung des Regelunterrichts in den Volksschulen unerwartet. In Purkersdorf habe es keine positiv getesteten Lehrer oder Schüler gegeben. „Ich war guter Dinge, dass die Volksschulen offenbleiben“, so Dundler-Strasser. In Mathematik und Deutsch habe es bereits Schularbeiten gegeben, die restlichen Arbeiten will die Direktorin für die Schüler so gut wie möglich verteilen: „Wir werden darauf achten, dass nicht alles vor Weihnachten zusammenkommt.“

Diesen Plan hat auch Christa Walzel in Tullnerbach.

Tanja Frischmann, Direktorin der Volksschule Mauerbach, war überrascht, dass die Volksschulen nun via „Distance Learning“ unterrichtet werden. „Ich habe nicht mit Fernunterricht, sondern mit Schichtbetrieb gerechnet“, meint Frischmann. Für die nächsten Wochen bekommen die Kinder einen Wochenplan, sodass sie möglichst selbstständig arbeiten können. „Zusätzlich werden Kinder, die einen Förderbedarf haben, stundenweise in Kleingruppen in die Schule geholt“, erklärt die Direktorin. Die Volksschule Mauerbach bietet ebenfalls Betreuung an. Für die erste Woche sind pro Tag 25 bis 20 Kinder angemeldet.

Direktor Thomas Pölzl, Schulleiter der NÖ Mittelschulen Neulengbach und Pressbaum, hat am Wochenende mit den Lehrern Kontakt aufgenommen und sie über den neuerlichen Lockdown informiert. „Die Lehrkräfte haben in Folge alle Eltern davon in Kenntnis gesetzt“, sagt der Direktor. In den Mittelschulen wurde für die Betreuung bereits ein Einsatzplan erstellt. „Es wurden Anmeldungen getätigt und es können noch laufend Kinder für die Betreuung in der Schule angemeldet werden“, erklärt Pölzl. Dies sei auch für eine tageweise Betreuung möglich.