Maria Grafendorfer: „Musik ist Bereicherung“. Maria Grafendorfer war 22 Jahre lang Direktorin der Volksschule in Mauerbach. Wichtig war ihr vor allem, dass sich alle wohlfühlen, denn „dann kann gut gearbeitet werden“.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 08. Oktober 2020 (04:21)
Maria Grafendorfer verlässt nach 22 Jahren als Direktorin die Volksschule Mauerbach.
Melanie Baumgartner

22 Jahre war Maria Grafendorfer Direktorin in der Kaiser Franz Josef Jubiläumsvolksschule in Mauerbach. Am 1. Oktober ist sie in ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten. Anlässlich dessen bat die NÖN die frischgebackene Pensionistin zum Gespräch.

NÖN: Wie war der letzte Schultag?
Maria Grafendorfer: Eine Hochschaubahn der Gefühle. Es ist schon ein Abschiednehmen, das fällt einem natürlich nicht leicht, wenn man so lange in der Schule tätig war. Ich habe das wirklich sehr, sehr gerne gemacht.

Wie hat Ihre Schullaufbahn als Lehrerin begonnen?
In meinem ersten Dienstjahr 1981 war ich in Ebergassing in der Volksschule. Dann 16 Jahre lang in Gablitz als Lehrerin. Da habe ich vier Klassen von der ersten bis zur vierten geführt. In Gablitz habe ich auch einen Chor gehabt, ich bin ein sehr musischer Mensch. Für mich ist Musik ein sehr wichtiger Punkt, und dadurch war es umso schöner, in eine Musikvolksschule als Schulleiterin zu wechseln. 1998 bin ich nach Mauerbach gekommen. Zu Beginn habe ich eine erste Klasse übernommen. In meinem zweiten Dienstjahr als Direktorin war ich freigestellte Leiterin.

Was waren Ihre Aufgaben als Volksschuldirektorin?
Natürlich sehr viel administrative Aufgaben. Im Prinzip zu schauen, dass gut gearbeitet wird an der Schule. Für mich war immer wichtig, dass es den Lehrerinnen gut geht, somit geht es auch den Kindern gut. Und mit gut gehen meine ich wohlfühlen, denn nur wenn man sich wohlfühlt, kann man meines Erachtens gut arbeiten und das ist auch für die Schülerinnen und Schüler wichtig, um gut lernen zu können.

Für mich war immer wichtig, dass es den Lehrerinnen gut geht, somit geht es auch den Kindern gut

Auf welche Highlights können Sie zurückblicken?
Wir sind ja eine Kaiser Franz Josef-Jubiläumsschule, die 1908 erbaut wurde, und so habe ich die Schule 1998 im Prinzip auch übernommen. Von der räumlichen Struktur her ganz anders als sie heute ist. Sehr sehr kleine Klassenzimmer und auch schon renovierungsbedürftig. Deshalb gab es im Schuljahr 2003/04 den großen Umbau. Im Prinzip wurde aus einer alten ehrwürdigen Jubiläumsschule ein moderner, den Anforderungen der Jetzt-Zeit entsprechender neuer Schulbau gemacht. Man hat versucht, die alten Strukturen nach Möglichkeit zu erhalten. Das hat bedeutet, dass wir einen Zubau bekommen haben. Bevor der Umbau gestartet hat, haben wir ein sehr schönes Nostalgiefest mit Zeitzeugen gefeiert. Ein zweites Highlight war die 100 Jahr-Feier 2008 mit einem vom Elternverein veranstalteten Jubiläumsball am Ende der Jubiläumswoche, die wir mit den Kindern gestaltet haben. Vor sechs oder acht Jahren haben wir eine Bläserklasse installiert, in Zusammenarbeit mit der Musikschule, der Blasmusik, der Gemeinde und eben der Volksschule. Da wurde ein sehr erfolgreiches Projekt gestartet. Musik ist aus meiner Sicht sehr bereichernd für die Entwicklung der Kinder.

NÖN: Worauf freuen Sie sich jetzt in der Pension?
Mehr Zeit zu haben für die Familie, zu schauen, was macht mir wirklich Freude, außer der Schule. Hobbys zu entdecken und zu pflegen. Ich bin Obfrau der Chorgemeinschaft Wienerwald Purkersdorf, wir haben vor, mit den Proben wieder langsam zu beginnen. Mehr lesen können, mehr im Garten tun und vor allem meinen Hund betreuen. Schauen, was auf mich zukommt und was mir Freude macht.