Ein Leben lang mobil: Gablitzer Verein hat viel vor

Erstellt am 17. Juni 2022 | 05:12
Lesezeit: 3 Min
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Gina Wörgötter möchte den Verein „Eh mobil“ gründen.
Foto: Lichtpunkt Fotografie
Mit dem Verein „Eh mobil“ wollen Gina Wörgötter und ihre Mitstreiter die Autonutzung in Gablitz revolutionieren. Aktuell werden die Statuten ausgearbeitet.
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Er kommt aus Nordamerika und beschreibt Frauen, die jeden Nachmittag im Einsatz sind, um ihre Kinder von einer Freizeitaktivität zur anderen zu kutschieren, der Begriff „Soccer Mom“.

Auf Niederösterreich angewandt, kann von unzähligen „Soccer Moms“ und „Soccer Dads“ gesprochen werden, die tagtäglich ihre Autos starten, um dem Nachwuchs die Möglichkeit zu geben, sportlichen oder musikalischen Interessen nachzugehen. - Und dabei Unmengen von CO 2 produzieren.

Pensionisten, die kein Auto mehr lenken können, haben es am Land besonders schwer. Oft ist es unmöglich, von einem Ort zum anderen zu gelangen. Was bleibt also anderes übrig, als zu Hause zu bleiben und auf soziale Kontakte zu verzichten.

Dies sind nur zwei Beispiele, die zeigen, in welchen Bereichen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins „Eh mobil“ rund um Gina Wörgötter aktiv sein möchten. Nicht nur ältere Menschen sollen vom Projekt profitieren, sondern auch Eltern und Personen aller Altersgruppen.

Wir wissen aufgrund vieler Gespräche, dass der Bedarf groß ist.“ GINA WÖRGÖTTER Gemeinderätin und Initiatorin

„Wir wollen mit einer Steigerung der Mobilität von Jung und Alt etwas für den Naturschutz tun, etwa durch eine Reduktion des Individualverkehrs oder die Möglichkeit eines Verzichts auf ein Zweitauto, und besonders die soziale Komponente in den Vordergrund stellen. Damit soll es uns gelingen, die Menschen ins Gesellschaftsleben zurückzubringen und die Generationen zu verbinden“, zeigt sich Wörgötter nach dem ersten Treffen des Vereins zuversichtlich.

Ziel des Abends war es, der Bevölkerung die Idee des Projekts näherzubringen sowie Interessierte zu finden.“ Und ich finde, das ist uns gelungen. Wir sind jetzt 16 engagierte Leute, die wild entschlossen sind, etwas zum Besseren zu verändern.“ Was der junge Verein jetzt noch braucht, sind weitere Mitstreiter. Interessierte können unter gina@flimmer.at Kontakt aufnehmen.

Das Ziel ist fest im Blick: Mit Herbst geht es los

Und die Planungen sind bereits sehr konkret. Rund um den „Gablitzer Klimatag“ am 17. September soll der Probebetrieb, vorerst mit Mietfahrzeugen oder Privatautos, aufgenommen und drei Monate lang getestet werden. Für Mitarbeitende gibt es dabei erhebliche Vergünstigungen. So können sie unter anderem das Auto zu einem sehr geringen Preis außerhalb der Betriebszeiten nutzen.

Davor ist ein reger Austausch mit anderen Vereinen, die bereits ähnliche Dienste anbieten, wie der Energie- und Umweltagentur des Landes und „Klimaaktiv Mobil“, der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt und Energie, geplant.

„Wir wissen aufgrund vieler Gespräche, dass der Bedarf groß ist“, ergänzt Wörgötter. „Außerdem hoffen wir auf die Unterstützung unseres Projekts durch die Gemeinde, denn es kann nur positiv sein, wenn sich das Mobilitätsangebot vergrößert.“

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