Geschichten aus dem Ort: Krippenbauer Kramel erzählt aus Wolfsgraben

Erstellt am 15. Mai 2022 | 05:35
Lesezeit: 3 Min
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Franz Kramel und seine Lebensgefährtin Maria Geißbüchler präsentieren das Buch „Geschichten aus Wolfsgraben“ hier beim Samstag-Markt im Wirtshaus Oliver.
Foto: Monika Närr
Franz Kramel sammelte Geschichten aus der Gemeinde Wolfsgraben, die er jetzt in einem neuen Buch erzählt.
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Franz Kramel, vielen auch als Krippenbauer bekannt, sammelte alte, mündlich überlieferte Geschichten aus Wolfsgraben, die er nun in einem hübsch gestalteten Buch zusammen stellte. Elisabeth Potesil aus dem Heimbautal, als Malerin vielen schon lange bekannt durch ihre Verkaufsstände etwa bei Weihnachtsmärkten, fertigte wunderschöne Aquarelle dazu an.

Das Gemeinschaftswerk ist ein ideales Geschenk für Groß und Klein sowie alle, die einen Bezug zu Wolfsgraben haben und auch an seiner gelebten Orts-Historie interessiert sind.

„Wenn man Geschichten nicht aufschreibt, sind sie fort“, so die Motivation von Franz Kramel, diese zu publizieren, „damit sie nicht verloren gehen“. Schon in der frühen Jugend der 50er- und 60er-Jahre hörte er immer gerne den Geschichten seines Großvaters zu. Später sammelte er über die Jahre mündlich überlieferte Erzählungen und verrät unter jeder Story, wer sie ihm mitgab.

Vor drei Jahren entstand die Idee für das Buch, das Kramel dann in der Pandemie mit Unterstützung seiner Lebensgefährtin Maria Geißbüchler schrieb. Am Titelfoto ist er selbst in seinem unverkennbaren, traditionellen Weihnachtsmarkt-Outfit zu sehen.

Wolfsplage und Geisterhaus

Kramel berichtet etwa über die Wolfsplage im 15. Jahrhundert, über Flüchtende aus Schlesien, die eine neue Heimat im Ort fanden, über begüterte Wiener als Sommerfrischler, das Jagdglück des Engelbauern, den Knecht Hansl-Hoi oder das Waldhäusl. Jugendstreiche werden geschildert, das Geisterhaus am Tabor beschrieben oder Bräuche, wie das Verkleiden der Hochzeitsgäste, die sogenannte Maskerade.

Der beliebte Kalasantiner-Pater Effenberger findet ebenso seinen Platz im Werk, wie eine Aufstellung der 26 Rieden der Hüttler aus dem Jahr 1788, die sich bis Auhof und zum Lainzer Tiergarten erstreckten. Auch Überlieferungen rund um zahlreiche Marterl, Bildstöcke und Kreuze sind zu lesen, wie etwa über das Engel-, Hengstl- oder Taborkreuz.

Bereits in Arbeit ist das nächste Werk des unter die Schriftsteller gegangenen Autors. Der sechsfache Vater und begeisterte Großvater wird sich Familiengeschichten widmen, mehr wird noch nicht verraten.

Das Buch „Geschichten aus Wolfsgraben erzählt von Franz Kramel“ ist im Eigenverlag erschienen. Es kann bei Franz Kramel unter 0664/899 09 94 oder Elisabeth Potesil unter 0680/131 45 41 um 25 Euro bezogen werden.

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