Purkersdorfer Künstlerin in Isolation. 14 Tage lang können Besucher des Theaterfestivals „Hin & Weg“ die Purkersdorfer Schauspielerin Alina Schaller beobachten, während sie in einer Box isst, schläft und lebt.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 31. Juli 2020 (03:44)
In einer Box, die etwas größer als jene am Bild ist, wird Alina Schaller ab 1. August 14 Tage leben, schlafen, essen und arbeiten.Coco Widauer
kollekTief, Coco Widauer

14 Tage ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt – dieser Herausforderung stellen sich fünf Jungschauspieler der Theatergruppe kollekTief. Mit dabei ist auch die 23-jährige Purkersdorferin Alina Schaller. Gemeinsam mit Anna Marboe, Anton Widauer, Felix Kammerer und Tilman Tuppy führt die Purkersdorferin das Experiment im Zuge des Theaterfestivals „Hin & Weg“ in Litschau durch. Die Künstler werden dabei jeder in eine eigene Box gesperrt, in der sie leben, schlafen, essen und arbeiten. Rund um die Uhr können sie dabei von Besuchern des Festivals beobachtet werden. Die Devise dabei lautet: Die Isolierten können sich nicht berühren, die Besucher werden gebeten, sich ebenfalls nicht zu berühren.

Aufgrund der Covid19-Pandemie musste der ursprüngliche Plan überarbeitet werden. „Wir hatten diesen Sommer für das Festival in Litschau ein Stück geplant, das von sehr viel Nähe lebt“, erzählt Reinhardt-Seminar-Student Anton Widauer. „Nun mussten wir uns um 180 Grad drehen und zeigen ‚Bitte nicht berühren‘, ein Stück, das Nähe negiert und leben in Isolation vorführt“, ergänzt Schauspielerin Alina Schaller, die zuletzt etwa in der Serie „Vorstadtweiber“ im ORF zu sehen war.

Beginnend mit 1. August werden die Schauspieler zwei Wochen von der Außenwelt abgeschnitten sein. Nur durch eine Glasscheibe sowie ein Mikrofon im Inneren der Box sind sie mit dem Publikum und den anderen Isolierten jeweils verbunden.

„Covid-19 betrifft alle Menschen gleich. Das Stück zeigt sehr überspitzt das neue Leben und ist ein Versuch, uns der Komplexität des Themas anzunähern“, sagt Alina Schaller. „Wir sind hochaktuell und zeigen die neue Realität ins Extrem getrieben. Eine Realität, die für alle gilt, und für uns, als junge, in unserem Schaffen stark beeinträchtige Künstlerinnen und Künstler, besonders“, meint Anton Widauer.

Nach zwei Wochen in kompletter Isolation endet die Installation mit einer gemeinsamen Aufführung auf der Bühne. Am letzten Tag können die Boxen außerdem von Festivalbesuchern erkundet werden.