Ausstellung zum Jubiläum: Fotos aus 30 Jahren. Zum Jubiläum in Purkersdorf gibt es eine Ausstellung von drei Fotografen.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 17. September 2020 (04:29)
Die Fotografen Markus Berger und Andreas Novotny (vorne, v. l.) sowie Ernst Jauck (hinten, l.) und Niki Neunteufel freuen sich auf die Ausstellung.
Birgit Kindler

„Wir haben mit Weltstars Abende verbracht und Leute gesehen, die man sonst nicht treffen würde“, sind sich Andreas Novotny, Markus Berger und Ernst Jauck einig. Die drei haben als Fotografen alles festgehalten, was sich in den vergangenen drei Jahrzehnten im Nikodemus abgespielt hat.

Aus diesem Grund stellen sie auch ausgesuchte Bilder zur Verfügung unter dem Motto „Sternstunden – 30 Jahre Nikodemus“. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 29. September für geladene Gäste statt, es ist allerdings geplant, dass die Werke länger an den Wänden bleiben, damit sie auch von den Nikodemus-Gästen bewundert werden können.

„Oft wird man als Fotograf nicht sehr nett behandelt.“ Andreas Novotny, Fotograf

An ihre Foto-Tätigkeit im Purkersdorfer Szene-Lokal erinnern sich Novotny, Jauck und Berger gerne. Der Purkerdorfer Andreas Novotny erzählt zum Beispiel von einem Open-Air-Konzert mit Eric Burdon: „Er ist als Letzter von der Bühne runter gegangen und hat dann zur Band gemeint: ‚Hier ist es toll, gehen wir nochmal rauf‘.“ Es sei schon eine tolle Sache, dass solche großen Künstler in einer kleinen Stadt wie Purkersdorf auftreten. Aber nicht nur die Weltstars haben Novotny begeistert, auch Konzerte an Samstagvormittagen am Hauptplatz mit viel Bier waren ein Vergnügen. Ebenso wie die Weihnachtsfeiern. „Da haben wir dann alle auf der Bar getanzt und Hans Krankl hat ‚Rostige Flügel‘ gesungen“, so Novotny.

An diese legendären Veranstaltungen erinnert sich auch Ernst Jauck gerne zurück, wie auch an das Konzert von Earth, Wind and Fire. „Dieser Auftritt war für mich einer der besten“, erzählt er. Besonders lustig war die Manfred Mann Band. „Die Musiker sind samt Sänger bis um vier Uhr früh im Nikodemus gesessen und wollten einfach nicht heimgehen, weil sie so viel Spaß hatten“, berichtet der Purkersdorfer, der mit seiner Band sogar selbst drei Mal im Nikodemus aufgetreten ist. Außerdem hat er das legendäre Foto von Brian May im Jahr 1998 geschossen. Queen spielte damals zum 40er von Rudi Dolezal erstmals nach dem Tod von Freddie Mercury im Nikodemus.

Das Lieblingsfoto von Markus Berger ist eines von Falco, der insgesamt vier Mal im Szene-Lokal war. „Für mich war er einer der charismatischen Künstler des 20. Jahrhunderts. Er hat einfach eine unvergleichliche Aura und Ausstrahlung gehabt“, sagt der Neulengbacher, der nach einigen Konzerten und Feiern auch schon mal in Purkersdorf übernachtet hat.

Einig sind sich alle drei, dass jene Künstler, die am erfolgreichsten waren, auch am „normalsten und klassesten waren“. „Oft wird man als Fotograf nicht sehr nett behandelt. Speziell von österreichischen Künstlern“, erzählt Novotny. „Und von jenen, die vielleicht gerade mal zehn Minuten im Geschäft sind“, ergänzt Jauck. Viel verändert hat sich in den 30 Jahren im Bereich der Fotografie. „Damals war es entschleunigter. Zuerst musste man den Film entwickeln, es hat sieben Minuten gedauert, bis ein Foto in der Zeitungsredaktion war“, sagt Berger. Jetzt müsse alles viel schneller gehen und sofort online sein. „Man hat keine Exklusivität mehr, auch der Qualitätsanspruch ist gesunken“, meint er.

„Falco war für mich einer der charismatischen Künstler des 20. Jahrhunderts. Er hat einfach eine unvergleichliche Aura und Ausstrahlung gehabt“

Nicht geändert hat sich aber, dass es bei einem guten Foto aufs Motiv ankommt. „Wichtig ist, dass der Job Spaß macht. Fotograf zu sein ist kein Beruf, sondern eine Berufung“, sind sich die drei einig.

Dass die drei ihren Beruf so gerne auch im Nikodemus ausüben, freut Niki Neunteufel. „Mindestens einer von ihnen war immer bei den Events dabei. Sie sind Zeitzeugen der Geschichte des Nikodemus“, so Neunteufel. Er sei für jedes Foto dankbar. Lieblingsfoto hat er keines. „Aber dass Ernst ein Foto von Brian May hat, ist schon erstaunlich. Ich bin sehr froh, dass er abgedrückt hat, denn eigentlich war alles abgeschirmt und keine Presse durfte rein.“

Im Zuge der Ausstellungsvorbereitung seien auch Geschichten aufgetaucht, an die sich Neunteufel schon gar nicht mehr erinnert hat. „Ich hab‘ eigentlich schon wieder vergessen, dass zum Beispiel Mick Taylor von den Rolling Stones hier war. Zum Glück gibt es ein Foto.“ Bei der Ausstellung wird man sich jedenfalls auf Zeitreise begeben. „Natürlich wird alles im Rahmen der Corona-Maßnahmen stattfinden. Ich war schon sehr enttäuscht, dass wir zum Jubiläum nichts machen konnten und bin jetzt froh über diese Feier“, sagt Neunteufel.