Neue Schüler können Schule auch beenden. Diskussion um geplante Schließung ebbt nicht ab. Bürgermeister Schmidl-Haberleitner gibt nun Versprechen ab.

Von Martin Gruber-Dorninger und Lisa-Maria Seidl. Erstellt am 31. Januar 2019 (04:34)
Die Neue Mittelschule bleibt an diesem Standort noch mindestens vier Jahre bestehen. Schüler, die sich heuer einschreiben, können also hier fertigmachen.
Marlene Trenker

Die Gerüchteküche um die Schließung der Neuen Mittelschule (NMS) in Pessbaum brodelt weiterhin. Das sorgt bei Eltern, Schülern und Lehrern für Verunsicherung. Der Obmann des Elternvereins Roland Kubu wurde nun aktiv und wollte bei allen Verantwortlichen für Klarheit sorgen.

„Es wäre schlimm, wenn die Schule jetzt geschlossen würde und die Schüler nicht nur von ihren Mitschülern getrennt würden, sondern auch noch ihre Lehrer verlieren würden“, ist Kubu besorgt. Deshalb wandte er sich an Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner, der jetzt eindeutig festlegte: „Diejenigen die sich für das kommende Schuljahr in der NMS einschreiben, können dort auch fertigmachen.“
Bei der Bildungsdirektion für Niederösterreich sei bezüglich der Schließung der Schule noch kein Antrag eingelangt. „Sollte ein solcher Antrag einlangen, muss dies selbstverständlich seitens der Bildungsdirektion rechtlich geprüft werden“, so Susanne Schiller, Leiterin der Stabsstelle Kommunikation. Sollte eine Schließung stattfinden, stehe das Wohl der Schüler an erster Stelle: „An oberster Priorität dabei steht, dass jede Schülerin und jeder Schüler einen adäquaten Schulplatz hat.“

Auf NÖN-Anfrage bestätigt Schmidl-Haberleitner Hintergrundgespräche über die Zukunft der Schulen. Das wurde auch im Gemeinderat debattiert. Die Volksschule platzt aus allen Nähten, wohingegen das Gebäude, in dem die NMS und das HLW (Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe) mehr als genug Platz hat. Obendrein absolviert die HLW soeben die letzten Schulklassen und schließt im Sommer. Es entstand daher die Idee, die Schulgebäude zu tauschen. Das stieß bei NMS-Direktor Thomas Pölzl auf wenig Gegenliebe. All das brachte die Gerüchte auf, dass die NMS schon heuer schließen sollte.

Schulverband könnte aufgelöst werden

Nun steht aber fest, dass die NMS zumindest die nächsten vier Jahre bestehen bleibt. „Jeder, der sich für das kommende Schuljahr einschreibt, der kann die Schule auch in der NMS in Pressbaum beenden“, verspricht Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner. Dennoch würden derzeit Gespräche geführt, die eine Möglichkeit einer Schulschließung nach vier Jahren in Betracht ziehen.

Pressbaum ist derzeit in einem Schulverband mit den Gemeinden Wolfsgraben und Tullnerbach. Sollte dieser Verband aufgelöst werden, dann besteht für die Schüler die Möglichkeit, nach Purkersdorf oder nach Eichgraben in die NMS zu gehen. Der Grund für die geringe Schüleranzahl liegt für Bürgermeister Schmidl-Haberleitner teilweise am Image: „Wir haben viele Menschen, die aus Wien zuziehen und dort hat die NMS keinen guten Ruf. Bei uns hingegen hätte die NMS eine hohe Qualität.“

Das Bekenntnis des Bürgermeisters, die NMS mindestens die nächsten vier Jahre an diesem Standort zu betreiben, beruhigt den Obmann des Elternvereins. „Ich bedanke mich für den Einsatz des Bürgermeisters und das Versprechen, dass die Schule noch mindestens vier Jahre bestehen bleibt“, so Kubu.