Margarita Misheva: Vernetzerin der Online-Welt. Margarita Misheva aus Gablitz wird für ihren kreativen Einsatz moderner Kommunikationstechniken geschätzt.

Von Monika Närr. Erstellt am 17. Juli 2021 (04:09)
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Ordnungscoach Gina Halbauer (rechts) digitalisiert ihr Unternehmen mit Margarita Mishevas Hilfe (links) immer weiter.
privat, privat

Die quirlig-sprühende gebürtige Bulgarin Margarita Misheva ist auf Facebook und Instagram, Youtube und Linkedin gleichermaßen zu Hause. Aber nicht nur als eine Nutzerin wie viele, sondern als kreative und innovative Gestalterin neuer Online-Formate. Vor allem Klein- und Einzelunternehmen verhilft sie im Brotberuf als Webentwicklerin und IT-Dienstleisterin zu mehr Sichtbarkeit in der digitalen Welt.

Seit 2017 hat sie darüber hinaus vier Dokumentationsreihen ins Leben gerufen, die auch in unserer Region großen Anklang finden und fanden. „Der virtuelle Raum wurde sehr schnell als unternehmerischer Raum anerkannt. Es war wichtig, diese Umgebung menschlicher und lebendiger zu gestalten“, so Misheva. Und weiter: „Die Diversität von Online-Tools und ebenso die Vertrauenskultur wurden neu etabliert.“

„Ich begann aus Interesse, dann wuchs meine Neugier.“ Margarita Misheva

Waren es im Rahmen ihres Online-Podiums erst Formate wie „Chancen und Risiken der Digitalisierung“ oder 37 Einzelinterviews zum ersten Lockdown, die „Neue digitale Blickwinkel dank Corona“ beleuchteten, ist es ihre Zielsetzung für 2021, Best Practice Modelle in Live-Diskussionen zusammenzuführen und zu moderieren. Weiters produziert sie seit dem Vorjahr auf Wunsch für Unternehmen sehr persönlich und sympathisch gehaltene Video-Auftritte unter dem Titel „Vorhang auf“, wie etwa für die Gablitzer Architektin und Frau in der Wirtschaft, Astrid Wessely. Ihre Auftraggeber verwenden diese Auftritte dann wiederum für die eigenen Kunden.

„Ich begann mit meinen Online-Formaten aus Interesse, dann wuchs meine Neugier. Jeder hat eine andere Perspektive, man lernt durch die Teilnehmer“, erzählt Misheva im Gespräch mit der NÖN. Der Schwerpunkt ihrer Video-Blogs, Vlogs genannt, liegt auch hier auf der Kooperation mit Kleinstunternehmern, darunter auch viele kreative Berufe. Den Lockdown-Zeiten verdankt ihre Branche einen großen Sprung, vor allem Barrieren sah die studierte Kommunikationswissenschaftlerin weichen: „Heute trauen sich alle, einander online zu treffen, ohne sich unwohl zu fühlen. Auf unnötige Fahrtwege wird zeit- und ressourcensparend verzichtet und Gespräche werden effizient durchgeführt“, so Misheva. Sie sieht aber sehr wohl auch die Grenzen der technischen Zusammenkunft und betont: „Dort, wo man Ambiente benötigt, wo die Gefühlswelt eine Rolle spielt, brauchen wir Menschen auch andere Komponenten wie Blicke oder Gerüche. Computer können keine Soft Skills wiedergeben.“

„Stehen erst am Beginn der digitalen Evolution“

In diesem Zusammenhang appelliert sie auch daran, wie wichtig schrittweises Lernen und Integrieren ist: „Auch Schulen müssen umdenken und Lehrer müssen lernen, etwa Hausübungen altersgerecht zu portionieren. Der Fortschritt muss in Häppchen gemacht werden, nur so kann man testen und abchecken.“ Abschließend fügt sie hinzu: „Eine agile und flexible Arbeitsweise muss neu gelernt werden. Wir sind alle Anfänger. Wir stehen erst am Beginn der digitalen Evolution.“