Niki Neunteufel nach Absage: „Ich gebe nicht auf“. Zum zweiten Mal mussten heuer die Open-Air-Konzerte in Purkersdorf abgesagt werden. Für 2022 gibt es schon erste konkrete Pläne.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 08. April 2021 (03:07)
Kim Wilde (Mitte) vor ihrem Auftritt beim Purkersdorfer Open-Air 2016 mit Niki und Brigitte Neunteufel.
Andreas
Novotny, Andreas
Novotny

Bereits vergangenen Sommer hätten Paul Young und die Künstler der Falco Tribute Show „Falco Coming Home to Purkersdorf“ den Purkersdorfer Hauptplatz mit Menschen füllen sollen. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die beiden Open-Airs allerdings auf Sommer 2021 verschoben werden. Wie kürzlich bekannt wurde, werden die beiden Konzerte auch heuer nicht stattfinden. Die NÖN plauderte mit Organisator und Nikodemus-Gastronom Niki Neunteufel über die abgesagten Open-Airs und blickte mit ihm auf die letzten 20 Jahre zurück.

NÖN: Wie geht es Ihnen damit, dass die Open-Air-Konzerte bereits zum zweiten Mal abgesagt werden mussten?
Niki Neunteufel: Mir hat es letztes Jahr schon das Herz gebrochen, dass ich die Open-Airs verschieben musste. Jetzt werden die Konzerte heuer wieder nicht stattfinden. Aber ich gebe nicht auf und dementsprechend fassen wir – zumindest das Falco Tribute-Konzert – für 2022 noch einmal ins Auge und hoffen, dass es da klappt. Das Bittere daran ist, dass wir heuer 20-jähriges Jubiläum gefeiert hätten.

Welches Programm wäre geplant gewesen?
Wir hatten letztes Jahr ein sehr ambitioniertes Programm. Wir wollten ein großes Falco Tribute Konzert machen mit der original Falco Band und vielen berühmten österreichischen Musikern, die Falco interpretiert hätten. Die Basis hätte sein Purkersdorf-Konzert aus dem Jahr 1994 sein sollen, mit der gleichen Setlist wie damals. Mit dem einzigen Unterschied, dass Falco gemeinsam mit österreichischen Künstlern im Duett singt – Falco über die Videoleinwand und der Sänger live auf der Bühne. Das zweite Open-Air wäre Paul Young gewesen.

Wir hatten letztes Jahr ein sehr ambitioniertes Programm

Das Konzert in Purkersdorf wäre ja auch sein einziges in Österreich gewesen.
Ja, genau. Ich habe sehr lange dafür gekämpft, ihn nach Österreich zu bekommen. Es ist uns dann gelungen, noch einmal auf 2021 zu verschieben. Aber mit der jetzigen Absage ist kein weiterer Paul Young-Termin für 2022 geplant, weil es sich terminlich von Künstlerseite nicht ausgehen wird. Es ist mir nicht leicht gefallen, einem Paul Young abzusagen, weil es auch für mich ein großes Karrierehighlight gewesen wäre.

Ist für 2022 schon etwas Konkretes geplant?
 Am 11. Juni soll das Konzert „Falco Coming Home to Purkersdorf“ stattfinden. Dank unserem Hauptsponsor ERGO ist das nächstes Jahr wieder möglich. Nach Beratung mit Bürgermeister Stefan Steinbichler und Vizebürgermeister Andreas Kirnberger haben wir beschlossen, im nächsten Jahr voll auf heimische Musiker zu setzen.
Wir möchten nach der Corona-Krise österreichische Künstler unterstützen. Dementsprechend gehe ich mit der Einstellung rein, dass Paul Young in den nächsten zwei bis drei Jahren auch noch kommen kann.

Wie blicken Sie auf das letzte Open-Air 2019 zurück?
Ich habe das letzte Open-Air Ende August 2019 unglaublich schön in Erinnerung. Das war dieses Österreichkonzert, wo Opus, Boris Bukowski und Wir 4 und mit dem großen Stargast Wolfgang Ambros ein gemeinsames Konzert gegeben haben. Schiffkowits von STS war auch dabei. Es war das allererste Mal, dass wir alle Zugänge zumachen mussten, weil das erstemal mehr Menschen kamen, als der Bereich fassen konnte. Das Gelände musste wegen Überfüllung geschlossen werden. Das war eine der schönsten Konzertmomente der letzten 20 Jahre. Zu dem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass es für so lange Zeit das letzte Mal gewesen sein wird, aber es ist schön, dass zumindest die Erinnerung eine so schöne und positive ist.

Ich habe das letzte Open-Air Ende August 2019 unglaublich schön in Erinnerung

Wie ist die Idee zu den Open-Airs entstanden?
Der Open-Air-Sommer basiert auf einer Grundidee, die ein Jahr vor der Eröffnung des Nikodemus 1989 entstanden ist. Damals war die Fußgängerzone relativ neu – sie wurde von der Bevölkerung noch nicht wirklich angenommen. Gemeinsam mit Wolfgang Ambros und seiner Frau Margit habe ich beschlossen, etwas zu tun, um den Ortskern zu beleben. Wir haben dann jeden Samstagvormittag um 11 Uhr kleine Konzerte bei freiem Eintritt gespielt. Das war damals sehr erfolgreich. Basierend auf der Grundidee ist 2002 Karl Schlögl an mich herangetreten und hat mich gefragt, ob ich so etwas in der Form noch einmal gemeinsam mit der Stadtgemeinde machen könnte.

Der Open-Air-Sommer basiert auf einer Grundidee, die ein Jahr vor der Eröffnung des Nikodemus 1989 entstanden ist

Wie war der erste Open-Air-Sommer 2002?
Wir haben damals im Sommer um 11 Uhr vormittags vor der heutigen Volksbank eine Bühne gebaut und Konzerte gemacht. Das damalige Programm war sehr ambitioniert. Die Spyder Murphy Gang, Wolfgang Ambros, Andy Lee Lang und Roland Düringer mit Wolfgang Grünzweig. Damals gab es noch vier Konzerte. Das war so erfolgreich, dass Karl Schlögl und ich gesagt haben, dass wir das nächste Open-Air am Abend veranstalten werden. Wolfgang Ambros, der mich da sehr unterstützt hat, hat gemeint, wir sollen vor der Kirche eine Bühne stellen und den Platz mit Zuschauern füllen. Man hat uns damals für größenwahnsinnig gehalten.

Wann war der gesamte Platz das erste Mal voll?
Das war beim Open-Air 2003. Das Programm war Georg Danzer, EAV und Ostbahn-Kurti. Die ersten beiden Konzerte waren schon große Erfolge mit rund 4.000 Menschen. Beim letzten Konzert hatten wir das Glück, dass Willi Resetarits da das erste Mal gesagt hat, dass er als Ostbahn-Kurti nicht mehr auftreten wird. Zufälligerweise war der letzte Tourstopp in Purkersdorf. Die Leute damals dachten, dass das sein letztes Konzert sein wird. Der Platz war so voll, wie wir es uns erträumt hatten. Da hat uns dann niemand mehr für größenwahnsinnig gehalten.

Wann sind das erste Mal internationale Künstler aufgetreten?
2005 haben wir damit begonnen, ein Open-Air mit österreichischen und eines mit internationalen Künstlern zu veranstalten. Hinsichtlich der internationalen Acts haben wir klein begonnen und uns jedes Jahr ein bisschen gesteigert. Seit 2015 war es auch so, dass uns aktiv Künstler vom jeweiligen Management angeboten wurden, so etwa Paul Young.

2013 und 2014 sind Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros in Purkersdorf gemeinsam auf der Bühne gestanden.
NOEN, Andreas
Novotny

Was sind Ihre persönlichen Highlights?
Meine Highlights sind definitiv die beiden gemeinsamen Auftritte von Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich 2013 und 2014. Woran ich mich auch noch ganz besonders gerne erinnere, sind die Auftritte von Kim Wilde und Bonnie Tyler. Bei Bonnie Tyler habe ich es erst realisiert, als sie auf der Bühne gestanden ist.