Anna Diasek: Eine Lehrerin mit Leib und Seele. Die Purkersdorfer Volksschul-Direktorin Anna Diasek geht in den Ruhestand. Besonders vermissen wird sie die Kinder.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 01. Juli 2020 (04:00)
Als Direktorin musste Anna Diasek viel Zeit hinter dem Schreibtisch verbringen. Mehr Spaß machte es ihr in den Klassen zu supplieren oder sich mit den Kindern am Gang zu unterhalten.
Kindler

Seit 1988 unterrichtet Anna Diasek an der Volksschule Purkersdorf. Nach dem tragischen Tod von Direktorin Elisabeth Beranek hat sie im Jahr 2014 die Leitung übernommen. Mit 1. September geht Anna Diasek nach 42 Dienstjahren in Pension.

Ihr letztes Jahr an der größten Volksschule Niederösterreichs mit über 400 Schülern in 19 Klassen hat sich die Purkersdorferin anders vorgestellt. Die Zeugnisübergabe wird heuer gestaffelt erfolgen, Feierlichkeiten wird es keine geben. Die Abschlussklassen werden sich aber privat in Gasthäusern treffen, weiß die Direktorin.

„Es gab keinen Tag, an dem ich nicht gern in die Schule gegangen bin.“ Anna Diasek, Volksschul-Direktorin

Die Coronamaßnahmen seien besonders für die Kinder eine schlimme Zeit gewesen. „Wir alle wurden mit dem Homeschooling überfahren“, sagt Diasek. Erst spät sei man von der Bildungsdirektion informiert worden. „Wir hatten keine Erfahrungswerte und haben viel ausprobiert. Manches ist gut gelaufen, anderes nicht.“

„Wünsche allen einen normalen Schulstart“

Auch jetzt sei es für die Schüler nicht leicht, wenn nur die halbe Klasse zusammenkommt. „Aber zumindest ist ein Treffen auf dem Spielplatz schon möglich.“ Diasek hofft, dass es im Herbst nicht noch einmal zu so einer Situation kommt: „Ich wünsche alle einen normalen Schulstart – gerade für die Schulanfänger ist das wichtig.“

Während ihrer Zeit an der Schule gab es einige Meilensteine. „Ich habe zahlreiche Umbauaktionen, wie den Aufbau auf den zweiten Stock sowie den Zubau miterlebt. Es gab viel Baulärm, aber auch das ist vorbeigegangen“, sagt sie. Besonders gerne erinnert sie sich an das 50-Jahr-Jubiläum der Volksschule zurück. „Die Feierlichkeiten waren wirklich sehr schön, viele ehemalige Schüler sind gekommen“, erzählt Diasek, die selbst ab dem Schuljahr 1966/67 die Schulbank hier drückte.

Worüber sich die Purkersdorferin besonders freut: „Trotz der Größe der Schule gibt es eine besondere Atmosphäre. Ich gehe gerne in die Klassen und rede mit den Schülern. Für heuer hätte ich mir vorgenommen gehabt, das öfter zu machen.“

Obwohl Diasek gerne Direktorin war, war sie mit Leib und Seele Lehrerin. „Ich konnte über 40 Jahre lang jenen Beruf ausüben, der mir Freude gemacht hat. Es gab keinen Tag, an dem ich nicht gern in die Schule gegangen bin.“ Ihre Lieblingsfächer waren Mathematik und Turnen, „aber als Volksschullehrerin muss man natürlich ein Allrounder sein“.

Während ihr die Verwaltungstätigkeiten im Rahmen ihrer Direktoren-Tätigkeit, die in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben, nicht abgehen werden, werden ihr die Schüler in der Pension sehr fehlen. „Derzeit schiebe ich das noch weg. Allerdings habe ich mich auch bewusst dafür entschieden und man muss auch dankbar sein. Andere Kollegen erleben ihre Pension gar nicht, davor ist niemand gefeit“, gibt Diasek zu bedenken.

Damit sie im Herbst die Wehmut nicht überfällt, ist ein Segeltörn in Griechenland geplant – sofern es Corona zulässt. „Das wird ein Sprung ins kalte Wasser, denn so etwas habe ich noch nie gemacht.“ Viel zu reisen hat sich Diasek in der Pension vorgenommen. „Heuer steht außerdem ein Urlaub mit der Familie in Salzburg auf dem Programm.“ Auch Mexiko, Afrika und die Ostsee sind auf der Wunschliste. „Und mehr Zeit mit den Enkelkindern verbringen.“

Mit der Leitung der Volksschule Purkersdorf wird Manuela Dundler-Strasser betraut, eine offizielle Ausschreibung für die Position gibt es noch nicht.

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