Irene und Rudi Dräxler : „Arbeit macht immer noch Spaß“. Die Pressbaumer Irene und Rudi Dräxler haben ihr Immobilienunternehmen auf- und ausgebaut und feiern heuer Jubiläum.

Von Monika Närr. Erstellt am 11. April 2021 (03:43)
Hier genießt das Ehepaar Dräxler 2019 eine Open Air-Veranstaltung in Purkersdorf.
noen.at, noen.at

Das Pressbaumer Ehepaar Irene und Rudi Dräxler feierte am 6. April sein 20-jähriges Firmenjubiläum als größtes Immobilienunternehmen der Region. Der NÖN verriet das engagierte Paar im Doppel-Interview, wie sie gesellschaftliche Verantwortung definieren, was wohnen für sie selbst bedeutet, welche Herausforderungen sie auf den Immobilienmarkt zukommen sehen und warum sie gerne auf Reisen sind.

NÖN: Sie blicken auf 20 Jahre Ihrer gemeinsamen Firma zurück. An welches Highlight erinnern Sie sich dabei besonders?
Irene Dräxler: Vor allem ist es schön, dass wir viele Menschen glücklich machen und begleiten dürfen. Wir konnten unseren Beruf auch gut mit der Familie kombinieren. Zudem ist die Arbeit sehr abwechslungsreich.

Rudi Dräxler: Es ging kontinuierlich bergauf. Erst saß ich alleine im Büro, dann kamen immer mehr Mitarbeiter dazu, das Büro wurde größer. Für mich persönlich war es der Höhepunkt, als ich von der früheren Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein den Kommerzialrat verliehen bekam.

Vor allem ist es schön, dass wir viele Menschen glücklich machen und begleiten dürfen

Und wie sieht der Vorausblick für Ihr Unternehmen aus?
Irene Dräxler: Uns macht die Arbeit immer noch sehr viel Spaß, wir machen uns aber natürlich schon Gedanken über unsere Nachfolge.

Rudi Dräxler: Unsere drei Kinder haben ihre Interessen und Talente anderswo als wir. Es ist uns wichtig, dass die Kontinuität der Firma gewahrt bleibt, wenn wir einmal in Pension gehen. Mit unserer Filialeröffnung im Penzinger Fuhrmanncenter vor wenigen Wochen haben wir gerade ein weiteres Standbein für unsere Immobilienberatung geschaffen.

Im Sommer gönnen sich Irene und Rudi Dräxler gerne eine kleine Auszeit im Rahmen der Salzburger Festspiele.
Privat

Welche Herausforderungen sehen sie auf den Immobilienmarkt zukommen?
Irene Dräxler: Momentan ist die Nachfrage noch größer, als Objekte vorhanden sind. Noch ist die Zeit geeignet, um Immobilien zu verkaufen. Es kommen aber auch schon die ersten Kunden zu uns, die verkaufen müssen. Derzeit gibt es ja Förderungen und Stundungen und es sind nur Zinsen zu zahlen. Aber wenn man seit einem Jahr keinen Job mehr hat und die Ressourcen aufgebraucht sind, dann erkundigen sich die Leute schon nach dem Wert ihres Hauses.

Rudi Dräxler: Derzeit kaufen die Leute noch als Wertanlage. Die Wirtschaftskrise zu stemmen, die auf uns zukommen wird, wird aber bestimmt die größte Herausforderung. Es werden vermehrt Angebote auf den Markt kommen und die Preise werden sich wahrscheinlich auf dem jetzigen Niveau stabilisieren oder leicht rückläufig sein. Es erwischt diesmal ja auch Branchen, die nie daran dachten. Im Speckgürtel wird es uns aber nicht so hart treffen, wie anderswo. Sein Haus verkauft man meistens zuletzt.

Derzeit kaufen die Leute noch als Wertanlage

Gibt es Spezifika für die Region Purkersdorf am Immobiliensektor?
Irene Dräxler: Natürlich ist hier das Landleben mit der Bundeshauptstadt Wien, die noch dazu die Welthauptstadt der Kultur ist, ein besonderer Anreiz. Und der Trend ist da, die Leute wollen raus, ins Grüne, einen eigenen Garten haben. 2020 kamen durch Corona auch viele Anleger zu uns, die schon länger etwas kaufen wollten. Bei Neubauten achten vor allem Junge sehr auf eine ökologische Bauweise, sie kennen sich gut aus, etwa mit klimaneutralem Bauen oder Passivhäusern.

Rudi Dräxler: Ja, der Wunsch nach Grün erhielt durch den Lockdown einen zusätzlichen Schub. Und mit dem Irenental haben wir sogar eine kleine, idyllische Steiermark bei uns, 45 Minuten vom Stephansplatz entfernt. Ich finde es auch schön, dass hier viele 70er-Jahr-Bauten erhalten und saniert werden.

Herr Dräxler, Sie erhielten als Anerkennung Ihrer Tätigkeit den Titel Kommerzialrat von Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein verliehen. Was bedeutet Ihnen dieser?
Rudi Dräxler: Ja, das war am 9.9.2019 am Ballhausplatz im Bundeskanzleramt. Besonders hat mich gefreut, dass meine Frau und unsere drei Kinder stolz auf mich sind und alle dabei waren. Ich wurde mit fünfeinhalb Jahren eingeschult, war immer der Jüngste und hatte es dadurch nicht so leicht. Nach der Handelsschule habe ich die HAK-Matura mit viel Mühe geschafft. Ab dann ging es aber bergauf.

Am 9. September 2019 erhielt Rudi Dräxler von der damaligen Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein für seine Leistungen den Titel Kommerzialrat verliehen. Hier strahlen er, Tochter Viktoria, Brigitte Bierlein, Tochter Verena, Gattin Irene und Sohn Daniel (v. l.) in die Kamera.
Privat

Sie haben gemeinsam beschlossen, Ihr Immobilienunternehmen zu gründen. Wie kam es dazu?
Irene Dräxler: Wir kommen beide von Raiffeisen, Rudi war Geschäftsführer in Pfaffstätten, ich arbeitete in der Kreditabteilung in Pressbaum. Rudi träumte schon lange von der Selbstständigkeit und dem Aufbau eines Immobilienbüros. Diesen Plan begann er dann im Jahr 2000 schrittweise umzusetzen. Ich habe zu Beginn noch in der Raiffeisenbank und parallel in unserer Firma gearbeitet. Da wir in Pressbaum kein geeignetes Büro fanden, sind wir im Auhofcenter gelandet. Das passte von Anfang an und wir wuchsen mit.

Sie sind als Privatfirma der größte Sponsor in unserer Region. Inwiefern sehen Sie ihre vielfältigen Unterstützungen als gesellschaftliche Verantwortung?
Irene Dräxler: Wir kennen die handelnden Personen in der Region, wir wissen, wo unser Beitrag gut ankommt und was genau damit passiert. Wenn es uns gut geht, fühlen wir uns verpflichtet, an der Gesellschaft, in der wir leben, auch teilzunehmen.

Rudi Dräxler: Ob es der Kultursommer in Purkersdorf mit den Open Airs ist, das regionale Beachvolleyballturnier, ob Fußball-, Tennis- oder Kegelverein, Veranstaltungen von Jugendlichen, die die Region lebenswert machen, die Blasmusik oder Musikschule – all diese Aktivitäten, die unser kulturelles und sportliches Leben ausmachen, sind wesentlich. Vor allem aber wissen wir durch unseren Sohn Daniel, der seit seinem elften Lebensjahr dabei ist, aus erster Hand, wie wichtig die Feuerwehren sind und was sie leisten.

Besuch bei den Alpakas der Familie Dräxler: Diese werden von Tierarzt Rainer Giebl, Betreuer Rudolf Pesendorfer und Rudi Dräxler (v. l.) versorgt.
Privat

Was bedeutet wohnen privat für jemanden, der täglich mit Häusern zu tun hat?
Irene Dräxler: Ein harmonisches Umfeld, in das man sich zurückziehen und Kraft tanken kann. Wir sind aber auch viel gereist und schauen uns gerne die Welt an, denn daheim holt uns über Computer und Telefon immer die Arbeit ein.

Rudi Dräxler: Als die Kinder klein waren, wohnten wir in Rekawinkel. Seit 2005 leben wir in einem Doppelhaus am Wienerwaldsee.

Ich werde mich in der Pension mehr unseren Alpakas widmen.

Sie haben in Wolfsgraben Ihre Alpakas stehen. Welchen Hobbies gehen Sie noch gerne nach?
Irene Dräxler: Ich liebe die Hundespaziergänge mit unserem Zwergspitz Lajos, das ist ein toller Ausgleich. Ich gehe aber auch sehr gerne ins Theater und in die Oper und nutze eifrig das große kulturelle Angebot Wiens.

Rudi Dräxler: Ich werde mich in der Pension mehr unseren Alpakas widmen. Und wir lieben es auch sehr, Ski zu fahren und freuen uns, dass unsere Kinder das nach wie vor gerne mit uns machen. Die beiden Großen sind auch als Skilehrer tätig.