Expertinnen fürs Handeln in Pressbaum. Die Ergotherapeutinnen Verena Urbanek-Hofer und Ariane Soucek sind jetzt im Betriebspark in Pressbaum zu finden. Ihr Kundenstock reicht bereits über die Regionsgrenzen hinaus.

Von Monika Närr. Erstellt am 11. Oktober 2020 (03:48)
Ariane Soucek (links) und Verena Urbanek-Hofer (rechts) eröffneten vergangenen Freitag ihre gemeinsameErgotherapie-Praxis im PressbaumerBetriebspark.
Urbanek

„Wir kennen uns aus dem Schloss in Purkersdorf, waren dort ebenfalls freiberuflich tätig und in der Praxisgemeinschaft in Untermiete. Dann wollten wir etwas Eigenes, Gemeinsames“, so Ariane Soucek zur Eröffnung ihrer Ergotherapie-Gemeinschaftspraxis mit Verena Urbanek-Hofer im Pressbaumer Betriebspark.

Hausbesuche für immobile Patienten

„Es war ein schneller Spontanentschluss, wir riskierten den Sprung ins kalte Wasser“, betont auch Urbanek-Hofer. Im Sommer wurde die Praxis umgebaut, mithilfe ihrer Männer haben sie Wände aufgestellt, das Logo entworfen, die Praxis ausgestattet. Beide haben ihren bestehenden Kundenstock, primär aus der Region, mitgenommen. Das Einzugsgebiet reicht jedoch weiter, von Neulengbach über Breitenfurt bis Judenau und Wien-West. Am Freitag stellte sich zur Eröffnung auch WIR!-Stadtrat Wolfgang Kalchhauser, ein Nachbar von Verena Urbanek-Hofer, mit einem Sonnenblumenstrauß ein und gratulierte den Ergotherapeutinnen. „Ergo bedeutet tun, handeln, tätig sein. Es geht darum, Menschen zu helfen, wieder in ihre Handlungsfähigkeit und richtiges Handeln zu kommen“, so die diplomierte Ergotherapeutin Verena Urbanek-Hofer. Ihre Spezialgebiete sind Konzentrationsschwäche, hyperaktive Kinder, Personen, die zu viel oder zu wenig spüren, feinmotorische Probleme sowie Neurologie und Geriatrie.

Souceks Schwerpunkte wiederum sind Pädiatrie (Kinderheilkunde) und Orthopädie (Handtherapie). Die Therapien basieren auf (chef)ärztlicher Verordnung und Zuweisung, Patienten bekommen bis zu zwei Drittel der Kosten ersetzt. Die neue Praxis ist modern und (corona)sicher, Therapien werden nur einzeln und nacheinander durchgeführt, es ist immer nur eine Therapeutin anwesend. So hat jeder Patient die Praxis für sich, und es kommt auch im Wartezimmer zu keinen Kontakten. Für immobile Patienten werden auch Hausbesuche angeboten.

„Wir arbeiten nach neuesten Methoden“

Verena Urbanek-Hofer war ehemalige leitende Therapeutin des NÖ-Hilfswerks und zuvor in herausragenden in- und ausländischen Neurologie-Zentren tätig, zudem ist sie diplomierte Montessori-Pädagogin. Ariane Soucek hat ebenso lange Erfahrung in Reha-Zentren und Spezialkliniken. Sie arbeitet auch nach neuesten Methoden, wie sensorischer Integrationstherapie mit Kindern. „Der Grundgedanke der Ergotherapie ist“, so Urbanek-Hofer, „dass jeder selbstbestimmt und selbstständig bis ins Detail seiner Möglichkeiten agieren kann. Es ist oft bewundernswert, wie Leute mit Schicksalsschlägen umgehen. Das beeindruckt mich.“ So hat sie beispielsweise mit einem Schlaganfall-Patienten des Senecura wöchentlich eine Parkbank gestrichen oder mit einer sehr alten Dame mit fortgeschrittener Alzheimer-Demenz Socken gestopft. „Sie konnte die Handlung fast selbstständig ausführen. Nach einer Stunde war eine Socke fertig, sie hat sie mir gegeben, gelächelt und danke gesagt, obwohl sie sonst eigentlich nicht mehr gesprochen hat. Das hat mich sehr berührt.“

Ariane Soucek, die in ihrem Ursprungsberuf Kindergärtnerin ist, fing dort Feuer an der Ergotherapie: „Mir gefielen die Vielfalt des Berufes und die unterschiedlichen Fachbereiche. Ich habe vor allem Freude, wenn Kinder kommen und diese immer wieder gerne kommen.“ Oft helfen schon Tipps, und Patienten werden genau an jene Grenzen geführt, die sie weder über- noch unterfordern. Auch Eltern, Lehrer oder Kindergärtner werden bei Bedarf und auf Wunsch gerne ins Boot geholt.

Mehr Informationen unter: www.ergotherapie-pressbaum.at