50 Jahre Urlaub am Bauernhof: Jubiläum bei den Breitners

Erstellt am 07. Mai 2022 | 06:04
Lesezeit: 4 Min
In den letzten 50 Jahren empfing Veronika Breitner in Pressbaum Übernachtungsgäste aus aller Welt auf ihrem Hof Rotherd.
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Der 10. Mai ist ein besonderer Tag für Veronika Breitner. Die „Wienerwälderin 2016“ feiert mit ihrem Hof Rotherd 50 Jahre Urlaub am Bauernhof. Gäste aus aller Welt hat sie in dieser Zeit beherbergt.

Freundschaft mit der Schwarzenegger-Mama

Eine besondere Freundschaft ist mit Arnolds Mama Aurelia Schwarzenegger entstanden. „Da deren Ziehmutter im ehemaligen Wienerwaldheim wohnte, kam Reli Schwarzenegger öfter auf Urlaub und schlief dann am benachbarten Grund bei uns“, so Breitner.

Mit strahlenden Augen plaudert sie weiter: „Wanderer und Radfahrer, Musiker, Judo- und Badminton-Sportler, Künstler oder Feuerwehr-Leute haben bei uns genächtigt.“ Zudem zählten Urlauber aus Neuseeland, Holland, Belgien oder Japan zu ihren Stammgästen, aber auch aus Ungarn, Rumänien und Amerika kamen Besucher zu ihr.

„Kinderwunschzimmer“ basiert auf deutschem Ehepaar

„Anfangs lebte auch zwei Jahre eine holländische Familie bei uns, die sich selbst versorgte“, erinnert sich die liebevoll von allen Vroni genannte, leidenschaftliche Gastgeberin. Zu vielen ihrer Besucher hielt sie Kontakt, umfangreiche Gästebücher und viele Erinnerungsschreiben mit lieben Dankesworten zeugen davon.

Am Hof wurden auch Verlobungen gefeiert, Hochzeitsgäste untergebracht und ein kinderloses deutsches Ehepaar empfing hier eine neue Seele. „Seither hieß das Zimmer Kinderwunschzimmer“, lächelt Veronika Breitner in Erinnerungen vertieft.

Und berichtet weiter: „Ich nahm mir immer Zeit für meine Gäste, erfuhr viel, gab viel und wusste Besuchstipps im Umkreis von 50 Kilometern. Auch eine belgische Ziehtochter ist mir wie eine Tochter ans Herz gewachsen, sie kommt schon 15 Jahre.“

Mit vielen im Ort verwandt

Breitner, die als Veronika Gruber am Hof Rotherd geboren und aufgewachsen ist, kooperierte in puncto Gästeunterbringung auch mit ihrer im Ort weit verzweigten Verwandtschaft. Eine ihrer Großcousinen ist Lotte Wolf vom Wolfhof, eine andere Erika Berger vom am Rauchengern benachbarten Almstüberl. Auch Rudi Holzinger von der Schlosserei Zoubek ist ein Großcousin Breitners.

„Das Almstüberl war das Elternhaus meiner Mutter. Väterlicherseits kam meine Familie ursprünglich aus Tirol“, so die lebhafte Pressbaumerin, durch deren Grund auch die zweite Wiener Hochquellenwasserleitung führt. Nicht nur ihre beiden Geschwister Helene Bogner und Franz Gruber haben am Grund gebaut, von ihren drei Kindern leben auch die beiden Söhne hier.

Stolz ist die Vierfach-Oma auch auf ihre Enkel. In ihrer Kindheit galt es am Hof 12 Kühe und 40 Schweine zu versorgen, anfangs gab es in der Frühstückspension auch noch eigene Milch und Breitner machte die Butter selbst. Sogar Mitschriften aus ihren Kursen von 1972, um sie als Urlaub am Bauernhof zu zertifizieren, wurden der NÖN gezeigt.

106 Jahre Hof Rotherd

Bereits 2016 fand die 100-jährige Hoffeier statt, ihr Großvater Josef Gruber hatte den Grund erworben. Er stammte aus dem Zillertal und war mit seinen drei Brüdern erst nach Wien gegangen, wo sie in der Linzer Straße eine Meierei mit Milchverkauf und einen Fuhrwerksbetrieb aufbauten.

Futter für die Tiere mähten sie am Wolfsgrabener Tabor und in Pressbaum und so ergab es sich schließlich, dass die Liegenschaft der ehemaligen Schmölz-Wirtschaft von den Grubers gekauft und später von Veronikas Vater an sie vererbt wurde.

„Hier war alles Bauernland, von der Dürrwienstraße bis zur Sonnbergstraße und nach Ochsenwarth über die heutige Autobahn hinaus gehörte alles zum Hof meiner Vorfahren“, schmunzelt Breitner zum Abschluss des Gesprächs.

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