56-Jährige soll Nachbarn regelmäßig fotografieren. Zwei Mal standen eine 56-jährige Pressbaumerin sowie ihre Nachbarn bereits vor Gericht. Nachdem man sich in der zweiten Verhandlung auf eine Diversion einigen konnte, ging der Streit weiter und führte die Nachbarn zum nunmehr dritten Mal vor den Richter.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 10. Oktober 2020 (03:53)
Symbolbild
shutterstock.com

Die 56-Jährige ist angeklagt, ihre Nachbarn beharrlich verfolgt zu haben. Alle drei Verhandlungen befassen sich mit ähnlichen, sich wiederholenden Taten: Die Angeklagte soll ihre Nachbarn sowie deren Besuche über einen längeren Zeitraum fotografiert haben. In der jüngsten Verhandlung geht es konkret um Stalking zwischen 5. Februar und 9. März diesen Jahres, im Zuge der Verhandlung hat der Staatsanwalt den Zeitraum auf zumindest Mitte September ausgeweitet.

„Ich kann nicht mehr schlafen“

„Das geht gar nicht mehr. Meine Nachbarn haben drei Meter hohe Blechwände, da sehe ich ja nicht einmal mehr hinüber“, erklärt die 56-Jährige dem Richter. Sie beteuert zudem, nach dem letzten Verfahren mit dem Fotografieren aufgehört zu haben.

Im Zuge der Verhandlung widerspricht sich die Frau allerdings mehrmals. „Ich habe die Fotos zu Bauzwecken gemacht“, sagt sie. „Also haben sie doch fotografiert?“, hakt der Richter nach. Die Frage verneint die Angeklagte daraufhin aber umgehend. Grund für die Streitigkeiten: Baurecht. „Es ist aber immer alles korrekt abgelaufen“, erklärt der Nachbar.

Hinsichtlich des Fotografierens ist der Nachbar allerdings anderer Meinung. „Ungefähr zwei Wochen war Ruhe, dann hat sie wieder mit dem Fotografieren begonnen“, so der Zeuge. Die Angeklagte habe seine Familie, seine Besucher sowie sein Grundstück fotografiert. Der Mann, dem die Vorfälle deutlich zu schaffen machen, erklärt weiter. „Wir haben jetzt automatische Tore und hohe Zäune. Wir haben es ihr schwer gemacht zu fotografieren, sie schafft es aber immer noch. Ich kann nicht mehr schlafen. Es ist ein untragbarer Zustand“.

Die 56-jährige Pressbaumerin wird wegen des Vergehens der beharrlichen Verfolgung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von drei Monaten mit einer Probezeit von drei Jahren verurteilt. Für die Dauer der Strafe ordnet der Richter Bewährungshilfe an. Außerdem muss sich die Frau in Psychotherapie begeben.