Begegnungszone für Stadtzentrum geplant. Gemeinde will in den nächsten Jahren Pressbaumer Stadtzentrum von starkem Pkw-Verkehr befreien. Auch Radfahrer sollen profitieren.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 07. Oktober 2020 (04:27)
Im Verkehrskonzept wurde festgehalten, dass mit einer Begegnungszone im Stadtzentrum die Verkehrssicherheit für Radler und Fußgänger steigt.
KV

Der morgendliche Stau bei der Privatschule Sacré Coeur, der mit dem Rad kaum zu bewältigende Mehrzweckstreifen entlang der B 44 oder das hohe Verkehrsaufkommen im Zentrum – all das soll in den nächsten Jahren der Vergangenheit angehören.

Die Gemeinde hat ein umfangreiches Verkehrskonzept ausarbeiten lassen (ausgewählte Maßnahmen siehe Infox-Box rechts), das jetzt der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Das Umsteigen auf Bus oder Bahn soll für die Bewohner attraktiver werden. Die Gemeinde will die Radinfrastruktur ausbauen und die E-Mobilität fördern. Kreuzungen, wie die an der Dürrwienstraße/B 44, sollen sicherer werden. Im Zentrum ist die Verwirklichung einer Begegnungszone geplant. „Hier wollen wir die Bevölkerung mit einbinden und auch einen Architektenbewerb machen“, sagt ÖVP-Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner.

Zwei Varianten der Begegnungszone wurden im Zuge des Verkehrskonzepts ausgearbeitet. In beiden ist angedacht, einen bis zu 2.200 Quadratmeter großen Platz vor der Kirche zu realisieren, der für Veranstaltungen oder Märkte genutzt werden kann. Geschwindigkeitsbegrenzungen oder bauliche Maßnahmen, wie die Verschwenkung des Straßenverlaufs, sollen für mehr Verkehrssicherheit sorgen.

Die rund 50 Parkplätze, die durch den neuen Platz verloren gehen, könnten auf die Fläche neben der Raiffeisenbank oder hinter das Rathaus verlegt werden. „Der Hauptplatz wird sicher ein größeres Projekt sein und das kostenintensivste“, so der Stadtchef. Die Planung und Umsetzung im Stadtzentrum wird aber noch Zeit in Anspruch nehmen.

Maßnahmen, die die Bürger schneller wahrnehmen werden, betreffen vor allem den Radverkehr. Ein durchgehender asphaltierter Radweg entlang der B 44 ist das Ziel. Ein erstes Teilstück zwischen dem Rekawinkler Bahnhof und dem Gasthaus Mayer wird 2021 umgesetzt. Unterstützung gibt es bei der Realisierung des Radweges vom Land, die Kosten werden aufgeteilt. „Das Land übernimmt die Arbeiten und die Gemeinde die Materialkosten“, erklärt Schmidl-Haberleitner.

„Das Land übernimmt die Arbeiten und die Gemeinde die Materialkosten“

Eine bessere Radfahrinfrastruktur ist neben einer Taktverdichtung bei Bus und Bahn, größeren Park & Ride-Anlagen und einem verkehrsruhigen Zentrum auch ein zentrales Anliegen der Bevölkerung, wie die Mobilitätserhebung zeigt. 997 Personen, das heißt 12,8 Prozent der Gesamtbevölkerung Pressbaums haben im Zuge der Erstellung des Verkehrskonzepts einen Fragebogen ausgefüllt.

Die Gemeinde sieht noch ein Problem bei der Zufahrt zum Sacré Coeur. Wie im Konzept festgehalten wurde, gibt es täglich durch das Bringen von Schulkindern rund 600 Fahrten durch die Klostergasse. Gerade vor Unterrichtsbeginn ist ein Stau vorprogrammiert. Abhilfe schaffen soll ein Kreisverkehr, den die Gemeinde aber zum Teil auf einem Privatgrundstück errichten müsse. Deshalb seien auch hier noch Abstimmungen notwendig, so der Stadtchef.

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