Brosig-Grundstück: Bebauung steht zur Diskussion. Gemeinderat soll für den Verkauf einer Änderung der Bebauungshöhe stimmen. Beschluss könnte aber vertagt werden.

Von Kristina Veraszto und Monika Närr. Erstellt am 14. Juli 2021 (04:12)
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Das Brosig-Grundstück soll an die Alpenland verkauft werden.
Nadja Büchler, Nadja Büchler

Die Diskussionen rund um den geplanten Verkauf des Brosig-Grundstückes an die Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Alpenland gehen in die nächste Runde: Heute, Mittwoch, tagt der Pressbaumer Gemeinderat und bis Montag stand noch nicht fest, ob das Brosig-Grundstück auf der Tagesordnung bleibt.

Eine Teilaufhebung der Bausperren sowie die Abänderung der zulässigen Bebauungshöhe – und zwar im vorderen Bereich auf elf Meter und im hinteren Bereich auf zehn Meter – sollen zur Abstimmung gebracht werden. Wie ÖVP-Vizebürgrmeisterin Jutta Polzer auf NÖN-Anfrage erklärt, „sind natürlich Vorbereitungen für den Verkauf notwendig“, weitere Details wollte sie aber nicht kommentieren. „Ich möchte dem Gemeinderat nicht vorgreifen“, so Polzer. Laut NÖN-Informationen ist vor allem die von der Alpenland gewünschte Änderung der Bebauungsbestimmungen für viele Mandatare umstritten. Auch innerhalb der schwarz-grünen Koalition sollen die Meinungen auseinandergehen.

Grüne-Vizebürgermeister Michael Sigmund sieht es jedenfalls kritisch, wenn die neuen Wohnanlagen höher werden sollten, als die danebenliegenden Gebäude, wie zum Beispiel das Haus in der Fröscherstraße 3. Die Grünen unterstützen aber die Idee der Doppelnutzung. Wie die NÖN berichtete, will die Gemeinde auf dem Grundstück auch Platz für zwei Kindergartengruppen schaffen. „Die Kombination aus Wohnungen und Kindergarten befürworte ich sehr. Ich denke, dass wir solche Mischnutzungen von Wohnbau und sozialen Einrichtungen in Zukunft grundsätzlich vorantreiben müssen, damit nicht für jede Wohnhausanlage, für jeden Kindergarten oder Supermarkt ein eigenes Gebäude errichtet werden muss. Das ist aus Klimaschutz-Gründen wichtig“, erklärt Sigmund.

SPÖ-Stadtrat Alfred Gruber bleibt bei seiner Meinung, dass er grundsätzlich nicht gegen einen Verkauf ist, aber nicht unter der Prämisse, dass höher gebaut werden darf. „Ich werde einer Änderung der Bebauungsbestimmungen nicht zustimmen“, so Gruber. Auch Stadtrat Wolfgang Kalchhauser (WIR!) würde gegen den Tagesordnungspunkt stimmen. Auf NÖN-Anfrage bringt der Stadtrat aber einmal mehr aufs Tapet, dass mit dem Verkauf keine finanziellen „Löcher gestopft“ werden dürften.

Pkomm soll bis Ende 2021 verkaufen

In einer Sitzung im Dezember 2020 wurde die Pkomm (Pressbaumer Kommunal GmbH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtgemeinde) vom Gemeinderat aufgefordert, den Verkauf des Brosig-Grundstücks durchzuführen und einen Teil des Erlöses, nämlich 560.000 Euro, an die Gemeinde auszuschütten. Da die Rückzahlung aber laut Gemeinderatbeschluss noch im Budget für 2021 wirksam werden soll, muss die Veräußerung noch bis zum Ende des Jahres erfolgen.

Prinz sammelt weiter Unterschriften

Nach wie vor gegen einen Verkauf ist die Pressbaumerin Eva-Maria Prinz (siehe Leserbrief). Sie hat, wie die NÖN berichtete, eine Online-Petition mit dem Titel „Rettet das Brosig-Grundstück“ gestartet. Letzte Woche gab es fast 200 Unterstützer, bis jetzt haben rund 420 Personen die Petition unterzeichnet, die den Verkauf der Flächen verhindern soll. „Ich werde die Petition allen Politikern schicken und sie über die Anzahl der Unterschriften auf dem Laufenden halten“, so Prinz.